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228 pages, Paperback
First published January 1, 1996
Jede Tulpe muß zur Leier, muß zum Saitenspiele werden,
Soll dein ganzes Lob gesungen vom Beginn zum Ziele werden;
Soll ein Dichter von dir schreiben, wie du, Schönster, es verdienest,
Müssen Paradiesvögel Spender ihrer Kiele werden;
Soll ich dir nach Würde huld’gen, muß mein Herz zu deinen Füßen
Erdenscholle deines Weges, Stäubchen deiner Diele werden;
Meine Lieder, Tepp’che sind es, die ich deinen Tritten breite,
Doch sie könnten Baldachine, wenn es dir gefiele, werden;
Sollte deiner dieser Garten wert sich zeigen, traun, behangen
Mit Gestirnen, statt mit Blumen, müßten alle Stiele werden;
Könnt ich Zaubersprüche stammeln, deinem Wunsch genügen wollt ich,
Deine nord’schen Heiden sollten überschwemmt vom Nile werden;
Dann auch müßten tausend Locken wieder so dein Haupt umringeln,
Daß aus jedem Haar im Ringe, Ringe müßten viele werden;
Ja noch mehr, denn könnt ich schenken, was mir nicht gehört, wie Hafis,
Müßte selbst die Mondenkugel dir ein Ball zum Spiele werden.
Nicht immer heitre mich mit Scherzen auf,
Gehn Rosen selbst doch aus den Schmerzen auf:
Wenn du dich schlaflos auf dem Lager quälst,
So steckt der Pol dem Pole Kerzen auf;
Im Liebesscheiterhaufen zehre dich,
Um nicht den Himmel zu verscherzen, auf;
Es zuckt ein Blitz der lichten Liebe nur
Aus Trauerwolken, die sich schwärzen, auf;
Selbst Hafis wich dem unabwendbaren Los:
Es opfern Dichter ihre Herzen auf.