'Rob hat alles, was er sich wünscht nur keine Frau. Was ist das Geheimnis einer Beziehung? Wie haben die das früher gemacht? Die Alten haben sich immer eine von der gleichen Scholle geangelt, erklärt ihm Wirt Willi. Unsinn, denkt Rob, er ist nicht in die Stadt gezogen und hat sich einen Namen gemacht, um nur wegen einem Landei alles aufzugeben. Doch dann trifft er Gabi. Die Tochter seines Mathelehrers, die ihn zu Schulzeiten verpfiffen hat, wenn er hinter der Turnhalle gekifft hat. Auf den ersten Blick hat sie so gar nichts mit seiner Idee von Traumfrau zu tun, aber weiß die Liebe das?
Florian Beckerhoff, 1976 in Zürich geboren, wuchs in Bonn auf und studierte Literaturwissenschaften in Berlin und Paris. Anschließend promovierte er an der Universität Hamburg. Sein erster Roman, "Frau Ella", war ein großer Erfolg bei Kritikern und Lesern und wurde 2013 mit Matthias Schweighöfer verfilmt. "Nickel und Horn" ist sein Debüt als Kinderbuchautor. Florian Beckerhoff ist Vater von zwei Kindern und lebt mit seiner Familie in Berlin.
Inhalt: Rob kommt vom Land und ist mit seinem besten Freund Golo als Jugendlicher in die Großstadt geflüchtet. Jetzt – mit Anfang 30 – plagen ihn Zweifel. Richtig angekommen in der Stadt ist er nicht. Er fühlt sich nicht zu Hause und die Frau fürs Leben fehlt ihm auch. Doch wo findet er sie? Keine der Städterinnen scheint zu ihm zu passen. Da gibt ihm der Wirt Willi den Tipp, es mit einer Frau vom Lande zu versuchen. Rob ist auf der Suche nach sich selbst und stellt sich immer wieder die Frage: Stadt oder Land, wo finde ich die Richtige?
Meine Meinung: Der Titel, das Cover und der Klappentext lassen eine andere Geschichte vermuten, als sich tatsächlich dahinter verbirgt. Die Leute, die es wegen den genannten Kriterien kaufen, werden enttäuscht sein. Und die Leute, die die eigentliche Zielgruppe des Romans sind, werden nie im Leben in einer Buchhandlung nach diesem Roman greifen. Das liegt daran, dass man einen lustigen Unterhaltungsroman erwartet, der die Klischees vom Landleben (und den „Landeiern“) erfüllt und/oder die Städter auch nicht im besten Licht dastehen lässt. So ist es aber nicht. Der Klappentext stimmt nur weitestgehend. Ja, Rob ist auf der Suche nach einer Frau. Aber: Der Roman ist eher vom Genre „Coming of Age“, obwohl Rob schon 30 Jahre alt ist. Noch immer ist er nicht ausgereift, wird erst im Laufe des Buches erwachsen und lebt ein selbst bestimmtes Leben. Rob ist sehr Ich-bezogen, seine Eltern – die ihn gern wieder einmal sehen würden – speist er mit Ausreden ab. Erst am Ende des Romans wird er gezwungen aufs Land zu fahren. Leider findet man hier auch keine lustige Leichtigkeit. Rob merkt, dass er Fehler gemacht hat. Bereut sie vielleicht sogar. Da das aber erst auf den letzten paar Seiten geschieht, bekommt man davon kaum etwas mit. Robs Suche nach den Frauen finde ich sehr oberflächlich. Nach dem ersten Blick, dem ersten Wort und/oder der ersten gemeinsamen Nacht, weiß Rob sofort, ob es „die Eine“ ist. Ich hatte nicht das Gefühl, dass er die Sache richtig anpackt. Auch geht er mit den Frauen um, als wären es irgendwelche Namen auf einer Liste. Keine wird als Person gesehen. Sein Verhalten gegenüber Frauen hat mich sehr gestört. Die ganze Geschichte ist sehr philosophisch angehaucht und geht fast auch in Richtung Drama. Der Leser wird von Robs Gedankenwelt erschlagen und muss einen sehr langen Atem haben, um das Buch weiterzulesen und zu beenden. Keinesfalls findet man hier Unterhaltung, der Roman ist tiefsinnig, leicht depressiv, versoffen und verraucht. Das Ende ist okay, aber es hellt die ganze Geschichte nicht auf. Insgesamt bleibt das Buch einem nicht in Erinnerung, es hinterlässt keinen bleibenden Eindruck und wird mit Sicherheit keine Leben verändern.
Ich habe mich mit der Bewertung schwer getan. Mein Fall ist dieses Buch nicht, aber ich sehe durchaus, dass nicht schlecht ist. Ich habe zwischen 2 und 3 Sternen geschwankt und mich letztendlich für die 3 Sterne entschieden. Mir gefiel Titel und Cover, nur die Geschichte war die falsche.
Erwartet hatte ich eine locker leichte, amüsante Geschichte über das Leben und die Liebe auf dem Land. Gerade das sehr spaßig gestaltete Cover brachte mich auf diese Idee (...obwohl eine Kuh doch keine Haare auf der Nase hat, oder ;) ?!) Nach den ersten Seiten vermutete ich, dass es dann gleich von der Stadt aufs Land geht...und das tat ich dann auch das ganze Buch über, ein kleines bisschen vergeblich.
Es geht im Großen und Ganzen um Rob/Robbie/Robert, der als Jugendlicher von seinem Dorf in die große Stadt geflüchtet ist. Er brach jeglichen Kontakt zu seinem früheren Leben ab, nur mit Golo, seinem Jugendfreund, mit dem er gemeinsam türmte, trifft er sich regelmäßig. Nach Jahren ist Robert der stolze Besitzer einer gut laufenden Werbeagentur, erfolgreich, gutaussehend und mit einer hübschen Vorzeigefrau an seiner Seite. Als diese dann aber mit ihm Schluss macht, fällt er in ein tiefes Loch und holt sich Rat in seiner früheren Stammkneipe: Ist doch ganz klar, er braucht eine Frau, die zu ihm passt, eine mit den gleichen Wurzeln, eine vom Land! Und so beginnt die Reise in die Vergangenheit, die Suche nach dem Selbst, nach dem Sinn und der Liebe in Roberts Leben. Diese beginnt damit, dass er den Kontakt zu ehemaligen Schulkameraden sucht. Von Bernd hat er eine Telefonnummer und er ist es auch, der Robbie in den Kreis der Landeier einführt. Dort wird dann erst einmal die Kompatibilität zwischen ihm und einer Jugendschwärmerei getestet, bis Gabi auftaucht, in die er sich wahrhaftig verliebt, obwohl sie so gar nicht sein Stil ist.
Bis hierher alles irgendwie nachvollziehbar und ganz okay, doch dann beginnt eine Odyssee der Art „Das bin ich, mit einem Landei fühle ich mich wohl” vs. „Oh Gott, ein Landei! Bäh!”, die Robert sogar in eine Sexkommune führt. Das ewige Hin und Her und Auf und Ab hat den Roman meiner Meinung nach aber nur unnötig in die Länge gezogen, ich musste mich teilweise sehr überwinden, dranzubleiben. Auch die immer mal wieder auftretenden pseudophilosophischen Monologe fand ich unpassend. Das hat nicht unbedingt dazu beigetragen, dass mir Robert sympathischer wurde. Irgendwie konnte ich mit der Hauptfigur nicht so richtig warm werden, aber nicht auf eine so gute Art wie z. B. bei „1984”. Da war ich schon ein bisschen enttäuscht. Das Buch hätte mir definitiv besser gefallen, wenn das Finale auf dem Land eher gekommen wäre, die Personen etwas tiefgründiger gezeichnet worden wären und ich nicht immer aufgrund des Covers bzw. des Titels auf etwas Lustiges gewartet hätte :)