In einem Satz: Man kann und sollte das Alter als Lebensphase nicht wegtherapieren, wie es die modernen westlichen Hochgeschwindigkeitsgesellschaften versuchen, die Folge wäre Entwürdigung, Vereinsamung und Erfahrungsverlust.
Brenner plädiert in seinem an Perspektiven (soziologisch, psychologisch, leibphänomenologisch, philosophisch) auf das Alter & Altern reichen Buch dafür, die letzte Lebensphase des Menschen als besondere Seinsweise zu würdigen. Denn dem dritten und vierten Alter komme mit Blick auf den Erfahrungsschatz und die sich unweigerlich verändernde körperliche und geistige Konstitution eine gestalterische Bedeutung zu, die immanent wichtig ist für den Abschluss des eigenen Lebens.
Mit diesem Buch entwirft Brenner für alle Altersgruppen eine wertschätzende Kulturpraxis des bewussten Alterns in Form einer Ermutigung der Alten einen Neuentwurf des Selbstkonzepts zu wagen (entgegen der Anti-Aging-Kultur) und einer Mahnung an die Jungen, das Alter nicht mit dem Effizienzmaß der Jugend zu messen und als defizitär zu entwerten.
Zitat: "Je älter ein Mensch wird, je mehr er sich in die Zeit eingelebt hat, umso mehr erlebt er sich als derjenige, der sich zu dieser Zeit verhält, dadurch, dass er sie sowohl verinnerlicht als auch veräußerlicht hat, - letzteres ist nur ein anderes Wort für Gestalt geben." (59)