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Schuld
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Anne | 25 comments Die erste Geschichte habe ich gelesen. Mir gefällt der Schreibstil. Ich finde, dadurch das vieles nur kurz nüchtern und sachlich erwähnt wird, läuft das Kopfkino viel ausführlicher (und schrecklicher) als wenn alles bis ins Detail beschrieben worden wäre.

Ich weiß nicht, warum Schirach Strafverteidiger werden wollte, aber nach so einem ersten Fall wäre ich wohl ziemlich ins Grübeln über meine Berufswahl und auch über das Rechtssystem gekommen.
Schon blöd, dass es keine verwertbaren Beweise mehr gibt und der Anrufer nicht identifiziert worden ist.

Aber was hat denn eigentlich die Männer veranlasst, über das Mädchen herzufallen? Wie fängt sowas an? Einer reißt einen blöden Spruch und dann puschen die sich gegenseitig hoch, alkoholumnebelt wie die sind?


Claudia Ich stimme dir zu: Die nüchterne Art zu erzählen lässt alles noch viel schlimmer wirken. Wobei wirken wohl falsch ist. Denn es ist ja schlimm.

Das habe ich mich auch gefragt: Sie ist hingefallen, das Bier ergoss sich über sie und dann? Hat ihr keiner auf geholfen? Sind direkt alle über sie hergefallen? Haben sie sowas vielleicht schon öfter gemacht - sodass sie sich nur noch ein Zeichen geben brauchten? Oder hab ich hier einen Denkfehler?


Birgit | 534 comments Ich hab die Geschichte gestern noch im Bett gelesen. Also das sind auf keinen Fall Gute-Nacht-Geschichten!

Der Schreibstil gefällt mir auch sehr gut, wie ihr schon gemeint habt, er ist passend.

Beim Lesen der Geschichte hab ich mich an etwas erinnert was ich mal wo gelesen habe: "Alkohol ändert dein Verhalten, nicht deine Prinzipien."
Das macht mit ein bisschen Angst, dass all diese Männer im Prinzip dazu bereit wären (auch nüchtern) und durch den Alkohol verschwimmen eben die Grenzen und sie halten sich nicht mehr zurück... Ich wette es gäbe jetzt viele die sagen nicht alle Männer sind so, aber hier war es ja echt eine traurige Bilanz, dass nur einer nicht mitgemacht hat und die Polizei gerufen hat!

Was mir die Geschichte gezeigt hat ist, dass ich auf keinen Fall Verteidiger werden möchte. Einfach die Idee jemanden zu verteidigen der so etwas gemacht hat. Ich denke deshalb wollte er auch nicht wissen ob sein Mandant jetzt wirklich mitgemacht hat oder nicht. Das macht es vermutlich einfacher... Aber mich für so einen Mensch (Mensch ist hier ein bisschen schwer, denn ihre Taten waren nicht wirklich menschlich) einsetzen, das könnte ich nie!

Ich denke durch den einen Unschuldigen ist der Fall auch für das Rechtsystem schwer. Natürlich ist es für das Opfer eine Qual ihre Peiniger ungestraft davon kommen zu sehen, aber es wäre genauso nicht ok einen Unschuldigen, der ihr in gewisser Weise geholfen hat, dafür gerade stehen zu lassen...


Alexandra | 84 comments Der Schreibstil gefällt mir gut. Durch den nüchternen Erzählstil wurde die Geschichte noch lebendiger.


Dodo (iwtumn) | 74 comments Ich versteh nicht ganz warum der, der die Polizei gerufen hat nicht den Mund aufgemacht hat. Mal angenommen die Strategie der Verteidigung wäre nicht aufgegangen, dann würde der ja auch einsitzen. Mal davon abgesehen, dass ich persönlich nicht wollen würde, dass 8 Vergewaltiger frei herumlaufen nur weil ich nichts gesagt hab.


Birgit | 534 comments Da ist natürlich die Frage ob das naträglich, dann noch so einfach geht. Da könnte ja jeder der 8 sagen, dass sie angerufen haben...


Dodo (iwtumn) | 74 comments Das ist zwar wahr, trotzdem finde ich es ein bisschen abartig, dass der Anrufer es anscheinend so drauf ankommen lassen würde.


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