Die vorliegende Arbeit beschaftigt sich mit jugendlichen BildungsmigrantInnen, die aus Guinea in Westafrika nach Deutschland gekommen sind, um hier ein Hochschulstudium zu absolvieren. Die Entscheidung, guineische BildungsmigrantInnen zum Gegenstand der Untersuchung zu machen, steht zum einen im Zusammenhang mit meinen p- sonlichen Beziehungen zu Guinea und den dort gewonnen Erfahrungen. Die Eingrenzung der Untersuchungsgruppe auf guineische BildungsmigrantInnen resultiert zum anderen aus der Tatsache, dass die Staaten Westafrikas hinsic- lich ihrer historischen und kulturellen Bezuge, ihrer gesellschaftspolitischen Entwicklung sowie der sprachlichen Orientierung so heterogen sind, dass ein Vergleich von Fallen aus verschiedenen westafrikanischen Landern sich erh- lich schwieriger gestalten wurde. Die Kenntnis der sozialpolitischen Hint- grunde und der aktuellen Lebenszusammenhange in Guinea erleichterte mir also nicht nur den Zugang zum Forschungsfeld, sondern stellt daruber hinaus einen wesentlichen Bestandteil des gesamten Forschungsprojektes dar. Im Rahmen des Entwicklungshilfevereins "Mango e.V." war ich an der - ganisation und Durchfuhrung mehrerer sozial-medizinischer Projekte in Guinea beteiligt. Wahrend insgesamt funf mehrwochiger Aufenthalte in Guinea z- schen 1993 und 2001 lernte ich das Land, seine BewohnerInnen und deren - bensverhaltnisse, Sozial- und Beziehungsstrukturen in vielen Facetten kennen."