Annalisa Hartmann startete ihr literarisches Projekt «rauschen neu entziffern» mitten in der Coronazeit. Es verbindet Stimmen von Frauen aus Deutschland, Rumänien, Schweiz, Russland, Spanien und der Türkei. Gemeinsam haben sie etwas Bleibendes erschaffen in einer Zeit der Begrenzung und Unsicherheit.
Die literarischen Stimmen antworten sich gegenseitig, gehen um die Welt, frei. Die Hauptstimme ist dabei roter Faden und erzählerischer Charakter. Die Leser:innen erfahren ihre Träume und Unsicherheiten – und begleiten sie auf der Suche nach einer neuen Lebensform.
«Ich glaube daran, dass in der künstlerischen Begegnung viel Kraft liegt. Kunst leuchtet in der Dämmerung. Und sie ist eine wichtige Zeitzeugin. Lassen Sie uns nicht vergessen oder verschweigen, was vor unseren eigenen Augen geschehen ist.» Annalisa Hartmann
Die Erzählungen von Annalisa Hartmann sind auf verschiedene Weisen wunderschön, schmerzhaft und persönlich. Während des Lesens hielt ich immer mal wieder inne, da ich mich in dieser Situation so wiederfand oder sie mich so berührt hatte. Das Buch dient nicht einfach als Unterhaltungsliteratur, sondern regt Gedanken an und lädt zu Diskussionen ein. Der Schreibstil, welcher immer wieder von Lyrik begleitet wird, widerspiegelt die verschiedenen Emotionen und Erlebnisse und auch Textstellen auf Rätoromanisch bieten den Erzählungen eine weitere Tiefe.
Empfehlen kann ich das Buch natürlich allen, aber vor allem all denjenigen, die Poesie lesen möchten und sich in Emotionen und Erlebnissen wiederfinden. Eine wunderschöne Sammlung an Texten, Geschichten und Erlebnissen, welche für eine einzigartige Kombination sorgt.