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Mohammedanische Versuchungen

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Rare Book

237 pages, Hardcover

Published January 1, 2004

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Stefan Weidner

41 books8 followers
Stefan Weidner (born 1967) is a German scholar of Islamic cultures, writer, and translator. Due to his contributions to the reception of Arabic and other Middle Eastern literatures, the German scholar of Modern Oriental Studies Stefan Wild [de] described him as a "leading mediator of Middle Eastern poetry and prose into German".

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82 reviews
September 14, 2020
Ein Buch, das ich nicht bedingungslos als "gut" beschreiben würde, das aber zum Nachdenken anregt, und das man eventuell zwei Mal lesen muss, um alles zu verdauen.

Weidner schreibt über sich selbst in der dritten Person, was künstlerisch beabsichtigt ist, aber manchmal leicht arrogant herüberkommt (schließlich beschreibt er, wo er nicht alles Vorträge gehalten hat und wie er da im Mittelpunkt stand und andere belehrte). Er schildert seine Reisen in die arabische Welt, nach Tunesien, Algerien, Syrien, Ägypten, und seine Begegnungen mit Arabern und deren Weltsichten, Araber, die ihn von ihrer Religion überzeugen wollen (vergeblich) und anderen, denen die Religion gar nicht so wichtig ist oder wieder anderen, die die Religion reformieren wollen – manche davon fundamentalistisch (im Sinne von: Rückkehr zum Ursprung, zur "wahren" Religion).

Weidner schildert teilweise persönliche Reiseerfahrungen und Gespräche, teilweise wird es essayistisch, wenn er seine Vorträge wiedergibt, in denen er an Religion und Spiritualität, Huntingtons Clash of Civilisation, dem Postkolonialismus und anderem kein ungekrümmtes Haar lässt. So ganz direkt bezieht er dabei nicht Position. Er kritisiert nach rechts und nach links – was wohl nicht verkehrt ist, denn die Welt ist ja auch nicht schwarz und weiß, sondern hat viele Graustufen. Aber manches Mal habe ich, insbesondere nach Abschnitten über seine essayistischen Vorträge, das Buch zur Seite gelegt und nicht recht gewusst, welche Erkenntnis ich davon jetzt mitnehmen kann außer: "Es ist alles unglaublich kompliziert." Ich kenne Weidners politische und gesellschaftliche Positionen nicht, aber es schimmerte leicht konservativ Mitte-rechts durch.

Das einzige, was er unmissverständlich herüberbringt, ist die Botschaft, dass ihm der Islam bzw. bestimmte islamische Glaubenssätze zu dogmatisch sind und er sie daher ablehnt. Seine Ausdrucksweise über den Koran würde ich als beinahe herablassend, schmähend bezeichnen. Seine Kritik kann ich zum Teil nachvollziehen, aber die Vehemenz, mit der sie zum Teil vorgetragen wird, lässt mich wundern, ob sie eine Re-Aktion ist auf verschiedene Bekehrungsversuche sind, denen er eventuell Zeit seines Lebens ausgesetzt war und denen er müde geworden ist? Unter den Muslimen (abgesehen von einigen ethisierenden Reformislamisten) macht er sich damit wahrscheinlich keine Freunde.

Allerdings glaube ich nicht, dass diese sein Zielpublikum waren. Sein parfümiertes, verschachteltes Deutsch ist zum Teil langwierig zu lesen und wohl vor allem an Menschen gerichtet, die mit (Nachkriegs-)Deutsch als Muttersprache aufgewachsen sind und den typisch deutschen Schachtelsatz noch genießen. Mir hat es nochmal in Erinnerung gerufen, erstens dass ich eine ganze Generation jünger bin als der Autor und dass sich die deutsche Sprache innerhalb dieser Generation ganz schön gewandelt hat und zweitens dass ich einfach kein romantischer Mensch bin, der fünf beschreibende Adjektive braucht, wenn es zwei auch getan hätten. Über Stil lässt sich jedoch nicht streiten, weil es Geschmacksache ist. Einem anderen Leser mag genau dieser Stil Freude bereiten.

Nichtsdestotrotz: es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und über das ich mich gerne mit anderen ausgetauscht hätte.
13 reviews1 follower
June 10, 2019
Sehr schöne und anschauliche Prosa, super um sich in diese uns so fremde Welt einzufühlen.
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