»Zwei tote Archäologen in so kurzer Zeit – das riecht fischig!« Überraschend stirbt der Vater von Skarabäus Lampe, ein bekannter Archäologe. Als es bei der Trauerfeier im Museum einen zweiten Toten gibt, ist das Misstrauen des Detektivs geweckt. Einmal mehr muss er ermitteln. Unterdessen wird die Stadt von einer Welle sozialer Aufwallung und Wut erfasst… Es gibt Unruhen! Nach einem Ausbruch der gefürchteten Arbeiterkrankheit und ausbleibender Hilfe vom Magistrat, gehen die Armen auf die Straße. Eine Welle der Wut, die Straßenbarrikaden, brennende Dreischnecks und fliegendes Gemüse mit sich führt, rollt durch Überstadt. Als der Vater von Skarabäus Lampe, berühmter Archäologe und Ehrenbürger der Stadt, bei einem Vortrag plötzlich tot zusammenbricht, ist der Detektiv nach Jahren der Entfremdung völlig überfordert. Er wird jäh aus seiner Gefühlsverwirrung gerissen, als auf der Trauerfeier zu Ehren seines Vaters der Vorsitzende der Archäologischen Gesellschaft während seiner Rede ebenfalls vor aller Augen stirbt. Der Detektiv lässt das Museum abriegeln und beginnt mit der Spurensuche.
Ich war sehr gespannt auf den neuen Fall mit Skarabäus Lampe, dem tierischen Detektiv á la Sherlock Holmes. Das Setting ist zwar hier fiktiv und nicht in London angesiedelt, aber es gibt schon so kleine Details, die an die Figur von Arthur Conan Doyle erinnern. Wie man auf dem Cover schon sieht sind die Charaktere hier alle in Tiergestalt, aber mit ganz normalen menschlichen Eigenschaften - wobei sie schon ihre Eigenheiten haben. Vor allem bei den Fischen fällt das auf, die zwar auf dem Land leben können, aber zuhause ihre Aquarien stehen haben, in denen sie ihren Bezug zum Wasser ausleben können; an der Luft allerdings auch Hilfsmittel haben um zu atmen. Diese ganze Idee fand ich sehr cool und ich hab auch schon sehr lange nichts mehr in der Richtung gelesen. Oftmals sind ja Tiere dabei, auch sprechende Tiere, aber dass eine Geschichte in dem Sinn aufgebaut ist, kenne ich eigentlich sehr wenig. Ein bisschen hat mir hier gerade dieser Charme der tierischen Gesellschaft gefehlt, wie es im ersten Band immer so schön beschrieben wurde. Vielleicht, weil das Setting hier sehr auf einen einzigen Schauplatz fokussiert war.
Vielleicht empfand ich es deshalb auch anfangs etwas zäh bzw. hatte das Gefühl, dass es nicht so gut vorwärts geht. Es gibt Unruhen in Überstadt, weil es um die Arbeiterviertel extrem schlecht bestellt ist. Das Geld ist knapp, die Kosten allgemein zu hoch und Krankheiten greifen um sich. Im Gegenzug beschließt der Stadtrat allerdings keine Hilfe, sondern möchte ein neues Museumsportal sponsern: was natürlich einen Aufruhr und Demonstrationen auslöst.
Das alles bleibt allerdings erstmal zurück, denn der Detektiv Skarabäus Lampe muss mit dem plötzlichen Tod seines Vaters klarkommen. Als bei der Gedenkfeier im Museum auch noch ein weiterer, hochrangiger Kollege stirbt, ist klar, dass da mehr dahintersteckt!
Es dauert also etwas, bis die Ermittlungen in Gang kommen - ich hatte das Gefühl, dass erst so richtig Spannung ab der Hälfte der Geschichte aufkam. Ich musste dann auch ein bisschen an die Agatha Christie Krimis denken, die auch oft eine längere Vorlaufzeit haben, aber dennoch hat es mich hier anfangs einfach nicht so mitreißen können. Im Nachhinein ist klar, warum es so aufgebaut wurde, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass etwas aufgelockert gewesen wäre. Gerade der Witz aus Band 1 hat mir auch ein bisschen gefehlt, denn da waren eindeutig mehr Momente zum Schmunzeln dabei.
Interessant fand ich wieder die Fähigkeit von Lampe, Gerüche in Farben zu sehen. Dieses Detail hilft hier wieder sehr, um dem Mörder auf die Spur zu kommen. Und natürlich ist auch wieder der Straßenkater Teddy mit von der Partie. Auch wenn er mir immer noch etwas fern bleibt, hab ich ihn ins Herz geschlossen in seiner eigenwilligen und selbst bestimmten Art. Als Partner von Lampe ist er immer erpicht zu helfen, auch wenn viele ihn wegen seines Alters nicht ernst nehmen - was ja auch oftmals Vorteile bringt.
Einige gesellschaftliche Probleme werden hier auch integriert - neben der Spaltung zwischen Arm und Reich fließen noch andere zwischendurch ein und am Ende auch ein wichtiges Thema, mit dem wir schon sehr lange kämpfen müssen. Dazu kann ich aber nichts verraten ;)
Insgesamt war es durchaus unterhaltsam und die unterschiedlichen Figuren, die hier eine Rolle spielen, waren auch interessant, aber es konnte mich einfach nicht so mitnehmen und begeistern wie der erste Band.
In Überstadt herrschen Unruhen, als den Detektiv Skarabäus Lampe die Nachricht, über den Tod seines Vaters erreicht. Schon lange hat er zu dem berühmten Archäologen und Ehrenbürger der Stadt kein inniges Verhältnis mehr, doch spurlos geht sein ableben dennoch nicht an ihm vorbei. Als bekannt wird, dass inmitten der Unruhen eine kostspielige Trauerfeier für Archibald Lampe statt finden soll, toben die Massen. Im herunter gekommenen Arbeiterviertel wütet wegen der widrigen Hygiene- und Wohnbedingungen eine Krankheit und rafft Tag für Tag mehr Tiere dahin. Doch die Schickeria Überstadts lässt sich dieses Ivent Unsummen kosten anstatt bei der Renovierung finanzielle Unterstützung zu leisten. Lampe lässt, noch völlig entrückt und begleitet von wütenden Protesten vor dem Museum, diese Veranstaltung über sich ergehen. Als es plötzlich eine zweiten Toten gibt, der mitten während der Trauerfeier zusammenbricht. Bei Lampe fangen sich endlich wieder an die Zahnrädchen in seinem Gehirn zu drehen. „Zwei Tote Archäologen in so kurzer Zeit, das riecht fischig!“
Tod im Museum ist nunmehr der zweite Roman, über den anthropomorphen Skarabäus Lampe. Der detektivische Hase mit beeindruckender Kombinationsgabe. Ganz Überstadt besteht aus Tieren, die sonst jedoch sehr menschenähnlich Leben, agieren und Arbeiten. Eine sehr detaillierte Welt, die Meike Stoverock konstruiert hat und in der nichts dem Zufall überlassen bleibt. Beide Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, da es sich um in sich abgeschlossene Geschichten handelt. Um sich mit dieser Welt, dem Protagonisten und seinem Leben vertraut zu machen würde ich dennoch empfehlen, die Reihenfolge einzuhalten. Dieses Mal leben wir mehr im Geschehen und in der Aktion, das Augenmerk ist weniger auf das Leben und Überleben der Tiere gerichtet. Die Autorin bringt jedoch in sehr verhältnisvollem Maße die Gepflogenheiten einzelner zur Sprache. Wir sind zwar näher am Kriminalfall, dennoch schafft sie es gekonnt soziale Ungerechtigkeiten in ihr Werk einfließen zu lassen und ist damit ihrem systemkritischen Stil treu geblieben ohne die Handlung davon gänzlich beherrschen zu lassen. In punkto flüssige Story hat sie deutlich zugelegt, dieses Mal bleibt sie eng am Handlungsstrang, was einen durchweg ungestörten Lesefluss ermöglichte. Die Spannung zog sich kontinuierlich durch das Buch, hatte keinen Einbruch, jedoch auch keinen extremen Ausbruch. Wer Thrill und Action sucht könnte hier etwas das nachsehen haben. Dennoch ist es ein gelungener Krimi mit schlüssiger Auflösung, in einem sehr fantasievollen Setting, welcher für Unterhaltung sorgen konnte. Ich hoffe sehr, dass es nicht Lampes letztes Abenteuer war.
Fazit: ein gepflegter Krimi im Agatha Christie Stil, in einem wohl durchdachten, detailreichen Setting und anthropomorphen Charakteren.
Vor einem Jahr hatte ich die große Ehre, Band 1 bzw den ersten Fall schon lesen zu dürfen. Als ich die Möglichkeit für Band 2 erhielt - I volunteered! @meikestoverock und @hobbitpresse vielen herzlichen Dank für diese grandiose Geschichte!
📗 Die Figuren: fein gezeichnet, sehr glaubwürdig und sympathisch (also manche) und mein Herz schlägt immer noch für Teddy, den ich gerne adoptieren würde (mein Freund übrigens auch xD) - Meike hat das geschafft, was mir sehr oft bei neueren Werken fehlt (und mir auch nicht immer gelingt): vielschichtige Charaktere mit Ecken und Kanten.
📗Die Welt: wir tauchen weiter ein, entdecken Abgründe und wirren, die wir auch in unserer Welt haben. Ich konnte klare Parallelen erkennen und musste mehr als einmal schmunzeln oder zustimmend mit dem Kopf nicken. Das hätte 1:1 bei uns passieren können (also, die Situationen).
📗Ich habe mir der Auflösung ein wenig gerechnet, aber wurde dennoch überrascht. Ich lag nur halb richtig xD es ist Meike aber sehr gut gelungen die soziale Ungerechtigkeit, die Benachteiligung und auch die Ignoranz jener in besseren Positionen zu spiegeln und ... Ja, ich konnte die Beweggründe sehr gut nachvollziehen.
📗 Besonders gut gefallen hat mir der feinsinnige "Twist" am Ende, der wieder einmal zeigt, dass der Schein oftmals trügt.
📗Family issues: in "silent hill" fiel der Satz "in den Augen eines Kindes ist die Mutter Gott" und theoretisch passt das auf jedes Elternteil. Für unseren Detektiv trifft das auch zu, und diese besondere, wenn auch schwierige Vater-Sohn-Beziehung war so greifbar und realistisch dargestellt - ich wollte Lampe am Ende nur in den Arm nehmen (und hätte dafür wahrscheinlich ein wenig ärger kassiert)
Fazit: es war gut, dass ich mir dafür viel Zeit genommen habe, denn Meikes Geschichte wirkt nach; erneut schafft sie es, gesellschaftskritische Themen fein einzuweben und Ereignisse aus dem Leben zu greifen. Ihre Figuren sind bildlich und greifbar, die Welt deckt sich mit unserer - ich liebe alles daran und hätte gerne den dritten Fall 😁
Der zweite Teil dieser Reihe war für mich persönlich ganz anders als der erste. Zum einen ist dieser Teil sehr viel persönlicher. Detektiv Lampe wird mit dem Tod seines Vaters konfrontiert und in Folge dessen von seiner als auch der Vergangenheit seines Vaters. Wer war er und wie stand er zu seiner Arbeit und seinem Sohn? Wir erfahren hier während der Geschichte einiges, was an sich Lampe mehr Tiefe verleiht, allerdings auch einen großen Teil der Story einnimmt und so aufgrund der Kürze des Buchs der Fall an sich mir etwas zu kurz kam. Der Fall ist wieder spannend und es werden einige Verdächtige und Motive präsentieren, die zum miträseln einladen. Vor allem der Ideenreichtum der Autorin bei der Gestaltung der Welt und der verschiedenen Tiere (einige Arten musste ich sogar googeln 😅) hat mir besonders gut gefallen. Dieser Teil ist im Gegensatz zu seinem Vorgänger auch um einiges gesellschaftskritischer und soll bestimmt auch zum nachdenken anregen. Alles in allem eine solide Fortsetzung und wer Band 1 mochte wird hier Detektiv Lampe auch wieder gerne verfolgen. Für mich persönlich wird Band 1 aber der Favorit bleiben. Ich denke aufgrund der „Leichtigkeit“ und dem Zirkussetting.