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Tabor Süden #8

Süden und das Lächeln des Windes

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Tabor Süden, Kommissar der Vermisstenstelle des Dezernats 11 in München, muss sich mit dem rätselhaften Verschwinden zweier Kinder auseinandersetzen. Der Held des deutschen Krimipreisträgers Friedrich Ani findet in Süden und das Lächeln des Windes schnell heraus, dass eine kaputte Erwachsenenwelt für das Verhalten der Kinder verantwortlich ist.

Über Friedrich Anis literarische Fähigkeiten muss nicht diskutiert werden. Völlig zu Recht hat der Münchner Roman- und Drehbuchautor, der auch als Polizeireporter gearbeitet hat, 2003 den Deutschen Krimipreis für den besten deutschsprachigen Kriminalroman erhalten. Erstaunlich ist nur, auf welch hohem Niveau Ani seine Romanserie mit Kommissar Tabor Süden zu halten vermag. Die harte Schule des Drehbuchautors ist stets zu spüren. Anis Dialoge sind wirklichkeitsnah und prägen die Handlung entscheidend, geben dem Leser echte Aufschlüsse über die Charaktere seiner Geschichten. Der wortkarge und zurückhaltende Tabor Süden drückt dem Tempo des Geschehens seinen Stempel auf. Nichts scheint voranzugehen, doch Süden, selbst ein Einzelgänger, hat ein Gespür für die Außenseiter der Gesellschaft und durchschaut schnell ihre Peiniger.

Der neunjährige Timo Berghoff wird von seiner Mutter vermisst gemeldet. Doch weder Susanne Berghoff noch ihre Schwester Carola, bei der der Junge oft zu Besuch ist, wollen sich zu näheren Umständen äußern. Für den Vater Timos, offenbar in Hamburg auf Arbeitssuche, scheint der Vorfall nicht einmal Grund genug zu sein, zurück nach München zu kommen. Süden findet heraus, dass Timo von einer Mitschülerin kurz vor seinem Verschwinden geohrfeigt wurde. Er sucht Sara Tiller auf, kann jedoch nichts aus ihr herausbringen. Wenig später verschwindet Sara ebenfalls spurlos.

Unspektakulär, kritisch, spannend und im besten Sinne unterhaltsam kommen Friedrich Anis Krimis daher. Der deutsche Kriminalroman kann zuweilen doch mit der internationalen Konkurrenz mithalten! --Ulrich Deurer

Paperback

First published May 18, 2011

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About the author

Friedrich Ani

103 books29 followers
Friedrich Ani, 1959 in Kochel am See geboren, lebt heute als freier Schriftsteller und Drehbuchautor in München. Neben Kriminalromanen schreibt er Lyrik, Erzählungen, Jugendromane und Drehbücher. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen u. a. den Tukan-Preis und dreimal den Deutschen Krimipreis.

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Displaying 1 of 1 review
Profile Image for Eva Müller.
Author 1 book79 followers
February 21, 2012
Wie bei meinem ersten Roman von Friedrich Ani saß ich am Ende da, wusste selbst nicht genau “Hat mir dieser Roman jetzt gefallen oder nicht?” und kam dann doch zum Schluss “Ich glaube er hat mir gefallen.” Meine Verwirrung lässt sich wahrscheinlich am ehesten dadurch erklären, dass dieses Buch, noch weniger als Totsein verjährt nicht, mein erster Roman von Ani, ein typischer Krimi ist. Tabor Süden arbeitet nicht bei der Mordkommission sondern im Vermisstendezernat. Am Anfang steht kein Verbrechen sondern das Verschwinden eines Kindes. Anders als sonst gibt es hier nicht nach einem Drittel die erste Leiche oder zumindest einen handfesten Hinweis, dass tatsächlich ein Verbrechen geschehen ist. Ob tatsächlich eines vorliegt oder das Kind nur weggelaufen ist bleibt lange offen.
Wenn man sich aber auf dieses etwas ungewohnte Schema einlassen kann hat man ein Buch in der Hand, dass zwar schnell zu lesen aber keineswegs leicht verdaulich ist. Auch Ani zeigt menschliche Abgründe auf, wenn auch anders als einige seiner Kollegen. Er wird nicht ganz so melodramatisch wie Elizabeth George und anders als Mankell, bei dem man immer mit dem Gefühl zurückbleibt, dass Wallander der letzte anständige Mensch auf der Erde ist, ist bei Ani nicht alles düster. Es gibt gute Menschen, weniger gute, schlechte, und die die wahrscheinlich nicht so schlecht wären aber es nicht fertig bringen sich etwas anzustrengen. Keiner ist in irgendeiner Art 'besonders'. Das gibt einem das Gefühl, dass all das genauso gut in der eigenen Nachbarschaft passieren könnte.
Zusammen mit den Hauptcharakteren, die allesamt sehr menschlich, nicht dauer- depressiv und sich nur gelegentlich etwas zu viel über Indianische Rituale und diverse Kindheitserinnerungen auslassen ergibt das eine Reihe von der ich definitiv mehr lesen möchte.
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