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Cherubin Hammer und Cherubin Hammer

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Broschiertes Buch
Peter Bichsel erzählt die Geschichte von Cherubin Hammer, der glaubt, ein Schriftsteller zu sein, und erfolglos versucht, die Biographie eines Schriftstellers zu leben. Ihm stellt er einen zweiten Cherubin Hammer gegenüber, einen Kerl von Mann und Charmeur, dem man nicht trauen kann und den doch jeder liebt und der auf den ersten Blick so etwas hat wie eine Biographie. Von ihm gäbe es zu erzählen, aber nur Anekdotisches.
Gemeinsam ist den beiden, daß sie ihr Leben konsequent und rücksichtslos leben. Rosa Fässler und Bertha Schmied sind die Frauen, die diese Scheinbiographien zu ertragen haben. Sie sind ihren Sonderlingen nicht gram, auch wenn der eine Tag für Tag einen Stein »in den Berg« trägt und der andere seine Sauftouren mit dem Taxi macht, obschon die Beizen nur dreißig Meter voneinander entfernt sind.
über ihren Geschichten, die sie mal nach Rom ins Pantheon, mal nach München und mal in den fernen Aargau, mal zur Lektüre der Odyssee und mal zu Goethe führen, werden die beiden Männer alt. Der eine stirbt, obschon kein Kraut gegen ihn gewachsen war, der andere kommt ins Heim, aus dem er immer wieder ausbüchst und gerade so über die Felder geht, »als ginge er exakt auf der Luftlinie«.
Richtige Biographien haben hier aber nur die beiden Frauen, die ihr Leben leben, einfach so und ohne Vorstellungen.

108 pages, Paperback

First published January 1, 1999

23 people want to read

About the author

Peter Bichsel

87 books55 followers
Peter Bichsel was a popular Swiss writer and journalist representing modern German literature. He was a member of the Gruppe Olten.
Bichsel was born in 1935 in Lucerne, Switzerland, the son of manual labourers. Shortly after he was born, the Bichsels moved to Olten, also in Switzerland. After finishing school, he became an elementary school teacher, a job he held until 1968. From 1974 to 1981 he was the personal advisor and speech writer of Willy Ritschard, a member of the Swiss Federal Council. Between 1972 and 1989 he made his mark as a "writer in residence" and a guest lecturer at American universities. Bichsel lived on the outskirts of Solothurn for several decades.
He started publishing short lyric works in newspapers. In 1960, he got his first success in prose as a private printer. In the winter of 1963–1964, he took part in a writing course in prose taught by Walter Höllerer.
One of his first and best-known works is And Really Frau Blum Would Very Much Like to Meet the Milkman. Published only in a modest edition in 1964, the book was quickly sold out. The reason was an enthusiastic review by Marcel Reich-Ranicki. Just as successful, Children's Stories, intended for adults, is written in the form of droll tales for children. Both books were translated from German by the English poet Michael Hamburger. A theme of Bichsel's works for younger readers is the stubborn desire of children to take words literally and wreak havoc on the world of communicated ideas. In the early 1970s and 1980s, Bichsel's journalistic work pushed his literary work mainly into the background. Only Der Busant (1985) and Warten in Baden-Baden appeared again with the Bichsel style that was so familiar to German readers. Peter Bichsel gave up being a professional teacher early in his lifetime, later he continued to teach his readers that the drudgery and banality of life are of our own making. He used often a simple sentence structure 'subject-predicate-object' and was a passionate observer of Switzerland.
In 1981, he was a member of the jury at the 31st Berlin International Film Festival.
Peter Bichsel's estate is archived in the Swiss Literary Archives in Bern.

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Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for Barbara.
723 reviews27 followers
May 14, 2018
Merkwürdig. Andere würden es vielleicht originell nennen, aber letztendlich konnte ich wenig mit diesem dünnen Band anfangen. Ein paar nette Formulierungen, die Konstruktion ist erwähnenswert, aber inhaltlich nicht meins. Knappe 2 Sterne.
Profile Image for Jodi.
2,315 reviews43 followers
March 18, 2021
Ich weiss gar nicht, ob ich schon mal ein Buch von Bichsel gelesen habe. Was ich weiss, ist, dass wir damals in der Schule eine Geschichte von ihm gelesen haben. Aber wenn 15-Jährige einen Text über einen 65 Jahre alten Pensionär lesen, dann kommt das nicht gut. Wahrscheinlich habe ich Bichsel daher fast 20 Jahre lang gemeidet...

Aber dann ergab es sich einfach so, dass ich zu diesem Buch kam. Manchmal nimmt das Leseschicksal einen komischen Verlauf. Ich war darauf gefasst, die Geschichte fürchterlich zu finden, bin ich doch jahrelang mit der Meinung herumgelaufen, dieser Autor sei nichts für mich.

Ob er wirklich etwas für mich ist, kann ich nach einem Werk natürlich noch nicht beurteilen, aber auf jeden Fall kann ich aussagen, dass mir dieses Buch sehr zugesagt hat. Als ich damit anfing, hatte ich keine Ahnung, worum es überhaupt geht. Ich begann einfach zu lesen.

Und es dauerte nicht lange, bis mich die Handlung völlig im Griff hatte. Und das, obwohl eigentlich nicht viel passiert. Eigentlich gar nichts Grosses. Es wird vom Leben des Cherubin Hammer erzählt. Der funktioniert zwar ein bisschen anders als der Durchschnittsbürger, aber ist eigentlich ein fast unscheinbarer Geselle.

Dennoch nimmt Cherubin einen sofort für sich ein. Man ist sofort drin in dieser Erzählsprache, die uns davon berichtet, wie Cherubin täglich einen Stein auf den Berg trägt. Weshalb? Keine Ahnung. Er tut es einfach. Wie er eine Familie gründet. Einfach, weil es halt passiert. Cherubin ist sehr passiv, ruhig, zurückhaltend.

Aber da gibt es eben noch einen anderen Cherubin. Jener, aus den Fussnoten. Ein lauter, extrovertierter Typ, der lachend durch die Bars streift und auch schon mal im Gefängnis landet. Welcher ist der echte, der wahre Cherubin? Wer weiss. Wahrscheinlich beide. Oder keiner.

Auf jeden Fall hat mich dieses Buch in sich hineingezogen, fasziniert und meine Vorurteile völlig über den Haufen geschmissen. Scheinbar bin ich nun alt genug, um Peter Bichsel nicht nur zu lesen, sondern auch zu schätzen.

Mal sehen, wann ich ein weiteres Werk von ihm Schicksal zugeschaufelt bekomme, und was ich dann darüber denken werde. Ich bin gespannt und neugierig. Erzwingen will ich nichts, genauso wie die Lektüre von Cherubin nicht erzwungen war, sondern dann auf mich zukam, als es an der Zeit war.
Profile Image for Mimonni.
444 reviews29 followers
April 10, 2018
un libro originale soprattutto nella sua costruzione letteraria.
i due lati della vita di questo personaggio sviluppati attraverso la narrazione chiamiamola "primaria" e le note a piè pagina che invece sono aneddoti dell'altro lato della vita del medesimo.

si legge in un attimo anche se i continui rimandi mi facevano a volte un po' "perdere il filo".
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