Mit ihren Revolutionen haben sich die Deutschen in der Vergangenheit schwer getan. Das gilt auch für die Revolution von 1918/19 und ihre Bewertung. Am Anfang des revolutionären Geschehens standen der Matrosenaufstand in Kiel und der Staatsumsturz im November 1918, an ihrem Ende die blutige Niederwerfung der Münchner Räterepublik Anfang Mai 1919, die Unterzeichnung des Friedensvertrages von Versailles am 28. Juni und die Verabschiedung der Weimarer Reichsverfassung am 31. Juli. Volker Ullrich schildert mit souveräner Kennerschaft Ursprung und Verlauf der Revolution und geht zugleich der zentralen Frage nach, inwieweit die Konstellation von 1918/19 das katastrophale Scheitern der Weimarer Republik 1930 bis 1933 bereits in sich barg.
Volker Ullrich was born in Celle. He studied history, literature, philosophy and education at the University of Hamburg. From 1966 to 1969 he was assistant to the Hamburg’s Egmont Zechlin Chair. He graduated in 1975 after a dissertation on the Hamburg labour movement of the early 20th Century, after which he worked as a Hamburg school teacher. He was, for a time, a lecturer in politics at the Lüneburg University, and in 1988 he became a research fellow at Hamburg’s Foundation for 20th-century Social History. Since 1990 Ullrich has been the head of the political section of the weekly newspaper Die Zeit. Ullrich has published articles and books on 19th- and 20th-century history. In 1996 he reviewed the thesis postulated in Daniel Goldhagen’s book Hitler's Willing Executioners that provoked fresh debate among historians. In 1992 he was awarded the Alfred Kerr Prize for literary criticism, and, in 2008, received an honorary doctorate from the University of Jena.
Ähnlich wie Ullrichs Werk bezüglich Bismarcks fungiert dieses Buch gut als Einleitung in die Thematik. Die Revolution selbst kann einen eigentlich nur wütend machen. Die brutale und unbestrafte Ermordung von Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, und anderen unschuldigen Arbeitern von Seiten der Konservativen ist so unglaublich traurig und beschämend. Dass dieser Hurensohn Pabst bis 1970 in meiner Heimatstadt Düsseldorf frei leben konnte ist eine absolute Schmach. Das ganze Leiden der Deutschen von Beginn des Ersten Weltkrieges bis hin zu den schweren Nachkriegsjahren des Zweiten kann man allein den konservativen Kräften in die Schuhe schieben. Und hat Deutschland daraus gelernt? Nein. Bis auf kleine Ausnahmen regiert die CDU Deutschland seit ungefähr 80 Jahren und die SPD fungiert weiterhin, wie bereits zur Kaiser- und Weimarer Zeit, als Angsthase ohne Rückgrat. Jetzt steht man wieder da, fast 100 Jahre nach Hitlers Machtergreifung in 33, und die Afd scheint die stärkste Kraft zu sein. Armes, armes Deutschland. Keiner lernt aus der Vergangenheit.