Die Strandjugend liegt hinter ihm, und nun sieht sich Maximilian Buddenbohm nicht nur mit dem Leben in einer trostlosen norddeutschen Vorstadtsiedlung, sondern auch mit dem Erwachsenwerden konfrontiert. In seinem Kosmos zwischen antiquarischen Büchern, Büroarbeit, selbstgekochter Marmelade und Treppenputzdienst macht er plötzlich ganz neue Erfahrungen. Er begegnet skurrilen Mitmenschen, einer sehr schönen Frau und versucht, auch in den absurdesten Situationen seine Würde zu bewahren. Witzig, anrührend und unwiderstehlich. «Die Kombination aus kluger Beobachtungsgabe, trockenem Humor, feingeschliffener Sprache und Warmherzigkeit macht Maximilian Buddenbohms Texte einfach unwiderstehlich.» Kerstin Gier
Maximilian Buddenbohm als mein Lieblingsautor für leichte Literatur zu nennen klingt im ersten Augenblick nicht fair. "Leichte Literatur" klingt immer ein wenig abwertend. So als hätte sich der Autor es sich einfach gemacht und so leicht hin etwas zu Papier gebracht. Derweil ist es wirklich schwer so manchmal harte Arbeit wie es ist ein Buch zu schreiben, in so "leichte" und unterhaltsame Sätze zu kleiden. Buddenbohm kann das. So "Wohlfühl-Literatur" hört sich jetzt auch schon wieder blöd an. Ist es aber. Die Geschichten von Buddenbohm lesen sich eben so. MARMELADE IM ZONENRANDGEBIET fängt im Prinzip da an wo ES FEHLT MIR NICHT, AM MEHR ZU SEIN endet. Und es endet da wo ZWEI, DREI, VIER - WIE ICH EINE FAMILIE wurde anfängt. Die Lücke ist also geschlossen. Es sind wieder schöne, manchmal melancholische, manchmal lustige Geschichten. Da wir in etwa den gleichen Jahrgang haben, kenne ich viele Stimmungen und Situationen selbst von denen er erzählt. Und das alles macht das Wohlfühgefühl beim lesen aus. Und wieder ist eines seiner Bücher zu schnell zu ende. Ich freue mich schon auf das Nächste.
Ein klassisches Generationenbuch: interessant und amüsant für exakte Altersgenossen der Hauptperson, seltsam und bedeutungslos für alle anderen. Da ich zu Ersteren gehöre hat mich das Buch an vielen Stellen gerührt, und mich auch zum Nachdenken über Unterschiede zum Leben Heranwachsender Heute gebracht. Viel mehr ist aber nicht. Eine relativ oberflächliche, dahinplätschernde Sammlung an einzelnen Kapiteln die teilweise auch allein als Kurzgeschichte funktionieren können, aber dennoch in die Gesamtgeschichte passen. Es ist eine klassische coning-of-age Geschichte, aber ohne den großen Knall, die Initiation und auch eher im Erwachsenenalter angesiedelt. Was der Autor selbst betont ist in meinen Augen die Schwäche des Buches: Maximilian Buddenbohm handelt nicht, das Leben passiert ihm. Und er macht halt mit. Und irgendwie wird alles gut. Dass man sich dabei nicht gnadenlos langweilt - das ist wiederum die Stärke des Buches: ich mochte Maximilian, sein entlanggeplätschere, auch weil er sich nicht selbst bedauert sondern irgendwie ganz er selbst bleibt. Ein wenig gedankenlos, ein wenig antriebslos, ziemlich mitfühlend und gut beobachtend.
Ich verstehe nicht warum der Autor nicht mehr gelesen wird oder bekannter ist, weil ich sehr angetan von seinem Schreibstil und seiner Erzählweise bin. Leider ist dies erst das zweite Werk, das ich von ihm gelesen habe, aber wenn ich es mit "Es fehlt mir nicht am Meer zu sein" vergleiche, finde ich, dass sich deutlich erkennen lässt, dass der Autor sich weiter entwickelt hat und noch besser mit der Sprache umgeht als schon in dem obig genannten anderem Werk. Ich hätte gerne mehr über die Herzdame gelesen, aber laut Epilog scheint diese Geschichte in den anderen Werken (oder auch nur im Blog?) nach zu lesen zu sein.