Malvina Raynal ist noch ein Kind, als sie im Jahre 1768 miterlebt, wie ihre Eltern hingerichtet werden. Als Tochter verurteilter Mörder muß sie von nun an ihre Identität verheimlichen. Doch die junge Frau, die in Paris lebt, besitzt Gaben, die ihr zunächst den Weg in eine glänzende Zukunft eröffnen: Sie verfügt über einen außergewöhnlichen Geschmackssinn und ist berühmt für die raffinierten Diners, die sie ihren Gästen serviert, ebenfalls für die Arzneien, die sie selbst bereitet und die vielen Menschen Heilung bringen. Aber es gelingt ihr nicht, die Erinnerung an die Vergangenheit abzuschütteln; sie wird ihr schließlich zum Verhängnis.
Ich habe die deutsche Übersetzung dieses Romans gelesen und muss sagen, das war einfach nicht so ganz meines. Das Thema an sich war spannend - ein Mädchen mit außergewöhnlichem Geschmackssinn und der Gabe, diesen auch einzusetzen - und die erste Hälfte des Buches hat mir gut gefallen. Die zweite Hälfte wurde jedoch immer komischer, grausiger und verwirrender, ganz zu schweigen von dem Ende!! Der Schreibstil generell hat mir aber gut gefallen, obwohl in der Übersetzung ein paar Wortkonstruktionen vorkamen, die mich mit zunehmendem Lesefortschritt immer mehr genervt haben, wie z.B. unglaublich viele Sätze, die (teilweise gar nicht passend) mit "Im Übrigen" begonnen wurden.
Dieses Buch ist nichts für schwache Magen. Dadurch das Malvina alle Eindrücke über den Mund aufnimmt, ist sie auch in der Lage aus ekligem leckeres herzustellen. Ich war trotzdem begeistert von diesem Buch. Als Debüt der Autorin wirklich fliessend und fesselnd geschrieben. Aber einen Vergleich zu "das Parfüm" finde ich sollte man da nicht ziehen. Die beiden Bücher ähneln sich nicht wirklich. Die einzige Gemeinsamkeit ist die Begabung die Umwelt, durch unterschiedlicher Sinne, intensiver aufzunehmen, und der Wahnsinn, der entsteht. Aber sonst kein Vergleich miteinander. Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Aber bitte nicht vorher essen. Bitte nicht zu empfindlich sein.