Sam Spade, ein von chronischen Geldsorgen geplagter Privatdetektiv aus San Francisco, sucht den Mörder seines Partners Miles Archer. Bald entdeckt er einen Zusammenhang mit der Jagd auf den sogenannten Malteser Falken, eine wertvolle Statuette, hinter der eine Reihe von skrupellosen Gangstern her ist: der schwammige Caspar Gutman, der weiche Joel Cairo, der Strichjunge Wilmer und die attraktive Lügnerin Brigid O'Shaughnessy, der Spade natürlich auf den Leim geht. Da es zwischen den rivalisierenden Interessen keine klare Front gibt, ist Spade ganz auf seinen Spürsinn, seine Zähigkeit und sein rasches Reaktionsvermögen angewiesen.
SWF/HR/NDR 1996 117 Min.
Sam Spade: Dieter Laser Effie Perine: Sascha Icks Brigit O' Shaughnessy: Susana Fernandes-Genebra Miles Archer: Klaus Spürkel Detective-Sergeant Tom Polhaus: Peter Dirschauer Lieutnant Dundy: Hansjürgen Gerth Taxifahrer: Götz Argus Polizist / Luke: Gerd Andresen Iva Archer: Ellen Schulz Mr. Joel Cairo: Jens Wawrczeck Claus Boysen, Andreas Szerda, Matthias Brüggemann, Peter Fricke, Benjamin Reding, Sabine Niethammer
Sam Spade und sein Partner Miles Archer führen eine recht erfolgreiche Detektei. Miss Wonderly engagiert die beiden, um Floyd Thursby zu beschatten, der angeblich mit ihrer jüngeren Schwester durchgebrannt ist. Archer kommt bei diesem Auftrag um, Sam Spade entfernt seinen Namen vom Firmenschild und arbeitet nun solo an diesem Fall, der sich als verzwickter herausstellt, als vorher angenommen, denn Thursby ist auch tot und Spade Hauptverdächtiger.
Das Hörspiel „Der Malteser Falke“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Dashiell Hammett aus dem Jahr 1930. Das Buch ist ein Klassiker des hard boiled Genre. Es gibt kein schwarz oder weiß, sondern nur Grautöne, die in Richtung Schwarz tendieren. Jeder ist irgendwie auf seine Art nicht ganz koscher. Jeder sucht ohne Moral nach seinem eigenen Vorteil. Der Detektiv ist unsympathisch, die Klienten sind unsympathisch, jeder betrügt jeden, jeder lügt und ein Leben scheint nichts wert zu sein. Das Hörspiel wurde 1996 von SWF/HR/NDR unter der Regie von Norbert Schaeffer produziert, wirkt aber deutlich älter. Man muss dem Hörspiel zugutehalten, dass es wirklich alt wirkt und somit dem Alter des Romans durchaus Rechnung trägt. Mein Hauptproblem waren die Sprecher. Dieter Laser spricht Sam Spade irgendwie gewollt. Er spricht gepresst und kommt von Anfang an unsympathisch rüber. Man kauft ihm die coole Nummer einfach nicht ab, es wirkt mehr gewollt als gekonnt. Die weiblichen Rollen sind teilweise einfach zu klischeehaft gesprochen. Das ist sicherlich in der zugrundeliegenden Romanvorlage begründet, aber dieses supercoole Gehabe der Männer, die Frauen wie Spielzeug behandeln, die wiederum die Männer mit ihren weiblichen Waffen an der Nase herumführen, das nervt irgendwann einfach nur noch. Wahrscheinlich ist das hard boiled Genre einfach nicht mein Ding, und so gesehen ist es ein wirklich tolles Hörspiel, weil es, obwohl recht neu doch die Klischees so perfekt rüberbringt, dass man glaubt, ein Hörspiel aus den 40er Jahren vor sich zu haben. Das ändert aber nichts, dass ich weder mit der Geschichte, noch den Figuren noch den Sprechern wirklich etwas anfangen konnte.