Der "Erwachsenen-Buchklub" discussion

Krieg und Frieden.
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message 1: by Birgit (last edited Jul 31, 2018 05:40AM) (new) - added it

Birgit | 534 comments Vor dem Hintergrund der russisch-napoleonischen Kriege erzählt 'Krieg und Frieden' in wahrhaft meisterlicher Manier die Geschichte dreier Familien, deren Schicksale eng miteinander verwoben sind. Der Roman, 1863 - 69 entstanden, ist ein Meilenstein der russischen Literatur und trug seinem Autor Leo Tolstoi Weltgeltung ein. Furios sind die Schilderungen der blutigen Schlachten bei Austerlitz und Borodino, präzise und einfühlsam die Zeichnungen der Charaktere - ein Meisterwerk, das bis heute nur selten seinesgleichen fand.

August 2018

Teilnehmer:
Saskia
Peter
Jana
Nina


message 2: by Saskia (new)

Saskia (yoshi94) Ich bin jetzt einfach mal mutig und werde zumindest mal rein lesen um gucken ob ich nicht doch mega die Lust drauf bekomme :D


Peter (slawophilist) Ich habe unabhängig von dieser Gruppe schon vor einigen Wochen begonnen "Krieg und Frieden" in der neuen Übersetzung von Barbara Conrad zu lesen. Vor einigen Tagen habe ich den zweiten Band (beginnt mit dem dritten Buch) begonnen. Ich freue mich darauf meine Eindrücke mit der Gruppe zu diskutieren.


message 4: by Jana (new) - added it

Jana (ahoiprause) | 78 comments Hey! Ich bin dabei, hab mir gerade am Samstag die von mir schon lang heiß ersehnte Hanser-Ausgabe von Krieg und Frieden gegönnt, auch in der neuen Conrad-Übersetzung. Ich denke ich lese heute mein aktuelles Buch zu Ende und starte dann mit Krieg und Frieden. Ich bin aber ehrlich gesagt nicht sicher, ob ich das in einem Monat schaffe :D


Nina Ich werde es auf jeden Fall versuchen. Ich glaube, dass mich bei solch einem Buch die Gruppendiskussion doch sehr motivieren könnte dran zu bleiben. Aber im August schaff ich dass komplette Buch nie im Leben. Finde ich aber auch nicht weiter tragisch, sondern bei solch einem Monstrum als akzeptabel.


message 6: by Saskia (new)

Saskia (yoshi94) Ich denke mal wir werden uns schon irgendwie auf ein Tempo einpendeln und dann so lange lesen wie wir eben brauchen :)


Peter (slawophilist) Jana wrote: "... heiß ersehnte Hanser-Ausgabe von Krieg und Frieden gegönnt, auch in der neuen Conrad-Übersetzung ..."

Angeblich ist diese Übersetzung dem Original näher als die traditionelle von Hermann Röhl. Mir haben auch die historischen Erläuterungen gut gefallen. Die Tatsache, dass die umfangreichen französischen Passagen im Text belassen und nur in Fußnoten übersetzt sind, ist nicht jedermanns Sache, aber mir liegt es.


message 8: by Jana (new) - added it

Jana (ahoiprause) | 78 comments Peter wrote: "Angeblich ist diese Übersetzung dem Original näher als die traditionelle von ..."

Ja, das hab ich auch schon gelesen, wobei manch einer sie gerade deshalb wohl als sperriger empfindet.
Ich wollte unbedingt diese Ausgabe, weil sie nicht so massiv ist, ich lese nämlich gern mal unterwegs und da will ich nicht immer so einen Klotz rumschleppen. Und ich muss sagen, in Leinen gebunden ist halt schon ganz nett.

Ich fange heute an zu lesen, bin schon gespannt.


message 9: by Jana (new) - added it

Jana (ahoiprause) | 78 comments Hello, ich bin jetzt bei 6% (yaaaay) und dachte ich Berichte mal von meinem Leseerlebnis. Also, erstmal hab ich ein paar Fragen, die vielleicht jemand von euch beantworten kann (?).

In welchem Verwandtschaftsverhältnis stehen Fürst Wassili und der Graf Besúchow?
Wie genau passt Anna Micháilowna da rein?
Weiß jemand vielleicht, wie valide Tolstois Beschreibungen der russischen High Society damals sind?

Ansonsten: ich bin hellauf begeistert. Nachdem ich meine Anlaufschwierigkeiten überwunden habe, bin ich jetzt voll drin. Erstmal hat es ganz schön gedauert, bis ich die vielen Charaktere und deren familiäre Zugehörigkeit drauf hatte und sie dann auch trotz ihrer zahllosen Namen erkannt habe, aber mittlerweile klappt es ganz gut.
Das Französisch hat meinen Lesefluss am Anfang sehr gehemmt, mittlerweile geht's. Dennoch hätte man meiner Meinung nach eher das Original in den Fußnoten platzieren sollen, nicht die Übersetzung.
Ich finde, wenn man dran bleibt und lange genug liest, entsteht fast ein Sog, der einen durch die Geschichte zieht. Story-mäßig ist das ganze ja eigentlich kein richtiger page-turner, aber es liest sich so flüssig, dass man irgendwie nicht aufhören mag. Ich hab echt gedacht (anhand von vielen Rezensionen, die ich schon gelesen habe), dass die Lektüre "mehr Arbeit" sein würde.


Peter (slawophilist) Jana wrote: "...In welchem Verwandtschaftsverhältnis stehen Fürst Wassili und der Graf Besúchow?
Wie genau passt Anna Micháilowna da rein?..."


Das liegt bei mir zwar etwas tausend Seiten und 2,5 Monate zurück. Ich glaube mich aber zu errinnern, dass Fürst Wassili zwar nicht mit dem alten Grafen Besuchow verwandt ist, aber Einfluss auf seine Töchter hat. Anna Michailownas Sohn Boris ist, denke ich, der Patensohn von Fürst Wassili. Sie ist grollt ihm aber, weil er ihrem Sohn keinen Posten bei der Garde verschafft hat.

Was das Leseerlebnis angeht, ging und geht es mir ähnlich. Nachdem "Krieg und Frieden" jahrzehntelang drohend im Bücherschrank meiner Eltern gestanden hat, habe ich mich vor einiger Zeit dank Goodreads meinen Mut zusammengenommen und war, ähnlich wie Du, verblüfft, wie flüssig es sich liest - selbst die Schlachtengemälde.


message 11: by Nina (new) - rated it 2 stars

Nina Also der "Frieden-Teil" lief bei mir auch sehr gut, aber sobald es mit dem Krieg direkt losging fand ich es schon schwierig dranzu bleiben. Ich hab daher jetzt auch ein ppar Tage Pause von dem Buch gemacht und stürze mich jetzt hoffentlich mit neuem Elan drauf.
Ich hatte bisher aber nicht den Eindruck dass die Verwandschasftsverhältnisse und Beziehungen zwischen den Personen so furchtbar wichtig sind.
Allerdings hab ich mir das ganze auch noch schlimmer (mehr Personen und irgendwie verwirrender) vorgestellt, nachdem ja so viele davon berichten.


message 12: by Jana (new) - added it

Jana (ahoiprause) | 78 comments Nina wrote: "Also der "Frieden-Teil" lief bei mir auch sehr gut, aber sobald es mit dem Krieg direkt losging fand ich es schon schwierig dranzu bleiben. Ich hab daher jetzt auch ein ppar Tage Pause von dem Buch..."

Ich bin auch gerade bim Krieg angelangt und musste erstmal aufhören. Finde den Teil auch eher anstrengend.
Mit den Personen bin ich extrem genau, ist so ne Macke von mir.

Hab übrigens mal ein bisschen Tolstoi recherchiert, der war selbst adelig und da find ich seine schilderungen der High Society direkt noch interessanter.


message 13: by Peter (last edited Aug 24, 2018 02:57PM) (new) - rated it 5 stars

Peter (slawophilist) Extremsituationen wie in einer Schlacht bringen bei Menschen den wahren Charakter zu Tage. Mich hat an der Schilderung der Schlachten von Austerlitz und Hollabrunn/Schöngrabern vorallem erschreckt, mit welcher Menschenverachtung die Offiziere agieren und auch dann meist noch ihr eigenes Ansehen im Blick haben. Die Verklärung der Kriegserlebnisse von Nikolaj Rostow werfen zudem ein Licht auf die Realitätsferne, mit der der Krieg von den Zivilisten gesehen wird. Um selbst nicht in diese Falle zu treten habe ich parallel den autobiographischen Bericht Mit der großen Armee 1812 eines westfälischen Offiziers gelesen. Ein kleines Bändchen, das aber sehr eindringlich das Leid insbesondere auf dem Rückzug schildert.

Für mich ist die stärkste Szene in dieser Passage wenn Nikolaj dem Kaiser auf einsamer Feld begegnet. ihn als einfachen, zögernden Menschen erlebt und so von seinem Fanatismus geheilt wird.


Peter (slawophilist) Eine der ersten und zugleich besten Graphiken stellt Napoleons Russland-Feldzug dar. Braucht man da noch Worte um das Ausmaß der Katastrophe zu beschreiben?

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message 15: by Nina (new) - rated it 2 stars

Nina Also ich hab das Buch gestern beendet und bin leider nicht so begeistert wie ich es gerne wäre.
Mich würde aber mal interessieren wem von euch die Sprache gefallen hat. Dass kann natürlich an meiner Übersetzung liegen aber ich fand sie nicht besonders bis leicht nervig.
Was ich mich auch frage ist, welchen Mehrwert die Menge an handelnden Personen gebracht hat. Mir keinen wirklichen. Ich hätte den Einfluss des Krieges auf die Charaktere besser einschätzen können, wenn es weniger aber dafür intensiver verfolgte Personen gegeben hätte.
Aber vielleicht war das ja gar nicht der Zweck des Romans?
Was ich aber daraus gelernt habe ist folgendes:
1. Ich mag keine Kriegs-Berichte. Ich könnte euch nach Beendigung des Buches nur unter Schwierigkeiten den Sieger und bestimmt nicht den Grund für den Kriegsausgang mitteilen. Möglich dass Lesen zu unkonzentriert war, aber das ist einfach absolut nix für mich.

2. Ich hab bisher keine Bücher über Russland oder den russischen Adel gelesen. Das würde ich schon gerne ändern, da mir diese Teile doch sehr zusagten.

Bin gespannt wie ihr das ganze so empfindet.


Peter (slawophilist) Nina wrote: "Also ich hab das Buch gestern beendet und bin leider nicht so begeistert wie ich es gerne wäre.
Mich würde aber mal interessieren wem von euch die Sprache gefallen hat. ..."


Welche Übersetzung hast Du denn gelesen. Ich habe mir die von Barbara Conrad ausgeliehen. Nicht nur ist die Sprache sehr flüssig aber doch zeitgemäß, auch kann ich mir nicht vorstellen das Geschehen richtig zur verstehen ohne die umfangreichen Erläuterungen im Anhang. Das schließt geschichtliche Erklärungen, solche zu russischen Eigenarten und handelnde Personen (fiktive wie reale).

So ein umfangreiches Werk hat zwangsweise mehrere Leitthemen. Der Krieg ist für mich eher der Hintergrund, der die Menschen zwingt ihre Fassade abzulegen und sich existentiellen Fragen zu stellen. Andererseits hatte Tolstoi aber sicher auch die Absicht der unkrititschen Heldenverehrung Kutusows, Zar Alexanders und Napoleons eine ambivalentere Sicht entgegenzustellen.


message 17: by Nina (new) - rated it 2 stars

Nina Peter wrote: "Nina wrote: "Also ich hab das Buch gestern beendet und bin leider nicht so begeistert wie ich es gerne wäre.
Mich würde aber mal interessieren wem von euch die Sprache gefallen hat. ..."

Welche Üb..."

Ich hab das ganze als Ebook gelesen, kann aber spontan keinen Übersetzer finden.
Erläuterungen gab es allerdings keine und die hätten mir bestimmt weiter geholfen.
Bei der Sprache kann es aber auch gut sein, dass mich das "zeitlich akurate" gestörrt hat, da ich es eben nicht gvewohnt bin. Schrecklich fand ich die Sprache auch nicht und wirklich recht flüßig zu lesen.
Da ich aktuell auch "Vom Winde verweht" lese, habe ich die beiden Bücher definitv viel verglichen und hier fehlen eben die detailierten Beschreibungen von Schlachten (auf die ich gern verzichten kann) und es geht mehr um die Menschen (also hauiptsächlich um Scarlett aber ich kann mir das Buch auch aus mehreren Perspektiven gut vorstellen). Der Blick hinter die Fassaden war auch genau das, was mir bei Krieg und Frieden am Besten gefallen hat (nur mit Peter konnte ich einfach nix anfangen).


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