Auf dem Weg zur Freiheit wird Mut zum leuchtenden Wegweiser – die große historische Saga in einer von Wandel geprägten Zeit.
1914: Torie sehnt sich nach mehr als nur Tochter und Ehefrau zu sein. Sie möchte selbst anpacken und kämpft darum, Automechanikerin zu werden. Als der Automobilhersteller Citroën die erste Durchquerung Afrikas mit Fahrzeugen plant, will sie unbedingt Teil dieser Expedition sein. Clarissa ist Malerin aus Leidenschaft. Doch in der Ehe mit Tories Bruder Maurice merkt sie, dass sie nicht die Freiheiten hat, um ganz sie selbst zu sein, und macht sich auf nach Paris.
Mia musste sich schon immer alles hart erkämpfen. Als Krankenschwester setzt sie sich deshalb für die Rechte von Frauen ein – bis sie Maurice begegnet, der ihre geordnete Welt auf den Kopf stellt …
Drei Frauen, verbunden in ihrer Sehnsucht nach Freiheit und durch den Mut, alles für ihre Träume zu wagen.
In ihren Roman,, Sturmlichter " erzählt Patricia Theisen die Geschichte von drei jungen Frauen, die auf unterschiedliche Weise für ihre Träume kämpfen. Untergliedert in 3 Teilen werden die Jahre von 1914 bis 1925 geschildert.
Die 16 jährige Französin Victoria Belrose , von allen Torie genannt , liebt es im Unternehmen ihres Vaters zu sein und den Mechanikern über die Schulter zu schauen , ihnen auch zur Hand zu gehen. Eines Tages möchte sie Maschinenbau studieren und in die Fußstapfen ihres treten, das Unternehmen führen. Zusammen mit Julien, ihrem besten Freund aus Kindheitstagen. Ihr Bruder Maurice hat kein Interesse an der Technik, er studiert Medizin.
Doch um die Wildheit Tories etwas zu zähmen, wird sie 1914 ins Internat in die Schweiz geschickt. Sich dort an die Regeln zu halten, fällt ihr nicht leicht, bis sie von einer engagierten Lehrerin in ihren technischen Fähigkeiten gefördert wird und sogar beim Herrichten eines Rennautos mitwirken darf. Auch die Münchnerin Clarissa ist dort im Internat, weil sie ihrer Stiefmutter im Wege ist. Sie ist eine ruhige junge Frau, die von auf, an der Kunst und Malerei interessiert ist. Ihr Talent zum Malen kann sie dort nutzen und verfeinern. Torie und Clarissa werden gute Freundinnen, obwohl sie in ihrer Art so unterschiedlich sind. Das Kriegsgeschehen lässt es nicht zu weiterhin, Schülerinnen aus so unterschiedlichen Ländern am Internat zu haben, so daß sich ihre Wege trennen müssen. Eine ganze Zeit lang können sie Kontakt halten, bis sie sich aus den Augen verlieren.
Nach einem Schicksalsschlag darf Torie in Paris bei Citroën , der ihrem Vater verbunden war, eine Lehre als Mechaniker machen, als erste Frau überhaupt. Durch ihr Talent und Beharrlichkeit kann sie in die Entwicklungsabteilung wechseln. Als 1924 eine Expedition durch Afrika geplant wird, ist ihr größter Wunsch, als Mechanikerin daran teilzunehmen. Doch keiner will eine Frau dabeihaben. Mit einer List gelingt es ihr , unerkannt Mitglied der Mannschaft zu sein. Doch wird ihr Schwindel aufgedeckt? Dürfte sie dann weiterhin dabei sein?
Tories Geschichte nimmt den größten Teil des Romans ein, doch durch Perspektivwechsel und Rückblenden wird auch das bewegte Leben von Clarissa und der Krankenschwester Mia erzählt. Mia stammt aus einfachsten Berliner Verhältnissen. Ihr größter Traum ist es aus diesem bedauerlicherweise Leben herauszukommen und womöglich eines Tages Ärztin zu werden, anderen Menschen zu helfen. Doch auch ihr Leben wird vom Krieg durcheinander gebracht. Sie wird an der deutschen Front in Frankreich gebraucht. Die gleiche Front , an der Maurice als Arzt auf französischer Seite dient.
Patricia Theisen verknüpft auf wundervolle Weise, die Leben der drei sehr unterschiedlichen Frauen miteinander. Die historischen, sehr gut recherchierten Fakten sind äußerst anschaulich mit ins Geschehen eingebunden. Die Lebensumstände sind bildhaft beschrieben. Sowohl das Leben im Kriegsgeschehen , als auch die Zeiten des Aufbruchs tauchen als Bilder vor meinen Augen auf. Die Gefühle, Ängste und Sorgen , auch der Freude aller Protagonisten sind immer spürbar. Ich habe mit ihnen um ihre Träume gekämpft, mich gefreut, wenn Ziele erreicht wurden, geweint, wenn Träume wie Seifenblasen oder mit lautem Knall platzten .
Die Schilderungen der Afrika-Expedition, der Croisière Noire , sind beeindruckend bildhaft dargestellt. Die Schwierigkeiten der Teilnehmer, die Schönheiten der Natur, die Ortschaften und Bewohner und ihre Traditionen haben mich begeistert und in den Bann gezogen. Mir hat es sehr gut gefallen, dadurch quasi mit dabei gewesen zu sein . Technische Details und die Entwicklung von Getriebe oder Antrieb vom Auto bzw. Raupenfahrzeug fand ich sehr interessant. Auch die Künstler, berühmte Maler und ihre Werke, ihr Beziehungen untereinander , ihr zum Teil unkonventionelles Leben sind spannend beschrieben. Auch die Frauenbewegung, der Kampf um bessere Arbeitsbedingungen und der aufkommende Nationalsozialismus und Kriegstraumata fließen hervorragend in die Geschichte der Protagonisten ein . Der Prolog bildet mit dem Epilog einen wunderbaren Rahmen.
Sehr schön ist in der Innenklappe eine Karte der Afrika-Expedition eingefügt. So hatte ich eine wunderbare Vorstellung, wo es lang geht, da mir nicht alle Orte geläufig waren.
Der Schreibstil ist hervorragend, flüssig und mitreißend. Von der ersten Seite an hat mich die Geschichte gefesselt, doch daß ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Die Charaktere sind authentisch und liebevoll dargestellt. Torie , Clarissa und Mia entwickeln sich jede auf ihre Art zu selbbewussten Frauen, die ihren Weg suchen und dafür kämpfen.
Ich bin begeistert von dieser tollen Geschichte. Ich empfehle sie gerne allen , die sich von historischen Geschichten mit starken Frauen, die sich nicht unterordnen wollen , verzaubern lassen wollen.
Sturmlichter beschriebt das Leben von drei Frauen und einiger weiterer Charaktere zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Dabei geht das Buch weniger auf die Rolle der Frauen und die Emanzipation ein, als ich es aufgrund des Klappentextes vermutet hätte, wobei diese Thematik das Buch natürlich stark prägt. Es werden aber auch viele Ereignisse aus der Vergangenheit aufgegriffen und geschildert, wie der erste Weltkrieg, die Bürgerbewegung, die Afrikareise von Citroën, … alles Ereignisse, die während dem Leben der Protagonisten geschehen. Dadurch, dass das Buch das Leben dieser von der Kindheit bis zum Ende aufzeigt hat es kein richtiges „Ziel“/Finale auf das es hinaus läuft, sondern entspricht einer Erzählung, die vor sich hin läuft. Eben durch das Schildern vieler historischer Ereignisse wird das Buch dabei relativ lang. Jedoch nicht unbedingt langatmig, da es durch den flüssigen Schreibstil und einige Wendungen, Kniffe und Geschehnisse in dem Leben der Frauen interessant bleibt. Dabei sind die Charaktere toll, stark, ausgeprägt und gut beschrieben. Und die Art, wie ihre Leben sich kreuzen ist ausgeklügelt und gut geschildert. Das Ganze war für mich kein Buch, das ich als sehr spannend bezeichnen würde, sodass man wissen muss wie es weitergeht, aber es ist eine durchaus interessante, gut fundierte Geschichte, die flüssig vor sich hin läuft und tolle Charaktere, Tiefgründigkeit, realistische Gefühle und die Rolle der Frauen früher enthält. Nicht ganz, was ich erwartet hatte, aber für zwischendurch mal durchaus interessant. Daher von mir 3-4 Sterne.
In dem Buch "Sturmlichter" geht es um die Lebenswege dreier Frauen. Die Hauptperson ist Viktoria - genannt Torie - die, aus gutem Hause stammend, ihre Erfüllung nicht im Frau-und-Mutter-Dasein sieht, sondern sie möchte einen Männerberuf erlernen, genauer Mechanikerin werden und setzt alles daran, ihren Berufswunsch in die Tat umzusetzen. Während ihrer Internatszeit lernt sie Clarissa kennen, die später Tories Bruder Maurice heiratet und sich der Malerei verschrieben hat. Die dritte Frau im Bunde ist Mia, eine Krankenschwester, die in Deutschland in den 20er Jahren auf Clarissa und Maurice trifft. In einem großen Teil des Buches geht es um die Afrika-Expedition, an der Torie unter Vorspiegelung falscher Tatsachen teilnimmt. Hier gibt es schon einige Längen, sodass ich sehr versucht war, einige Textpassagen zu überspringen. Auch hätte ich noch gerne etwas ausführlicher über die Lebenswege der beiden anderen Frauen erfahren. Geschichtlich bekommt man einen interessanten Einblick in die Welt der Künste zur damaligen Zeit. Alles in allem ist die Geschichte lesenswert. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.