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25% auf alles ohne Stecker: Werbung beim Wort genommen

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«Zehn Jahre lang habe ich Werbung beim Wort genommen. Damit müssen die Hersteller all der schönen Produkte schließlich auch mal rechnen. Dieses Vorhaben hat mir viel Ärger und viel Spaß eingebracht, es gibt Firmen und Händler, die ich nie wieder im Leben aufsuchen darf. Es hagelte Hausverbote und Drohungen, es gab auch Unternehmen, die mir recht gaben. Manche sind ausgerastet, andere haben mit mir gelacht. Aber nach diesen zehn Jahren muss ich auch Buße Es tut mir leid, so viele Verkäufer und Verkäuferinnen genervt zu haben, es tut mir leid, dass die Marketingleute großer Hersteller durch mich ins Schwitzen kamen – ich würde all dies genau so noch einmal tun.»
25 Prozent Rabatt auf alles ohne Stecker – damit wirbt ein Baumarkt. Kein Problem, denkt sich Hinrich Lührssen, schneidet den Stecker einer Bohrmaschine ab und stellt sich an die Kasse. Was passiert, wenn man Werbung beim Wort nimmt, erprobt Hinrich Lührssen schon seit Jahren. Er macht Probefahrten durch tiefsten Matsch, nebelt sich mit Deo ein, um seine Wirkung auf Frauen zu testen, bestellt an der Fleischtheke einer bekannten Supermarktkette, ohne mit der Wimper zu zucken, exakt 268 Gramm Wurst und treibt Schafe in eine Bankfiliale – weil die ja bekanntlich unsere Schäfchen ins Trockene bringt …
Lührssen nimmt die Werbebranche und ihre Versprechen ins Visier und erzählt unterhaltsam und witzig von peinlichen Werbepannen und verschollenen Werbefiguren.
«Ein legendärer Reporter – einer der besten Deutschlands.»
(Markus Lanz)

240 pages, Paperback

First published March 1, 2011

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About the author

Hinrich Lührssen is a German journalist, author, and politician.

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December 10, 2020
Das war der Beginn einer äußerst originellen Werbekampagne. Denn der Esso-Tiger schlug in den folgenden Tagen mit eigenen Werbespots zurück, es gab sogar eine Diskussionssendung zwischen Werbeleiter und Tiger („Seine Zeit ist vorbei“), eine Pressekonferenz mit dem Tiger („Ich habe mehr zu bieten als nur Spaß. Mein Programm heißt Fortschritt“) ohne den Werbeleiter und eine Demo der Esso-Tankwarte, die zur Tiger-Wahl aufriefen. Aufgebrachte Bürger meldeten sich in den nächsten Werbespots zu Wort: „Was soll ich mit dem Werbeleiter im Tank?“ In jeder Esso-Tankstelle stand eine Wahlurne, auf dem Wahlzettel: Werbeleiter oder Tiger. Im Gegensatz zu anderen Wahlen konnte jeder hier so viele Stimmen abgeben, wie er wollte. Der Tiger gewann wie erwartet die Werbewahl haushoch, der Werbeleiter verschwand in der Versenkung. Die Wahl war allerdings auch für den Tiger ein grandioses Ende. Zum Erstaunen der Zuschauer wurden noch 1968 die Werbespots von einem Tag auf den anderen eingestellt. Den Tiger abgeschossen – die späte Rache des Wahlleiters.
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