Sie ist in der Blüte ihrer Jugend. Doch seit ihrem Fehltritt im Roggen ist Freda von Rützow eine gebrochene Frau. Das Kind jener romantischen Stunden hat sie auf Drängen ihres Vaters weggegeben. Jahrelang lastet die Erinnerung an die wenigen Minuten, die sie mit ihrem Baby verbringen durfte, auf ihr. Unter der Schreckensherrschaft der Nazis bekommt Freda Gelegenheit, ihre Schuld zu sühnen. Sie hält einen jüdischen Jungen in ihrer Wohnung versteckt, betreut und erzieht ihn. So befreit sie sich von der Last der Vergangenheit und findet in düsterer Zeit doch noch Glück und Liebe.
Irina Korschunow was a German author of both children's book and adult literature. The daughter of a Russian father and a German mother, she became an outsider under the National Socialist regime. After World War II, she studied German, English and Theatre in Göttingen and Munich.
She won a number of awards both for her children's and young adult books as well as for the work aimed at an adult audience, which became less and less autobiographical over the course of her career.
Was für ein Buch. Ich habe es an einem Abend durchgelesen, nachdem ich nur mal "reinlesen" wollte und es dann einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Es ist wunderschön, unglaublich spannend, unterhaltsam und zutiefst nachdenklich und melancholisch.
Irina Kurschnunow hat einen unglaublich schönen, fließenden Schreibstil in dem man sich reinfallen lassen möchte wie ein Wattekissen. Ihre Charaktere sind unglaublich vielschichtig und faszinierend, sogar Nebencharaktere sind interessant und haben immer mehr als eine Ebene.
Die Geschichte spielt zwischen dem Ende des ersten Weltkrieges bis zum Ende des zweiten und begleitet eine junge Frau, Freda von Rützow, durch ihr Leben. Das titelgebende Luftkind ist ihr eigenes Kind, was sie mit 17 unehelich bekommt und das sie auf Druck ihres Vaters weggeben musste. Etwas, was sie ihm nie verzeihen wird. Sie verbringt fast die kompletten zwanziger und einen großen teil der Dreißiger Jahre in sozialer Isolation, ihre einzige Gesellschaft ist das Luftkind, ihr imaginäres Kind, mit dem sie sich unterhält und spielt und für das sie kocht. Als sie dann endlich relativ abrupt aus dieser abgeschiedenen Seifenblase gerissen wird, sind die Nazis längst an der Macht und die alte Welt ist tot. Man wird überwacht, bespitzelt, sie genauso wie alle anderen, und wer sich beschwert, verschwindet über Nacht. Aber vielleicht ist sie grade noch rechtzeitig wach geworden, um Harro Hochberg zu retten, einen jüdischen Jungen, dessen Schicksal fast untrennbar an das ihre verknüpft ist?
Es ist ein Buch, was in einer grässlichen, seelenlosen Zeit spielt, aber es ist absolut kein grässliches und seelenloses Buch. Wenn ein Thema vorherrscht, dann ist es die Menschlichkeit, die auch in der grausamsten, dunkelste Ecke noch zu finden ist und die Hoffnung, die immer zuletzt stirbt. Es ist ein Stück Zeitgeschichte, aber es ist auch einfach ein verdammtes gutes Buch. Ich möchte es einfach jedem empfehlen.
Interessante Geschichte. Tochter eines Gutsherren wird mit 17 Jahren schwanger. Um dieser Schande zu entgehen, wird sie in ein Kloster verbracht und das Kind zur Adoption freigegeben. Ihr Kind lässt sie nie los, sie spricht und unterhält sich mit ihm in Gedanken und als sie während des Krieges einen jungen jüdischen Mann versteckt, ist das wie die Sühne einer Strafe.