Yasushi Inoue (井上靖) was a Japanese writer whose range of genres included poetry, essays, short fiction, and novels.
Inoue is famous for his serious historical fiction of ancient Japan and the Asian continent, including Wind and Waves, Tun-huang, and Confucius, but his work also included semi-autobiographical novels and short fiction of great humor, pathos, and wisdom like Shirobamba and Asunaro Monogatari, which depicted the setting of the author's own life — Japan of the early to mid twentieth century — in revealing perspective.
1936 Chiba Kameo Prize --- Ruten,流転 1950 Akutagawa Prize --- Tōgyu,闘牛 1957 Ministry of Education Prize for Literature --- The Roof Tile of Tempyo,天平の甍 1959 Mainichi Press Prize --- Tun-huang,敦煌 1963 Yomiuri Prize --- Fūtō,風濤
Die Reise ins Unbekannte Zentralasien - kaum ein Landstrich, der meine Fantasie so anregt wie dieser. Geheimnisvolle, untergegangene Städte und Zivilisationen, die Vermischung so vieler Kulturen, das Bindeglied zwischen Ost und West, und gleichzeitig so wenig handfeste Informationen machen Zentralasien zu einer Projektionsfläche für persönliche Geschichten. Einige dieser persönlichen Geschichten sind die Gedanken, die Yasushi Inoue auf seiner Reise durch 3 der 5 heutigen -stans, nämlich Kirgisistan, Usbekistan und Tajikistan, gesammelt hat.
Letztlich ist es ein etwas mit Anekdoten und Biografien gefärbtes Historienbuch geworden. Über die sehr reichhaltige Geschichte der Region, von den ersten Kontakten der Chinesen mit den Xiongnu, über die Sogder, über die griechischen, arabischen und mongolischen Invasoren bis hin zum Untergang der letzten Khanate während der sowjetischen Einflussnahme, spannt sich dieser Erzählungsbogen Inoues. Dabei wird das immer mit den aktuellen Eindrücken, die er auf seiner Reise sammelt, ins (damalige) Jetzt transportiert - meist ist das ein melancholisches Rückblicken, während er in Ruinen steht und versucht, geistig diese frühen Kulturen wiederauferstehen zu lassen. Dschingis Khan, Tamerlan, Ulugh Beg, Jalaluddin und Xuanzang stehen als Stellvertreter für einige der Epochen, die in diesem Buch erwähnt werden. Die Beschreibung dieser Biografien nimmt einen großen Teil des Texts ein.
Literarisch ist Inoue hier weit von seinen rein fiktionalen Texten entfernt. Ein recht wildes Hin- und Herspringen zwischen Personen, Zeiten und Orten lässt keinen durchgängigen Lesefluss aufkommen, und insgesamt ist das Buch ein seltsamer Zwitter (wie nennt man ein Wesen, das aus drei Teilen besteht?) aus Historienschreibung, biografischer Erzählung und Reiseerzählung, der letztlich keinem der drei Genres wirklich gerecht wird.
Die Aufmachung kann mich auch nicht wirklich überzeugen: Der Hardcoverband wartet mit extrem dicken, fast schon kartonartigen Papier auf, der das Umblättern erschwert. Schön dagegen ist die Seitengestaltung mit Muster am oberen Rand und schönen Kapitelüberschriften, und extrem lobenswert (weil sonst eher selten in solchen Büchern) ist die ausklappbare, großformatige Landkarte der Region, die dem Leser hilft, die wilden Erzählsprünge Inoues in einen geografischen Rahmen zu bringen. Trotzdem empfehle ich für die Lektüre zusätzlich den sehr hilfreichen historischen Atlas der Region (Palgrave Concise Historical Atlas of Central Asia).
Wer hier also eine historische Erzählung erwartet, was der berühmte Name des Autors eigentlich andeutet, wird vielleicht etwas enttäuscht werden. Da aber die Literatur über dieses Gebiet sowieso sehr spärlich ist, kann es dem an Zentralasien interessierten Leser trotzdem ohne weiteres ans Herz gelegt werden.