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Und wenn wir nicht gestorben sind...

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Profile Image for Amethyst.
72 reviews
March 27, 2024
Es geht um einen Briefwechseln zwischen zwei befreundeten Menschen, die sich über ihre Gedanken zu Leben und Tod austauschen und sich ein Märchen erzählen, und ich kann nicht sagen, welcher Teil mir besser gefallen hätte.

In den Briefen berichten die beiden von Begegnungen mit dem Außergewöhnlichen und kleinen, an sich unbedeutenden Begebenheiten im Alltag, die dann aber Anstoß geben zu Betrachtungen über den Tod. Beide Briefeschreibenden sehen den Tod als persönlichen Begleiter, als eine das Leben begleitende Persönlichkeit, die für jeden der beiden anders aussieht und sich anders verhält, die aber dennoch stets irgendwo präsent ist. Man merkt den Briefen sehr schön an, dass sie von verschiedenen Personen geschrieben wurden, und ich schwelgte in dem wundervollen Stream of Consciousness von Florentine Joop.

Das Märchen, das Florentine beginnt und von Holger weitergesponnen und schließlich nach mehrmaligem Austausch von Florentine beendet wird, ist etwas besonderes. Es ist keine zuckersüße Disney-Version, in der die Heldin ein paar unterhaltsame Abenteuer erlebt und am Ende den Prinzen bekommt, sondern eine Märchen "mit Blut, Neid, Zorn und Gier und Blitzgewitter", so faszinierend zu lesen wie die Märchen aus dem alten Märchenbuch meiner Kindheit, in denen es nicht zimperlich zuging, in denen Mädchen auszogen, um ihren Liebsten zu erlösen und dabei Entbehrungen durchleiden und harte Prüfungen bestehen mussten, Teile ihrer selbst verloren oder sich Körperteile abschnitten und am Ende nach viel Blut und Tränen ihren Preis errangen. Immer gab es ein magisches Element, etwas anderweltiges, etwas das Wünsche erfüllte, die erst wie ein Segen erschienen, sich dann aber als Fluch erwiesen, den es zu brechen galt. Und so war es auch hier. Die Heldin wünscht sich ein Brüderchen, doch das kommt mit einem hohen Preis.

Bereichert wird das Büchlein durch mehrere Aquarellbilder aus Florentines Feder mit einer Umrandung von Holger, was ich sehr passend finde. Die Bilder untermalen das Geschehen und geben die Figuren in zarten Farben einfühlsam wieder oder heben grausameres Geschehen Ereignisse durch ein kräftiges Rot hervor.

"Und wenn wir nicht gestorben sind..." ist ein Gesamtkunstwerk, das mich in seiner ganzen Ausführung und Gestaltung erfreut und entzückt hat.
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