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Ter Fögi Ische Souhung

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German

221 pages, Paperback

First published January 1, 1998

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Martin Frank

77 books5 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
24 reviews
August 18, 2024
Ein tolles Buch, an dem ich nichts kritisieren kann. Eine krasse Geschichte, die inhaltlich erschüttert und deprimiert. Sprachlich eine Challenge, die aber Spass macht und zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Berndeutsch anregt. Ein Beispielssatz: "She nü ggä wasi nipfürne to het". Und wer dachte, dass die früher alle braver als heute: Nope!
Profile Image for Mario.
8 reviews1 follower
March 3, 2024
«geizno schtoch kes pfadilager»
Und das beschreibt das Buch ziemlich gut. Eine Geschichte über Sehnsüchte, Selbstzerstörung und Perspektivlosigkeit.
Profile Image for Klaus Mattes.
841 reviews17 followers
February 5, 2026
Kleiner Roman, ausschließlich in Berndeutschem Dialekt verfasst, keine hochdeutsche Version verfügbar. Fatale päderastische Romanze in Zürich. Der Top ist ein junger Mann, der Drogen verkauft und sadistische Praktiken bevorzugt. Der Sub ist ein verliebter Minderjähriger mit Maso-Tendenzen. Viel leichter zugänglich als Martin Franks Riesenwerk „La Mort de Chevrolet“ - mit einem ganz ähnlichen Plot.

Hallo! Gerade gelernt: Der Autor kann seinem eigenen Buch auch die Bestnote geben. Das kleine Werk ist vor mir erst sieben Mal bewertet worden, drei Mal mit 5 Sternen, vier mal mit 4. Und einer von denen, der die Bestwertung gab, ist der Autor gewesen: Martin Frank. Er irrt sich aber nicht. Sein Buch ist genial.

Und um zu erklären, warum es trotz seines beträchtlichen Alters, die Erstausgabe erschien 1979 beim mittlerweile verblichenen Zürcher Pendo-Verlag (okay, es gibt ihn noch, aber seit über 20 Jahren ist eine Abteilung von Piper in München, die ihrerseits natürlich vom größten Verlag Schwedens, Bonnier's, übernommen wurden, daraus geworden. Baby, das ist die Marktwirtschaft), bislang recht selten gelesen und besternt wurde: Das gesamte Buch ist im Schweizer Dialekt geschrieben. Man kann das hier auf dem abgebildeten Cover (auf der Erstausgabe war das Schwarzweißfoto von einem jungen Typ drauf, hinterrücks, sah wie der typische Hauptbahnhofstricher der Siebziger aus) sogar entziffern und also mal probieren, ob man es irgendwie versteht.

Die Handlung spielt in Zürich. Und man würde als Deutscher oder Österreicher vielleicht Züri-Dütsch ja noch verstehen. Aber der Autor, der längst in Zürich lebt, stammt aus Bern. Das Buch ist also in Berndeutsch. Man sieht das am „Souhung“, also dem Sauhund, einem beliebten Schweizer Schimpfwort, der auf Züri-Dütsch vielleicht sogar „Sauhund“ heißen würde, aber in Bern spricht man es Souhung aus. Mit einem ng am Ende und das ou muss als zwei Vokale gesprochen werden, also nicht au, sondern o-u. Ihr wisst schon, wie in Kohout, das ihr allerdings als Kohaut oder Kohut ausgesprochen habt, was immer schon unzutreffend war.

Das Buch war als kartoniertes Pendo sehr schmal, sodass es sich ständig schließen wollte, sobald man es aufschlug. Groß gedruckt mit vielen Kleinbuchstaben und in der Schwulenschaft der deutschsprachigen Schweiz ziemlich schnell eine Legende. (So was hatte es vorher nicht gegeben und sollte es, außer von Martin Frank, danach auch nicht mehr geben.) Ansonsten kannte es immer kein Mensch.

Was natürlich falsch war, aber auch nicht zutraf. Vielmehr kennen wahrscheinlich sogar schon ziemlich viele von euch diese Geschichte.

Es wurde nämlich, etliche Jahre später, quasi anachronistisch, eine französisch-schweizerische Spielfilmproduktion daraus, die auch in Zürich spielte, allerdings mit jungen Franzosen besetzt war und für die deutsche DVD-Fassung hochdeutsch synchronisiert wurde. Dafür gibt es mehrere Titel. Im französischen Original hieß das „F. est und salaud“. Salaud ist nämlich ein übler Typ. Und F ist Fögi und Fögi ist der Ältere von den zwei jungen schwulen Lovern.

Fögi ist der angehimmelte Leadsänger einer Rockband, außerdem drogensüchtig. Der ihn anhimmelt, ist erst 15 (nach anderen Quellen 16), jedenfalls nicht erwachsen, sondern ein Junge, aber schwul. Fürs Schweizer Fernsehen ging „De Fögi isch en Souhund“. (Ihr habt das Ausgleichs-Schweizerdeutsch bemerkt: kein g am Ende.) Davon gibt’s auch die Hochdeutsch-Variante „(Der) Fögi ist ein Sauhund“. Was nur daran krankte, dass Sauhund damals noch kein Wort im deutschen Wörterbuch gewesen ist. (Inzwischen hat ein Münchner Autor genau mit diesem Wort seinen historischen Schwulenroman aus dem München von vor Jahrzehnten betitelt.) Also, ein Souhung ist an sich ein Arsch, ein Dreckskerl, ein Schwein. Eine Zeitlang tourte das Lichtspiel auf Festivals und hieß dort „Der Traum vom schlafenden Hund“.

Und das kommt so. Die beiden spielen gerne SM. Und zwar alle beide, auch dem Jungen gefällt das. Nun ist es natürlich der ältere Rocker, der die Master-Rolle hat, der kleine Vorstadtbub ist sein Sklave. Fögi, der Herr, lässt ihn apportieren, legt ihn an die Kette, füttert ihn aus der Hand, während er nackt auf dem Boden ist. So sieht man ihn im Film auch mal nackt, in Embryonalhaltung, auf dem Boden schlafen, während irgendwo im Bett der Master einen anderen fickt oder seinen Rausch ausschläft.

Es geht um Liebe, aber nicht auf eine sanfte, schöne Art. Ich persönlich habe solche Verbindungen von Teenagersex, Sadomasochismus und (vor allem seelischem) Missbrauch immer aufregend gefunden. Darum musste ich mir das Buch bald kaufen, in Basel oder Freiburg war das zu kriegen. (Ich bin auch der, der „Mysterious Skin“ von Scott Heim und etliche Jahre den George-Miles-Zyklus von Dennis Cooper geil finden musste. Aber, ist klar, es gibt nach wie vor Leute, die solchen Lesestoff herzlos und brutal finden. Man stelle es sich nur nicht zu flauschig vor, bloß weil es über einen verliebten Teenager geht, in der Schweiz spielt und ein Dialektbuch ist!)

Wer's im Dialekt nicht versteht, mag sich noch mal den Film ansehen. Der ist 1998 erschienen und die DVD von Pro Fun Media kam 2013 auf den Markt und wird zumindest vom Schwulenbuchladen in Stuttgart, dem Erlkoenig, auf Internetbestellung hin immer noch verschickt. Da kann man zwischen Französisch und Hochdeutsch umstellen und das Ausgleichsschwizerdütsch gibt’s als Bonus in Form von Ausschnitten zu hören. Marcel Gisler hieß der Regisseur, ansonsten nicht zum Helden geworden.

Nachträglich füge ich noch hinzu, was ich später in einer Goodreads-Leserdiskussion dazu gesagt habe:

"Fögi." That's a kind of inside joke. Because it's written entirely in Alemannic prose, most German speakers can't understand it, let alone foreigners, and it doesn't seem to be translated. But you can watch the French-Swiss film adaptation, called "F. est un salaud." The Swiss German title also means "Fögi is a swine." (Fögi is a mangled first name.) It attempts something like BDSM with a teenager, so it's pretty intense. Here, too, the question is how far one goes when deeply in love, and the other person, who doesn't love you as much, is the one with more power in the relationship.

Profile Image for Lorenz Ruesch.
110 reviews
February 7, 2024
"jede wo meinter kenn öper wo idäm romam forchunt oder gar rchöm säuber trim for ische schpinsiech. schaues erfunge."
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