Kriseninduzierte Kontinuitat: Soziale Sicherung Und Die Re-integration Kriegsversehrter Im Habsburgerreich 1880-1918 (Kritische Studien Zur Geschichtswissenschaft, 248)
Die Sozialpolitik des Habsburgerreiches galt lange Zeit als ruckstandig, und seine Nachfolgestaaten werden als Beginn des modernen Wohlfahrtsstaates angesehen. Die Studie untersucht, wie Sozialpolitik bereits zuvor zu einem zentralen Politikfeld aufstieg. Dabei nimmt sie erstmals die Militarfursorge, die Sozialversicherung in der osterreichischen Reichshalfte und die Fursorge fur Kriegsversehrte wahrend des Ersten Weltkrieges in den Blick und zeigt Kontinuitaten auf. Gerade der Bedeutungsgewinn der Sozialpolitik fuhrte zu neuen Erwartungshaltungen an den Staat. Thomas Susler-Rohringer rekonstruiert, wie diese Eigendynamik von Sozialpolitik gemeinsam mit Krisen und den Konfliktlagen der Doppelmonarchie dazu beitrug, dass zahlreiche Reformvorhaben scheiterten. Er legt jedoch ebenso offen, dass sich Sozialpolitik in bisher wenig beachteter Weise trotzdem weiterentwickelte.