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Babylonische Wanderung oder Hochmut kommt vor dem Fall

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Zürich - Paris, 1933/34. Hier, im ersten Jahr leidvollen Exils, entsteht Alfred Döblins Roman von Konrad, dem babylonischen Gott, der auswandern muß, weil ihn die Menschen satt haben. Er 'wird durch den Spaß und das Elend unseres Daseins gejagt' und macht eine heilsame Wandlung durch. Kein Nebenprodukt Döblins, sondern ein Wunderwerk des Fabulierens voll burlesk-tragischen Humors und einer der wenigen großen phantastischen Romane der deutschen Literatur!

678 pages, Paperback

First published January 1, 1934

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About the author

Alfred Döblin

168 books229 followers
Bruno Alfred Döblin (August 10, 1878 – June 26, 1957) was a German novelist, essayist, and doctor, best known for his novel Berlin Alexanderplatz (1929). A prolific writer whose œuvre spans more than half a century and a wide variety of literary movements and styles, Döblin is one of the most important figures of German literary modernism. His complete works comprise over a dozen novels ranging in genre from historical novels to science fiction to novels about the modern metropolis; several dramas, radio plays, and screenplays; a true crime story; a travel account; two book-length philosophical treatises; scores of essays on politics, religion, art, and society; and numerous letters — his complete works, republished by Deutscher Taschenbuch Verlag and Fischer Verlag, span more than thirty volumes. His first published novel, Die drei Sprünge des Wang-lung (The Three Leaps of Wang Lun), appeared in 1915 and his final novel, Hamlet oder Die lange Nacht nimmt ein Ende (Tales of a Long Night) was published in 1956, one year before his death.

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Profile Image for Jörg.
507 reviews59 followers
July 21, 2023
Soweit ich sehen kann, ist dieses Werk von Döblin niemals ins Englische übersetzt worden. Döblin ist mal abgesehen von Berlin Alexanderplatz ohnehin nicht mehr viel gelesen und die Babylonische Wanderung ist von seinen großen Romanen wohl einer der Unpopulärsten. Deswegen wieder eine Review in Deutsch.

Das Nachwort zu diesem Roman trägt zum Verständnis des Werks bei, in dem es die Entstehungsgeschichte in den Mittelpunkt rückt. Entstanden ist dieser Roman in den beiden Jahren seiner Flucht aus Deutschland 1933/34, zunächst in Zürich, später in Paris. Unter schwierigen Bedingungen hat er den Roman in Bibliotheken der Städte geschrieben mit dem Druck zu veröffentlichen, um zu Geld zu kommen. Außerdem unter dem unmittelbaren Eindruck einer Welt, die für ihn aus den Fugen geraten ist und er sein gewohntes Umfeld hinter sich lassen musste.

Das spiegelt sich wieder in der Babylonischen Wanderung. Es geht um Konrad, einen babylonischen Gott, der vom Himmel gefallen ist auf die Erde, nachdem die Menschen die Götter vergessen hatten. An einer Stelle wird das Motto ausgegeben: von einem Gott, der gefallen ist um zu einem armen Menschen aufzusteigen. Er ist dort, um Buße zu tun. Zumindest sieht das sein versklavter Untergott Georg so. Konrad dagegen lernt die Welt schnell zu genießen. Von elementaren Bedürfnissen wie Essen und Trinken hin zu kultivierteren Genüssen, die das Geld ermöglicht, das Georg als Fälscher und Verbrecher für beide verdient und dem Kennenlernen der Liebe.

Der Roman bewegt sich von Babylon über Bagdad nach Istanbul, wo er fast die Hälfte der Zeit spielt und endet dann über Zürich in Paris und Frankreich. Zum Ende wird das Buch zunehmend abstrakter und philosophischer. Döblin verliert sich. Hier hilft wieder das Nachwort. Dem Roman fehlt ein gründliches Lektorat, insbesondere durch Döblin selbst. An verschiedenen Stellen verwendet er die Collagentechnik aus Berlin Alexanderplatz. Es entsteht ein Panoptikum der Zeit. Dadaistisch, surreal. Allerdings oft ohne Maß und auch Bezug. So zum Beispiel, wenn er einen Artikel über einen elektrischen Schiffsantrieb kopiert. Häufig sind schwer mit der Handlung zu vereinbarende historische und mythologische Exkurse. Besonders auffällig eine Stelle, in der über Straßburg im 13. Jahrhundert zur Zeit des Schwarzen Todes geschrieben wird, ohne dies auch nur ansatzweise zu verankern.

Während bei Berlin Alexanderplatz ein Gesamtkunstwerk entstanden ist, stolpert die Babylonische Wanderung über den Fantasieansatz, das humoristische Gesamtkonzept und wiederholte Aufhebung jeden Ernstes durch Bruch der vierten Wand zum Leser. Nicht, dass das Buch ein Reinfall ist. Wer Döblin mag, wird auch hier viel Lohnenswertes finden. Aber für das, was geboten wird, ist es zu lang und man bekommt den Eindruck, dass Döblin selbst aus den Augen verloren hat, was er eigentlich wollte mit dem Buch. Daher eine Empfehlung nur für Döblin-Fans.
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