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Von den fünf Schwestern, die auszogen, ihren Vater zu ermorden

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Hardcover

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Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for Jodi.
2,295 reviews43 followers
September 6, 2023
Einem solchen Titel kann ich natürlich nicht widerstehen. Somit haben wir eigentlich auch schon die gesamte Handlung.

Melara Mvogdobo schreibt über (nicht nur) sexuellen Missbrauch. An einigen Stellen dringt schon mal eine gute Portion Humor durch, dieser lenkt aber nicht vom eigentlichen Thema ab. Jede Schwester erzählt abwechseln von ihren Gedanken, ihren Motivationen und ihren Erlebnissen. Oftmals kommen auch die Partnerinnen von Hilaire Mbongo Nkomo zu Wort.

Auf wenigen Seiten lotet die Autorin aus, wie die jeweiligen Frauen mit ihren Traumata umgehen. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Formen; Aufopferung, Essstörungen, Ignorieren. Erst durch den gemeinsamen Entschluss zum Mord, gelangen sie zur Katharsis.

Es ist ein Buch darüber, wie sich die Schwestern auf ihre Art von ihren Vergangenheiten lösen und sich ihre Freiheit erkämpfen. Ein starkes Werk mit einer wuchtigen Botschaft. Nicht leicht zu lesen, aber das soll es auch nicht sein.

Das Nachwort hat mich ebenfalls sehr ergriffen und erklärt die Entstehungsgeschichte und den Weg dieses Buches. Eine wahre Wucht.
740 reviews2 followers
October 10, 2023
«Ich werde meinen Vater umbringen. Ich werde ihn töten, auslöschen, hinrichten, eliminieren, ins Gras beißen lassen, ihn über den Jordan schicken, das letzte Stündlein für ihn schlagen lassen. Ich werde mit ihm abrechnen und mich dabei endlich selbst befreien.»

Céleste, Sheshe, Lea und Marion, vier Afroschweizer-Schwestern, machen sich auf nach Kamerun. Sie wollen ihren Vater umbringen, der sie allesamt sexuell missbraucht hatte. Die Schweizer Mutter hatte er um ihr Hab und Gut gebracht, war mit dem Geld durchgebrannt. In Kamerun stoßen sie auf Séraphine, die fünfte Schwester, die mit dem Vater unter einem Dach lebt und Afrika noch nie verlassen hat. Sie pflegt den alten Mann. Es gibt noch einen Bruder und eine Menge unehelicher Kinder, die nicht anerkannt sind, von denen niemand weiß, ob es wirklich Geschwister sind oder ob die Mütter lediglich dachten, bei dem Mann gäbe es etwas zu holen.

«Hilaire Mbongo Nkomo vergewaltigte all seine Töchter in ihrer Kindheit und hinterließ, wo immer er gelebt hatte, eine Spur der seelischen Verwüstung.»

Jede der Schwestern hat ihre eigene Geschichte mit dem 70-jährigen Tyrannen, doch alle belastet ihre von Gewalt geprägte Kindheit bis weit ins Erwachsenenalter. Und sie möchten sich von dieser Last befreien und bieten jeder die Art an, wie man ihn töten solle. Die Idee stammt von der schwangeren Céleste, der klar wird, dass sie ihre Energie der Selbstzerstörung besser an der Wurzel des Übels auslassen soll, am gewalttätigen Vater. Sie kann die Schwestern für diese Idee gewinnen. Ihren Mordplan stellt jede einzelne vor, doch am Ende wird sie verworfen, weil alles schwierig ausführbar ist, ohne dabei erwischt zu werden. In jedem dieser Kapitel rechnen die Frauen mit dem Vater ab, ebenso gnadenlos mit ihrer gesellschaftlich vorgegebenen Frauenrolle. Ein Mann, der stets verschwindet, wenn er unter Druck gerät: «war ihm sein Geld durch zwielichtige Geschäfte und sein verschwenderisches Leben längst wieder ausgegangen». Im Kamerun gerät er in die Zange seiner vielen keifenden, «immer aggressiver fordernder» Geliebten, die sich gegenseitig bekämpfen. In der Schweiz läuft er Schuldnern davon, beklaut obendrauf die Ehefrau, bevor er sich von dannen macht. Er kommt, nimmt, sät und macht sich vom Acker.

«Aus unserem tiefsten Inneren sind wir Frauen. Keine fügsamen Weibchen. Nein, mächtige Frauen. In der Lage, Leben zu geben und zu nehmen.»

Sollen sie den Dreckskerl mit einem Skalpell kastrieren, lebendig begraben, in einem Fichtenschaumbad ertränken? Jede Tochter hat ihre eigene Vorstellung, sich vom Vater zu befreien, von blutig bis fast zärtlich und jede erzählt von ihrer Wut, ihrer Scham und ihrer Einsamkeit. Eindrücklich und humorvoll berichtet Melara Mvogdobo aus der Sicht der Frauen über all das, was dieser eine Mann zerstörte. Großkotzig, sexsüchtig und brutal hat er Frauen behandelt, ausgebeutet, beraubt; auch die Mütter kommen zu Wort. Die eine Tochter erzählt von ihrem Traum, von «mit Zähnen bewehrten Schamlippen», die mit einem scharfen Gebiss bewaffnet seien, die still liegen, wenn die Frau es wünscht, aber heftig zubeißen, sobald ein unerwünschter Eindringling sich Zugang zu verschaffen sucht. Hier wird nicht angeklagt oder voyeuristisch geschildert – das alles ist gut verpackt und angedeutet. Hier geht es um die Folgen von Missbrauch, unter der die Frauen ein Leben lang leiden, die sie mit ihrer Tat aus der Opferrolle befreien wollen. Ein Roman mit schwarzem Humor, mit feministischem Ton, ein Racheroman mit Schlagkraft.

«Vater unser, unser Vater, du hast uns mit dem, was du uns angetan hast, lebendig begraben. Das geben wir dir jetzt zurück. Mit dem kleinen Unterschied, dass wir dabei sind, uns wieder freizuschaufeln, was dir wohl deinerseits nicht gelingen wird. Wir, deine Töchter und Ex-Frauen, lassen dich aber nicht allein. Wir sitzen bis zum letzten Augenblick auf deinem Grab.»

Die Afroschweizerin Melara Mvogdobo wurde 1972 in Luzern geboren. Sie hat mehrere Jahre in Kamerun, der Dominikanischen Republik und in der Schweiz gelebt, wo sie als Lehrerin, Erwachsenenbildnerin und Trauma-Beraterin gearbeitet hat. Aktuell lebt sie mit ihren drei Söhnen und ihrem Lebenspartner in Andalusien.

Profile Image for Ein_lesewesen.
83 reviews7 followers
September 10, 2023
Ehrlich, hattet ihr auch schon mal böse Fantasien, als ihr von sexuellen Missbrauch, vor allem von Kindern, gehört habt? Die Autorin Mvogdobo geht noch einen Schritt weiter und erzählt von den Mordfantasien der fünf Schwestern, die von ihrem Vater missbraucht wurden.

»Ich werde meinen Vater umbringen. Ich werde ihn töten, auslöschen, hinrichten, eliminieren, ins Gras beißen lassen, ihn über den Jordan schicken, das letzte Stündlein für ihn schlagen lassen. Ich werde mit ihm abrechnen und mich dabei endlich selbst befreien.« S.13

... denkt sich die schwangere Céleste und ersinnt mit ihrer Schwester Sheshe und ihren Halbschwestern Lea und Marion äußerst kreative Tötungsarten, die sehr detailliert geschildert werden.
Nach vielen Jahren in der Schweiz – und nach vielen Frauen – kehrt der Vater im Alter in sein Heimatland Kamerun zurück, wo er von der ältesten Tochter Séraphine pflichtbewusst umsorgt wird. Die vier Schwestern planen also ihre Reise nach Kamerun und wollen Séraphine ins Boot holen, die Afrika nie verlassen hat und in einem traditionellen Rollenbild verhaftet ist. Doch den Alten umzubringen, gestaltet sich dann doch schwieriger als gedacht.

Mvogdobo lässt alle Frauen, einschließlich der Mütter zu Wort kommen. Und während ich mich noch über den »Klitoriszertrümmerer« und den Wunsch nach »mit Zähnen bewehrten Schamlippen« amüsiere, wird der Ton zunehmend ernster. Jede der Schwestern hat mit den Folgen des Missbrauchs durch den Vater zu kämpfen und will sich nun endlich aus der Selbstzerstörung befreien. Der Autorin sind hier wunderbare, tiefgründige Figuren gelungen, die nicht in die Opferrolle fallen, sondern durch das geplante Ereignis Kraft schöpfen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Der Autorin ist hier ein sehr kontrastreiches Buch gelungen, das trotz des ernsten Themas mit vielen humorvollen Szenen aufgelockert und mit Sarkasmus angereichert ist, sodass sich auch einige schonungslos geschilderte Passagen gut verkraften lassen. Am Ende präsentiert sie uns noch eine Wendung, ganz eines guten Krimis würdig.
Sie wirft einen kritischen Blick auf die traditionelle Rollenverteilung, auf die seelischen Folgen von Missbrauch und den heilsamen Zusammenhalt der Schwestern, der ihnen Kraft und Mut gibt, sich aus ihren Dilemmata zu befreien. Sie spricht unverblümt über Gewalt und Betrug, spricht auch über Herkunft, Kultur und Aberglaube – und das alles auf 200 Seiten, ohne das ich das Gefühl hatte, etwas bliebe ungesagt oder angerissen.

Aber auch ihr Nachwort gibt mir zu denken. Sie schreibt, dass sie die Idee zum Roman bereits vor 20 Jahren hatte, ihr Manuskript aber immer abgelehnt wurde. Erst nach MeToo war die Verlagswelt scheinbar reif für diesen außergewöhnlichen Emanzipationsroman. Und bitte werft einen genaueren Blick auf das Cover, das übrigens von der Autorin selbst gestaltet wurde. Ich musste auch zwei Mal hinschauen.

Inhaltlich ebenso wie sprachlich konnte mich ihr Racheroman vollkommen begeistern. Und wer sich jetzt fragt, ob ernstes und makaberes nebeneinander funktioniert, dem kann ich nur sagen – ja, sogar wunderbar.
Profile Image for Christiane Fischer.
516 reviews6 followers
November 12, 2023
VON DEN FÜNF SCHWESTERN DIE AUSZOGEN, IHREN VATER ZU ERMORDEN
Melara Mvogdobo

Die vier Afroschweizer-Schwestern Sheshe, Céleste, Lea und Marion reisen nach Kamerun, wo ihre fünfte Schwester Séraphine lebt. Gemeinsam mit ihr wollen sie ihren kamerunischen Vater, Hilaire Bongo Nkomo, der sie alle im Kindesalter sexuell missbrauchte, umbringen.
Wo immer dieser Mann lebte, betrog und täuschte er Menschen, die ihm nahe standen.
Jede der fünf Frauen versucht seit der Kindheit auf unterschiedlichster Weise mit ihren Traumata zu leben - nicht jeder gelingt es gut.
Jetzt möchten sich die Frauen rächen und endlich mit ihm abrechnen.
Doch wie das Leben so spielt, kommt es auf einmal ganz anders …

Was für ein Debüt! Chapeau Melara Mvogdobo!
Trotz der belastenden Themen führt uns die Autorin leichtfüßig durch diese Geschichte.
Wir erfahren über kamerunische Rituale, spirituelle Bräuche und erleben afrikanische Kultur. Natürlich wird die grausame Tat benannt, aber nicht im Detail erzählt, dennoch haben wir einen tiefen Einblick in die verletzten Seelen der fünf misshandelten Frauen.
Der Aufbau des Buches ist unglaublich spannend und anders. Ja, an einigen Stellen musste ich wirklich schmunzeln.
Kaum zu glauben, dass dieses Manuskript fast 20 Jahre in der Schublade der Autorin lag und kein Verlag es verlegen wollte. Erst „ME TOO“ machte es möglich, dass Themen wie diese erzählt werden dürfen - dass Frauen, denen so etwas Schreckliches passiert, aufstehen dürfen!
Melara Mvogdobo Geschichte muss gelesen werden! Sie steht hier stellvertretend für das, was so vielen Frauen und Kindern auf der Welt in diesem Moment irgendwo angetan wird.
Danke an EDITION 8, dass ihr den Mut hattet, diese Geschichte zu verlegen und dir Melara Mvogdobo wünsche ich eine große Leserschaft und hoffe, dass dein nächstes Buch ganz schnell in die Regale findet.
Bitte lest dieses Buch!
5/ 5

P.S. Und wenn es wirklich eine Fee gibt, dann wünsche ich mir dieselben drei Wünsche wie Sheshe! Einfach genial.
Profile Image for Wolf Macbeth.
172 reviews
July 11, 2025
BEFREIUNG DURCH RACHE

Melara Mvogdobo's Debut-Roman "Von den fünf Schwestern, die auszogen, ihren Vater zu ermorden" entfaltet eine tiefgreifende Handlung um Céleste, Sheshe, Lea und Marion, vier Afroschweizer Schwestern, die den Entschluss fassen, ihren gewalttätigen Vater in Kamerun zu konfrontieren. Die Erzählung beleuchtet einfühlsam jede Schwester und ihre individuellen Erfahrungen mit den traumatischen Folgen häuslicher Gewalt. Die Schwangerschaft von Céleste wird zum Auslöser, die Energie gegen den Ursprung ihres Leids zu richten – den Vater. Die Idee, ihn zu töten, gewinnt Zuspruch von den Schwestern Sheshe, Lea und Marion.

Die Umsetzung der Mordpläne zeichnet sich durch Kreativität und makabren Humor aus, wobei jede Schwester auf ihre eigene Weise mit den Herausforderungen ihres Lebens und des komplexen Familiensystems ringt. Das Buch kritisiert dabei gnadenlos vorgegebene Frauenrollen in der Gesellschaft. Trotz der düsteren Thematik verwebt Mvogdobo Tiefsinn, Ironie und einen Hauch von Hoffnung in ihren Schreibstil.

In meinen Gedanken zu diesem Werk erlebe ich ein beeindruckendes Zusammenspiel von Tiefe und Humor. Das Debüt ist nicht nur gut geschrieben, sondern wirft auch tiefgründige Fragen zur Leidensgeschichte von Frauen in der Gesellschaft auf. Der Vater wird als eindeutig abscheulich dargestellt, und die Racheideen der Schwestern bieten dem Leser einen Genuss, besonders wenn ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden vorhanden ist. Die Gedanken zur Ungerechtigkeit, warum Frauen so leiden müssen, regen zum Nachdenken an.

Besonders erwähnenswert ist das Nachwort der Autorin, in dem sie die Entstehung des Buches und die damit verbundenen Herausforderungen beleuchtet. Diese Einblicke verleihen dem Leser einen tieferen Verständnishorizont und runden das Gesamterlebnis ab.

📚 Weitere Rezensionen auf Deutsch findest du auf meinem Goodreads-Profil.
Profile Image for Phoenix Fawkes.
284 reviews23 followers
November 8, 2025
hach :( 1.5 stars

brilliant title and great, important topic. i had such high expectations bc the idea is perfect and so needed. but then the writing… it‘s just very bad. this feels like something i wrote in highschool. the story was also pointless towards the end, confusing, irrelevant and so dragged out. 200 pages were not needed for this.

but the final word from the author was so good!! i wish she wrote the book more like that. there were sentences, thoughts and theories in the book, i had to take photos of because they hit so hard and made so much sense. but i can‘t keep the book just for some few sentences… so sad. i will read her next book „grossmütter“ now, which is nominated for the swiss book price. i am excited to see her writing progress.
Displaying 1 - 6 of 6 reviews

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