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message 1: by Laura (new)

Laura Bousquet (enya31) | 25 comments Hallo zusammen!
Zuerst tut es mir Leid, ich bin nicht Deutsche, aber ich wohne in Deutschland seit September, und ich möchte mit euch sprechen, davon ich sehe. Also Entschuldigung für die Fehler!

Als ich in Deutschland angekommen bin, wusste ich nicht, wie das Verhalten zu den Frauen war. Ich war davon sehr überzeugt, dass die deutschen Männer so respektvoll sind. Nie habe ich etwas Grausames von einem deutschen Mann gehört. Jedoch kann ich jeden Tag sehe, dass es einen Unterschied zwischen den Deutschen ohne Migrationshintergrund und denen mit (ist mein Satz richtig?) gibt. Nur ein Beispiel: ich arbeite in einem Gymnasium, dessen meiste Schüler Migrationshintergrund haben. Jeden Tag nach der letzten Stunde müssen einige Schüler den Klassenraum aufräumen. Dazu gehört bestreichen. Am letzten Donnerstag wurden 3 Jungen von einer 6. Klasse bestraft, weil ich die Klasse gestört hatten. Keiner wollte bestreichen, und sie haben gesagt, dass es ein Dienst für die Mädchen war, und dass ihre Mamas es zu Hause machten. Ich war sehr schockiert und konnte nicht glauben, dass es Eltern gibt, die ihre Kinder so erziehen.
Ich habe auch viele Debatte mit meiner Vermieterin über das französische Erziehungsmodell (ich bin Französin). Sie ist für das deutsche Modell, und denkt, dass die Mutter zu Hause bleiben muss, während ich bin dagegen. Ihrer Ansicht nach sind die französischen Kinder ratlos.
Für alle die Deutsche hier, könnten sie mir sagen, wie es mit der Gleichberechtigung ist? Verdienen die Frauen für denselben Beruf soviel wie die Männer?


message 2: by Maren. (new)

Maren. (glitzerfee) | 0 comments Leider ist es so, dass die Frauen weniger verdienen als Männer. Ich finde es sehr traurig, dass es immer noch so ist.


message 3: by Marc (last edited Feb 27, 2016 03:42PM) (new)

Marc | 43 comments Sorry Maren aber das ist mir viel zu pauschal und so wie du es schreibst schlicht und einfach falsch.
Ich z. B. arbeite in einem Berufsfeld wo Frauen wie Männer gleich bezahlt werden für die gleiche Arbeit die Sie verrichten.
Es gibt auch in Deutschland immer noch ein großes Problem mit der Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern, ganz bestimmt. Auch in Sachen Bezahlung gibt es leider immer noch zum Teil viel zu große Differenzen aber man kann das nicht einfach alles über einen Kamm scheren dass wäre falsch.
Mittlerweile gibt es Gott sei Dank einige positive Weiterentwicklungen. (Beispiel: Frauenquote in Großkonzernen. Kleiner Schritt aber immerhin ein Anfang).

Zum Thema von Bou:
Was die Erziehung angeht sind wir leider weit davon entfernt Gleichberechtigung zu erreichen. Leider wird heutzutage immer noch zu oft die (angebliche) Musterfamilie den Kindern "beigebracht". Frauen sollen/müssen zuhause bleiben. Männer sollen/müssen Geld verdienen.
Ich hoffe dass wir mit der jetzigen Generation und den folgenden den Wandel weiter voran bringen und wir mehr und mehr unseren Kinder das wirkliche Weltbild vermitteln und die "alte Musterfamilie" langsam anstauben lassen.
Ich hatte bereits das Glück das meine Eltern dieses Familienbild nicht unterstützt haben und uns beigebracht haben das Frauen und Männer gleichberechtigt sind. Aber das ist warscheinlich noch eher selten der Fall und ich hoffe inständig das sich dass in den nächsten Jahren/Jahrzehnten ändert!

Gruß Marc


message 4: by Heide (new)

Heide | 135 comments Was mich wütend und traurig macht ist, wie sehr rape culture in der deutschen Gesellschaft verankert ist (kulturell und gesetzlich!) https://www.frauen-gegen-gewalt.de/ve...


message 5: by Laura (last edited Oct 29, 2017 10:33AM) (new)

Laura Bousquet (enya31) | 25 comments Dieser Text ist sehr interessant Heide, danke schön! In dem lese ich, dass es die Zahl der Vergewaltigungen von dem Bundesland abhängt. Wieso kann es so sein? Gibt es gefährlichere Bundesländer?
Ich wohne im Norden, und ich fühle mich hier in Sicherheit...


message 6: by Heide (last edited Feb 29, 2016 05:05AM) (new)

Heide | 135 comments Das weiß ich nicht. Nein, in dem Text geht es ja nicht um die Anzahl der Taten, sondern um die Anzahl der Verurteilungen. Dass sie so stark variiert, ist eher ein Hinweis darauf, dass die Auslegung der "schutzlosen Lage" ziemlich willkürlich ist. Die Definition von Vergewaltigung und das zugrundeliegende Denkmuster sind total veraltet. Es lässt völlig außer Acht wie manipulativ Täter vorgehen. Es nimmt die Täter in Schutz und erleichtert ihnen die Tat. Da sind uns Großbritannien und andere Ländern einen riesen Schritt voraus. Hier in der Gruppe gibt es auch eine Diskussion dazu mit sehr hilfreichen Links. https://www.goodreads.com/topic/show/... Denn es gibt eine ganz einfach Definition von Missbrauch (nicht eine die die ganze Verantwortung den Opfern anlastet): Jeder sexuelle Kontakt, der ohne die Zustimmung einer beteiligten Person erfolgt, ist Missbrauch. Die Zustimmung muss aus freien Stücken erteilt werden. Wenn der Täter sich die Einwilligung nicht einholt, ist es seine Schuld. Und nicht wie es bisher ist: wenn das Opfer sich nicht ausreichend wehrt (obwohl es damit vielleicht sein eigenes Leben in Gefahr bringt), kann der Täter nicht verurteilt werden, auch wenn man beweisen kann, dass „sexuelle Handlungen gegen den Willen der Person durchgeführt wurden“. Und das liegt daran, dass das Gesetz so scheiße ist! Zustimmung sollte vor jeder körperlichen Nähe eingeholt werden, nicht nur beim Sex. Und das muss man Kindern im Sexualkundeunterricht und generell in der Erziehung beibringen. Denn körperlicher Autonomie ist das aller wichtigste!!


message 7: by Laura (new)

Laura Bousquet (enya31) | 25 comments Ehrlich gesagt, bin ich sehr überrascht, weil ich dachte, dass Deutschland den Frauen ein sicheres Klima angeboten...
Hat jemand so versucht, dieses Gesetz zu verändern?


message 8: by Marina (new)

Marina | 7 comments Hallo!
Ich wollte meine Sichtweise mit euch teilen :)
Ich gehe in die gymnasiale Oberstufe eines Berufskollegs und finde, dass zumindest an meiner Schule uns definitiv bewusst gemacht wird, dass die traditionelle Rollenverteilung längst überholt ist. Sowohl in Fächern wie Englisch als auch in Gesellschaftslehre und Pädagogik haben wir darüber gesprochen, dass Frauen auch führende Positionen übernehmen können und sollten und dies auch für die Entwicklung der Unternehmen von Vorteil ist.
Außerdem wurden wir darauf aufmerksam gemacht, wo in Deutschland immernoch keine Gleichberechtigung erlangt ist.
Für den Pädagogik-LK an meiner Schule ist die Gender-Problematik sogar als neues abiturrelevantes Thema eingeführt worden.
Ich würde also sagen, dass zumindest in Berufskollegs die Gleichberechtigung angesprochen wird.
Dazu kann ich sagen, dass die Mehrheit der Mädchen in meiner Klasse plant zu studieren und Karriere zu machen.
Dass das funktionieren kann wird uns von vielen Lehrerinnen aber auch Lehrern vorgelebt, die Elternzeit nehmen, um für ihre Kinder da zu sein.

Meiner Meinung nach müsste an Schulen jedoch viel mehr die Initiative zum Einsatz und das Bewusstsein für die Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen geweckt werden. Wir sollten sensibilisiert werden für unsere Rechte, damit wir sie in jeder Situation verteidigen können und sie nicht erst bewusst wahrnehmen, wenn es zu Vorfällen wie in Köln kommt.
Auch die Existenz von Solidaritätsbewegungen wie heforshe sollten in Schulen aufgegriffen werden, um vor allem Jugendlichen die richtigen Vorbilder an die Hand zu geben und ihnen zu zeigen, wie man für die Dinge kämpft die einem wichtig sind!


message 9: by Laura (new)

Laura Bousquet (enya31) | 25 comments Hallo Marina !
Ich stimme dir zu, die Mädchen sind sich mehr bewusst, dass sie eine Zukunft und einen wichtigen Platz in die Zukunft haben. Allerdings finde ich es schwer, in dem Gymnasium wo ich arbeite, den Jungen beizubringen, dass die Frauen nicht nur zu Hause bleiben müssen. Viele stammen von Familien, die Migrationshintergründen haben, und in denen es wahrscheinlich keine Gleichberechtigung gibt. Deshalb finde ich "He for she" so wichtig. Klar wissen die Frauen, wie wichtig Feminismus , aber es ist leider nicht bei den Männern so.


message 10: by Heide (last edited Mar 04, 2016 02:14PM) (new)

Heide | 135 comments Bou wrote: "Ehrlich gesagt, bin ich sehr überrascht, weil ich dachte, dass Deutschland den Frauen ein sicheres Klima angeboten...
Hat jemand so versucht, dieses Gesetz zu verändern?"


Das war ich auch. Deswegen haben die Frauenverbände diese Kampagne gestartet. Das Gesetz soll überarbeitet werden. Ist längst überfällig!

Aber leider ist diese Haltung, dass man den Opfern eine Mitschuld gibt, sehr weit verbreitet. https://www.frauen-gegen-gewalt.de/my... Aus diesem Grund haben auch die meisten Opfer mit Selbstzweifeln und Selbstvorwürfen zu kämpfen.

https://www.youtube.com/watch?v=HyhHY...
In dem Video erklärt Marina woher dieser Glaube kommt und wie tief verwurzelt er ist. Heute sind die Strafen zwar nicht mehr so blutig wie im Mittelalter, aber viele Denkmuster sind noch immer dieselben: Eine Frau, die viel Sex hat, sei teilweise selbst Schuld, weil sie es ja drauf anlege. Je länger eine Frau wartet um Anzeige zu erstatten, desto unglaubwürdiger sei sie. Und der Mythos, dass Frauen reihenweise Männer beschuldigen würden um sich für irgendeine Kleinigkeit zu rächen, und die Männer somit die eigentlichen Opfern wären.


message 11: by Aglaea (new)

Aglaea | 987 comments Hallo :) Ich habe die ganze Zeit mitgelesen, also jetzt ein Paar Kommentaren.

Marc hat im zweiten Paragraf so geschrieben: "Frauen sollen/müssen" und "Männer sollen/müssen". Gibt es Statistik irgendwo um wieviele Prozent der Frauen die zu Hause heutzutage bleiben anstatt einen Arbeitsplatz zu finden? Ich habe in der Schule von den Deutschen Hausfrauen gehört aber dachte sie wären schon längst im Arbeitsleben oder wie es heisst?

Und dann das letzte Ding wovon Haydée geschrieben hat (Mythos usw.), oh man macht mir so Böse :(

Entschuldigung übrigens, ich habe ziemlich viel von der das die vergessen.


message 12: by Svenia (new)

Svenia | 3 comments Marc wrote: "Sorry Maren aber das ist mir viel zu pauschal und so wie du es schreibst schlicht und einfach falsch.
Ich z. B. arbeite in einem Berufsfeld wo Frauen wie Männer gleich bezahlt werden für die gleich..."


Ich würde Marc da in einigen Punkten zustimmen. In Berufen, die durch Tarifverträge geregelt sind, gibt es meist keine Unterschiede in den Verdiensten zwischen Männern und Frauen.

Zum Thema Erziehung:
Es ist schwer die gesellschaftlichen Werte und Normen zu hinterfragen und zu überarbeiten. Das merke ich immer wieder in meiner Arbeit mit psychisch kranken Kindern und ihren Familien. Auch wenn auf nicht funktionale Verhaltensmuster hingewiesen werden (z.B. Rollenverteilung in der Familie, soziales Miteinander, Hierarchien innerhalb der Familie) ist es doch sehr schwer für die Familien diese zu verändern. Oft kommt dann auch die Frage "warum auch?". In vielen Familien gibt es noch diese klassischen Rollenverteilungen. Die meisten alleinerziehenden Elternteile sind Mütter, auch sind sie es, die die Arztgänge mit ihren Kindern erledigen, teilzeit arbeiten oder Hausfrauen sind. Meist sind die Männer die Hauptverdiener und vergleichsweise wenig involviert.
Ich denke manchmal, dass einen anderen Blickwinkel einzunehmen solche Menschen massiv überfordert und das System aus dem Gleichgewicht bringt. Und das jetzt nur bei einer Familie. Es braucht daher viel Aufklärung und Anleitung.
Ich glaube gerade deshalb ist es mühselig und träge eine ganze Nation zum Umdenken zu bewegen und kann nur in kleinen Schritten erfolgen. Aber immerhin bewegt es sich ;)

Dennoch muss ich sagen, dass ich schockiert bin, wie mit Vergewaltigung und Gewalt an Frauen umgegangen wird. Besonders erschrocken bin ich über die Argumentation, dass es nicht eindeutig sei, dass die betroffenen Frauen sich aktiv gewehrt haben und aufgrunddessen eine Klage abgewiesen wird.

Ich frage mich aber auch, müssten hier nicht auch (sexuelle) Übergriffe und Gewaltangriffe auf Männer mit aufgezeigt werden, um der Gender Equality gerecht zu werden? Dadurch, dass Gewalt gegen Männer ein ziemliches Tabuthema ist gibt es kaum Studien dazu. Ich habe aber dieses Veröffentlichung vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefunden:
http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/P...


message 13: by Susa (new)

Susa | 2 comments Zum Thema Gleichstellung in Deutschland veröffentlichte Anke Domscheit-Berg das Buch mit dem Titel "Ein bisschen gleich ist nicht genug - Warum wir von Geschlechtergerechtigkeit noch weit entfernt sind. Ein Weckruf" im letzten Jahr.
Wer Interesse hat und die Möglichkeit hat am Freitag, den 11.03.16 in Erfurt oder Eisenach ( Thüringen) zu sein, es findet eine Lesung und Diskussion mit der Autorin statt.
15 Uhr Eisenach, Goldener Löwe, Marienstraße 57
19 Uhr Erfurt, Radio F.R.E.I., Gotthardtstraße 21


message 14: by Heide (new)


message 15: by [deleted user] (new)

Huhu :)

Bisher hab ich auch immer nur still mitgelesen und wollte jetzt auch erstmals meine Meinung oder mein "Wissen" beitragen.

Zunächst zu der (für mich) am leichtesten zu beantwortenden Frage bezüglich der gerechten Bezahlung zwischen Männern und Frauen. Wie Marc schon schreibt, gibt es in Deutschland beides: gleiche und ungleiche Bezahlung. Im öffentlichen Dienst oder Gesellschaften/Firmen/etc., die nach einem öffentlich einsichtigen Tarifvertrag bezahlen sollte es üblich sein, dass Männer und Frauen das gleiche Gehalt bekommen. Natürlich ist es durchaus denkbar, dass inoffizielle Absprachen existieren könnten, die zusätzliches Gehalt ermöglichen könnten. Da es in allen Bereichen, in denen das Gehalt Verhandlungssache ist nicht üblich ist über den "Wert seiner Arbeitskraft" zu sprechen, stehen Ungleichheit bezüglich der Bezahlung natürlich generell Tür und Tor offen. Da ist auch das Gehalt der Männer nicht zwingend gleich, sondern hängt vom Verhandlungsgeschick ab. Naja und dann gibt es immer noch die teilweise(?) ungleiche Bezahlung im Ost-West-Vergleich von dem natürlich Männer und Frauen betroffen sind...

Bezüglich der Berufswahl ist es theoretisch jedem freigestellt welchen Beruf er/sie ausüben möchte. Dennoch bleibt da immer noch das gesellschaftliche Ansehen und natürlich auch die Bereitwilligkeit eines Arbeitgebers die betreffende Person einzustellen, die vielleicht nicht ins "Berufsklischee" passt (also bspw. der männliche Kindergärtner und die weibliche Ingenieurin oder was euch noch so einfällt).

Erziehung ist so ein Ding für sich. Es gibt die eher konservativen Familien mit dem klassischen Rollenverständnis mit allem was dazugehört (Hausfrau und arbeitender Mann, Mann > Frau etc.) und dann gibt es die Familien in denen durchaus auch der Vater zu Hause bleibt oder Elternzeit nimmt und Mann und Frau gleichberechtigt sind. Allerdings glaube ich, dass der zweite Familientyp erst langsam zunimmt und es auch nicht immer leicht hat (nach Aussagen von Vätern in Eltern- und Teilzeit, bei denen die Frau auch noch mehr verdient als er). Dazu muss ich sagen, dass eine Frau ohne Kinderwunsch mit fast 30 auch ordentlich aneckt, "weil das ja nicht weiblich ist" und "Frau ja irgendwann Kinder haben wollen muss". Also ja, die klassischen Strukturen sind immer noch da, aber sie werden ganz langsam aufgeweicht. Betrachtet man allerdings bspw. das Fernsehprogamm, dann wundert es mich nicht, dass das wirklich nur langsam voranschreitet, denn immerhin werden in den Medien ohne Ende Klischees gefördert... Was natürlich auch einer gewissen Erziehung entspricht.
Aus meiner Schulzeit kann ich leider nichts beisteuern, ausser, dass wir zwei Mädchen im Physik-Technik-Wahlpflichtkurs gleichberechtigt behandelt wurden. Im übrigen genau wie an der Uni im IT-Studium (obwohl ich da Anfangs Sorge hatte).

Ob Deutschland für Frauen sicher ist? - Es ist sicherlich sicherer als einige andere Länder, aber es gibt immer noch deutlich Spielraum nach oben.
Die zuvor angesprochenen Gesetze bzgl. Vergewaltigungen oder anderer sexueller Übergriffe zeigen, dass es rechtlich immer noch eine Verharmlosung und damit meiner Meinung nach eine stillschweigende "Billigung" solcher Straftaten gibt. Das gleiche gilt auch bei Sexualstraftaten gegenüber Kindern. Solange Eigentumsdelikte härter geahndet werden als sexuelle Übergriffe jeglicher Art, dann läuft irgendetwas gewaltig schief. Und ja, wie zuvor schon angesprochen, dies betrifft Männer und Frauen! Ganz klar. Es muss für jeden ohne Angst, Scham oder ähnlichem, möglich sein, eine solche Straftat öffentlich zu machen/anzuzeigen, ohne dass er/sie als Opfer beweisen muss, dass er/sie alles getan hat, um sich zu wehren und ohne das er/sie zu Unrecht vorgeworfen bekommt, dass er/sie die Tat provoziert hätte (durch Kleidung, Verhalten, was weiß ich).


message 16: by MeerderWörter (new)

MeerderWörter | 2388 comments @Susa: Weißt du die Frequenz von Radio F.R.E.I.? Vielleicht können es dann viel mehr Leute hören...


message 17: by Susa (new)

Susa | 2 comments @MeerderWörter: hab gerade nochmal nachgeschaut, es gibt leider keinen Hinweis darauf, ob die Veranstaltung gesendet wird. ich nehme deshalb an, dass die Lesung und Diskussion vor Ort stattfindet. Die Frequenz wäre aber 96,2 und 107,9.

Weitere Informationen gibt es hier:
http://www.fes-thueringen.de/veransta...


message 18: by MeerderWörter (new)

MeerderWörter | 2388 comments Danke, dann können wir's ja probieren.


message 19: by Heide (new)

Heide | 135 comments Super guter, wichtiger Artikel: http://i-d.vice.com/de_de/article/die...

Ich finde wir haben zu wenige deutschsprachige, feministische Vorbilder. Internationale Vorbilder gibt es genügend: Emma Watson, Malala, Beyoncé etc. Wenn ich an deutsche Feminist*innen denke, fällt mir fast niemand ein (außer Alice Schwarzer). Ich finde das sollte sich ändern. Wen kennt ihr, der*die Feminismus in Deutschland eine Stimme gibt? Vielleicht welche die etwas jünger und cooler sind ;-D

Ich kenne:
Hengameh (aus dem Artikel oben) http://queervanity.com/
woanders habe ich auch schon empfohlen
Tarik https://www.youtube.com/channel/UCIGK...
und Kübra http://ein-fremdwoerterbuch.com/

an feministischen Organisationen kenne ich:
Wer braucht Feminismus http://werbrauchtfeminismus.de/
Pinkstinks https://pinkstinks.de/

Wen kennt ihr noch?


message 20: by MeerderWörter (new)

MeerderWörter | 2388 comments Ich kenne niemanden, und das ist echt schade. Ich kenne schon Feminist*Innen, aber die sind jetzt eher aus meinem Freundeskreis oder familiären Umkreis. Und auch "nur" unbeabsichtigt. Ich liebe es, wenn Emma in ihrer Rede von den "inadvertent feminists" redet. "Maybe, you are one of those inadvertent feminists that I spoke of earlier."

Ich kenne gar keinen aus dem deutschsprachigem Raum, insofern bin ich dankbar für deine Links, ich werde mir die mal zu Gemüte führen.


message 21: by [deleted user] (new)

Hi, es gibt eine neue Zeitschrift 'Libertine' (http://libertine-mag.com/), die auch ausführliche Frauen*portraits über mehrere Ausgaben hinweg zeigt. Ich hab beim warten auf die Bahn die erste Zeitschrift gekauft und finde sie super, weil man neben Musiker*innen auch Regisseur*innen, Autor*innen, DJanes*! usw. kennenlernt. Vielleicht findet ihr da ja auch ein paar Interessante Feminist*innen für euch.

Auch beim feminismus101 kann man viele tolle Feminist*innen finden. Was ich besonders mag ist FrauTV, wirkt zwar etwas angestaubt und manchmal ein wenig altbacken, aber ich mags trotzdem =)

EditionF ist auch ein tolles Magazin mit tollen Frauen*. https://www.facebook.com/EDITIONF/

Als tollen Familien/Väter-blog kann ich Daddylicious empfehlen, die schreiben auch für den Stern: http://www.daddylicious.de/
Auch wen die sich selbst vielleicht nicht als Feministen* bezeichnen, transportieren sie eine tolle Perpektive!

Vielleicht findest du ja was, MeerderWörter =)


message 22: by [deleted user] (new)

Übrigens, Alice Schwarzer finde ich auch ganz furchtbar. Ich habe das Gefühl, es gibt ihre Welt nur binär.


message 23: by [deleted user] (new)

Danke fuer die ganzen Empfehlungen Haydée und Sunny. Ich hab bis jetzt nur oefters etwas von Tarik gehoert, aber auch nur hier auf den OSS und nicht ausserhalb vom Internet.


Sunny wrote: "Übrigens, Alice Schwarzer finde ich auch ganz furchtbar. Ich habe das Gefühl, es gibt ihre Welt nur binär."

Alice Schwarzer find ich auch sehr Islamophob. Ich glaub sie ist eine der Gruender, wieso ich viele Probleme habe mich selbst als Feministin zu bezeichnen, da ich mir unter den Wort oefters an sie oder an Femen denken muss. Aber durch das OSS aendert sich langsam meine Definition von Feminismus.


message 24: by Ines (new)

Ines (InesKatja) | 77 comments Ich habe sehr lange in den USA gelebt und dort auch meine Familie gegründet. Ich muss zugeben, dass ich die Deutschen generall für mehr sexistisch halte als ich es in meiner Region in den USA erlebt habe.

Der Ton, der hier von Männern den Frauen gegenüber hervorgebracht wird ist furchtbar. Es gibt auch deutlich weniger vollzeit berufstätige Frauen or Frauen im Management als ich es von den USA her kenne.

Laut meinen Freundinnen soll ich sich viel positiv geändert haben. Ich sehe das aber überhaupt nicht. Ich bin 2003 in die USA gezogen und 2015 zurück gekommen. Und ich muss sagen, dass wesentlich weniger junge Frauen mir bei der Arbeit begegnen, die ehrgeizig sind und auch daran glauben, dass Männer 50% im Haushalt mithelfen sollten. Ich sehe eher Frauen, die einplanen, irgendwann halbtags zu arbeiten.

Ich gebe zu, dies mag meine doch sehr männerdominierte Branche sein, aber der fehlende Fortschritt in den letzten Jahren fällt mir dann doch deutlich auf.


message 25: by [deleted user] (new)

Zu weiteren feministischen "Vorbildern" hätte ich von meinem etwas jüngeren Standpunkt aus noch die Youtuberin Luna Darko (bzw. "kitthey"). Die macht sich nicht nur aber auch für feministische Themen stark und hat gerade auch wieder ein sehr bestärkendes Video hochgeladen. Sie finde ich vor allem sehr wichtig, weil die deutsche Youtuber-Szene ja sonst eigentlich nicht wirklich glänzen kann und doch so einflussreich gerade für jüngere Menschen ist... (á la "10 Dinge, die jedes Mädchen heimlich macht" oder "Was Jungen an Mädchen mögen").

Außerdem, wo schon Hengameh Yaghoobifarah genannt wurde, als Magazin natürlich das "Missy Magazine". Das kommt so ca. drei Mal im Jahr raus und bringt sowohl sehr aktuelle Themen zur Sprache, wie es feministische Persönlichkeiten (Künstler, Musiker, Regisseure, ....) in den Mittelpunkt rückt.


message 26: by Anika (new)

Anika (AnnyHoewer) | 9 comments Hey,
ich gehe auf ein Gymnasium in Schleswig-Holstein. Ich bin von zu Hause sehr zweiseitig erzogen worden. Meine Mutter hat schon immer viel gearbeitet (im Büro) und hat auch nur ein halbes Jahr Mutterzeit genommen bevor ich dann in die Krippe gekommen bin. Sie ist ziemlich emanzipiert. Mein Vater hat ebenfalls immer gearbeitet. Ich habe mit meinem Vater nie wirklich über Gleichberechtigung sprechen können (irgendwie zieht das Thema bei ihm nicht) aber man merkt es ja schon an diversen Kommentaren oder z.B. an der Erwartungshaltung, dass meine Ma neben dem Job auch noch kocht und putzt.
Gleichseitig wurde mir von beiden Seiten auch immer wieder (wie wohl fast allen Mädchen) gesagt, dass ich Kinder und Mann haben müsse. Mein jüngerer Bruder musste so gut wie nie im Haushalt mithelfen oder kochen und denkt bis heute, dass dies eine "Frauensache" sei. Am Anfang der Pupertät hab ich viele von den ungeschrieben Regeln nicht mehr eingehalten und mich immer mehr für Gleichberechtigug -und Feminismus - ausgesprochen. Ich habe mich eigentlich immer gleichberechtigt gefühlt, aber wenn man mal die Augen und Ohren offen hält, bekommt man ja doch viel mit. Zitat eines Lehrers:"...und deswegen hat man in Küchen blaue oder grüne Fliesen verwendet, merkt euch das Mädchen!" Darüber hab ich mich so aufgeregt.
Gleichzeitig gibt es aber auch wirklich tolle Lehrer und Eltern, die ich einfach nur bewundere.
Zum Migrationshintergrund...ja es stimmt. Wir haben auch ein paar in der Klasse. Die sind alle wirklich nett, keine Frage. Aber die Erziehung spürt man schon. Wenn man mit den Jungens spricht, hat man meist das Gefühl irgendwie minderwertig zu sein. Und die Mädels machen auch nicht wirklich den Mund auf.
Ich denke in dieser Sache ist Deutschland ziemlich gespalten, und um vollkommene Gleichberechtigung zu erreichen müsste man erstmal eine Einigung erreichen. Übrigens ja nicht nur was den Feminismus angeht.
By the way neulich habe ich einen Artikel gelesen in dem sich ein Typ über seine Ex beschwert hat..."Sie konnte nicht kochen, deswegen musste ich von Dosen leben!" Im Ernst.
LG, Annie


message 27: by Laure (new)

Laure | 392 comments Sorry Leute im Voraus für die Fehler... Deutsch ist nicht meine Muttersprache ;-)

Annie wrote: "Hey,
ich gehe auf ein Gymnasium in Schleswig-Holstein. Ich bin von zu Hause sehr zweiseitig erzogen worden. Meine Mutter hat schon immer viel gearbeitet (im Büro) und hat auch nur ein halbes Jahr Mutterzeit genommen bevor ich dann in die Krippe gekommen bin. Sie ist ziemlich emanzipiert. Mein Vater hat ebenfalls immer gearbeitet. Ich habe mit meinem Vater nie wirklich über Gleichberechtigung sprechen können (irgendwie zieht das Thema bei ihm nicht) aber man merkt es ja schon an diversen Kommentaren oder z.B. an der Erwartungshaltung, dass meine Ma neben dem Job auch noch kocht und putzt."


Hi Annie :-)
Aus meiner Perspektive (ich bin eine 28-Jahre alt französische Frau, seit 2014 wohne und arbeite ich in BW) ist es lustig, daß du "nur ein halbes Jahr Mutterzeit" geschrieben hast. In Frankreich ist es normal, nach drei Monate nach dem Geburt wieder zu arbeiten. Es ist möglich, mehr als drei Monate Mutterzeit zu kriegen, aber dann ist der Lohn nur 65% (bin nicht komplett sicher). Deswegen nehmen generell Frauen in Frankreich nicht mehr als drei Monate.
Und nach zwei Jahre in Deutschland hatte ich total vergessen, daß es so war. Und als meine Mutter letzen Monat mir erzählt hat, daß sie nach zwei und halb Monate nach meine Geburt wieder arbeitet hatte, war ich ganz schokiert :-D

Annie wrote: "By the way neulich habe ich einen Artikel gelesen in dem sich ein Typ über seine Ex beschwert hat..."Sie konnte nicht kochen, deswegen musste ich von Dosen leben!" "

Für solche Typen sind Dosen ganz genug ;-)


message 28: by Anika (new)

Anika (AnnyHoewer) | 9 comments Laure wrote: "Sorry Leute im Voraus für die Fehler... Deutsch ist nicht meine Muttersprache ;-)

In Deutschland wird man deswegen ja immer noch schräg angeguckt ;) Warum ist den das in Frankreich so? Hab nicht viel Ahnung vom französichen Familienbild, dachte es gäbe da praktisch keinen Unterschied zu Deutschland.



message 29: by Anika (new)

Anika (AnnyHoewer) | 9 comments Falsches Zitat...^^


message 30: by Laure (last edited Oct 25, 2016 04:10AM) (new)

Laure | 392 comments Annie wrote: "Warum ist den das in Frankreich so? Hab nicht viel Ahnung vom französichen Familienbild, dachte es gäbe da praktisch keinen Unterschied zu Deutschland."

Ich bin nicht ganz sicher. Also, Franzosen haben durchschnittlich mehr Kinder, das könnte schon ein guter Grund sein ;-)
Meiner Meinung nach, gibt es zwichen Deutschen und Franzosen tiefe kulturelle Unteschiede seit der zweiten Weltkrieg. Auf die französische Seite hatte Philippe Pétain (unsere Staatschef zwischen 1940 und 1944) die "Travail, Famille, Patrie" Werte ("Arbeit, Familie und Vaterland") unterschützt. Seitdem ist schlecht angesehen, auf die "Familie" Wert zu bestehen. Auf die deutsche Seite hatte Familien gesehen, was passiert, wenn die Kinder durch dem Staat gebildet (erzogen?) werden; ich habe das Gefühl, daß Eltern immer noch so eine Gehirnwäsche fürchten, deswegen versuchen, so viel wie möglich die Kinder selbst zu bilden.
Macht das Sinn? Meine Ansicht ist wahrscheinlich super unvollständig!!


message 31: by [deleted user] (new)

Annie wrote: "Zum Migrationshintergrund...ja es stimmt. Wir haben auch ein paar in der Klasse. Die sind alle wirklich nett, keine Frage. Aber die Erziehung spürt man schon. Wenn man mit den Jungens spricht, hat man meist das Gefühl irgendwie minderwertig zu sein. Und die Mädels machen auch nicht wirklich den Mund auf."
Ich find es wirklich falsch alle Schueler mit Migrationshintergrund unter eine Decke zu tun. Das ist dass worueber wir uns doch beschweren beim Feminismus, dass man Stereotypen ueber Frauen hat.

Ansonsten sehe ich dass aehnlich wie du. Es ist bei vielen Maenner noch so, dass die Frau neben der Arbeit auch noch sich um alles andere kuemmern sollte.


message 32: by Ines (new)

Ines (InesKatja) | 77 comments Anja --

Es wurde von einer persönlichen Erfahrung berichtet.
Bitte vermeide Anschuldigungen und Reduzierung von Erfahrung. Das ist sehr, sehr schlechte Diskussionskultur und bringt einen Dialog nicht weiter.

Vielen Dank.


message 33: by Anika (new)

Anika (AnnyHoewer) | 9 comments Hey Anja
mir ist klar, dass nicht immer jeder so ist. Es ist nur - wie Ines schon sagte- meine persönliche Erfahrung :)


message 34: by Laure (last edited Oct 28, 2016 02:19PM) (new)

Laure | 392 comments Anja wrote: "Ich find es wirklich falsch alle Schueler mit Migrationshintergrund unter eine Decke zu tun. Das ist dass worueber wir uns doch beschweren beim Feminismus, dass man Stereotypen ueber Frauen hat."

Ich bin einverstanden, daß wir vorsichtig sein sollten, wenn wir über "Migrationshintergrund" reden. Diese Gespräche können leicht zu Vorurteilen und Rassismus führen. (Wir kommen zurück zum "Alice Schwarzer-Subjekt" ^^)


message 35: by [deleted user] (new)

Annie wrote: "Hey Anja
mir ist klar, dass nicht immer jeder so ist. Es ist nur - wie Ines schon sagte- meine persönliche Erfahrung :)"


Entschuldigung. Ich fand du hattest die Erziehung von Migrationskinder verallgemeinert, da du meintest man merkt die schon. Es ist schade, dass du solche Erfahrungen gemacht hast.


message 36: by MeerderWörter (new)

MeerderWörter | 2388 comments Neulich habe ich ein Interview von Alice Schwarzer gelesen und muss sagen, dass ich mich nicht ganz so mit ihr anfreunden kann. Ich müsste aber zuerst einmal mich mehr mit ihr beschäftigen, um mir ein endgültiges Urteil zu erlauben!


message 37: by [deleted user] (new)

MeerderWörter wrote: "Neulich habe ich ein Interview von Alice Schwarzer gelesen und muss sagen, dass ich mich nicht ganz so mit ihr anfreunden kann. Ich müsste aber zuerst einmal mich mehr mit ihr beschäftigen, um mir ..."

Das was ich von Alice Schwarzer gelesen oder auf Youtube gesehen und gehoert habe, hat mich nicht beeindruckt. Ich glaube, dass viele Deutsche Feminismus mit ihr verbinden, was sehr schade ist.


message 38: by MeerderWörter (new)

MeerderWörter | 2388 comments Meine Mutter hat gemeint, sie ist die Emma Watson ihrer Generation. Und ich habe mir nur so gedacht: Es ist ja schön und gut, dass mal jemand aufgestanden ist und die Meinung gesagt hat, aber was ich bisher von ihr gelesen habe, finde ich einfach nicht mehr zeitgemäß, im Gegensatz zu Gloria Steinem. Sie ist einfach nicht gewachsen, wie ich finde, was echt schade ist, weil sie dann viel mehr bewirken könnte.


message 39: by Ines (new)

Ines (InesKatja) | 77 comments Nicht dass ich ein großer Alice Schwarzer Fan wäre, aber sie hat doch viel erreicht: nein heißt nein, Bestrafung von Vergewaltigung in der Ehe, dass Frauen auch ohne Einwilligung des Mannes arbeiten dürfen, Verbot von Prostitution, Verschärfung des Strafrechts, gegen Kindergewalt, Unterstützung von Tierechten sind alles Projekte, die sie in der Vergangenheit unterstützt hat.
Auch setzt sie sich immer für Frauenrechte in anderen Ländern ein.
Für mich sind Gloria Steinem und sie Teil der Vorgängerfeministinnengeneration, die es mir ermöglicht haben zu studieren und einen männerdominierten Job auszuüben. Ich bin dafür sehr dankbar und bewundere diesen persönlichen Einsatz. Ich möchte nie wieder in die Zeit vor 1970 zurück, wo ich als Frau nur als minderwertiges Mitglied der Gesellschaft betrachtet wurde. Mir sind viele deutsche Männer und Frauen noch viel zu rückständig und halten an falschen Idealen fest. Es ist erschreckend wie sehr die Gesellschaft sich in den letzten Jahren fast rückwärts entwickelt hat, immer noch propagierend, dass Männer die besseren Manager und Brotverdiener und Frauen die besseren Elternteile sind. Alice Schwarzer hat über Jahre hinweg, immer gegen dieselben Vorurteile gekämpft. Und Frauen unterstützt, sich nicht in emotionale und finanzielle Abhängigkeit von einem Mann zu begeben. Sie kritisiert zu recht, dass die Wahl zur Hausfrau keine feministische Wahl sein kann. Diese Wahlfreiheit bringt der Frau gesellschaftliche und finanzielle Nachteile, die man als junge Frau einfach unterschätzt. Auch ich bin in diese Fälle geraten und wünschte mir, ich hätte nicht meine Karriere für meinen Mann und Familie pausiert. Diesen Nachteil holt frau einfach nicht mehr auf...

Frau Schwarzer wird häufig kritisiert, genauso wie Gloria Steinem, weil sie nicht Intersektionell genug ist.
Sie ist relativ still, wenn es um LGBT rights geht und sie ist vielen zu direkt und erscheint intolerant, wenn sie sich über den politisierten Islam äußert.

Was stört Euch denn so direkt?


message 40: by MeerderWörter (new)

MeerderWörter | 2388 comments Na ja, genau deine letzten beiden Zeilen stören mich zum Beispiel. Die LGBT Community ist nicht irgendeine Randgruppe, sondern in allen Gesellschafts- und Altersschichten vertreten. Sie deswegen unischtbar zu machen, ist genau das falsche.


message 41: by Ines (new)

Ines (InesKatja) | 77 comments Ja. Genau dieselbe Kritik hören viele Feministinnen dieser Zeit. Und für mich sind die LGBTQ Rechte sehr wichtig. Ist einer meiner Haupteinsatzräume.


message 42: by Janos (new)

Janos | 34 comments Zum Thema Lohnunterschied aus meiner Gewerkschaftszeitung.

http://www.igmetall-bbs.de/aktuelles/...


message 43: by UnderRepair (new)

UnderRepair | 3 comments @ines ja Alice schwarzer mag viel in der Vergangenheit unterstützt haben aber auch mir ist sie eher negativ aufgefallen. Besonders ihre Bemerkungen zu muslimischen Frauen denen sie oftmals generell rückständigkeit vorwirft stoßen mir sehr auf...generell hat sie eine sehr essentialisierende Sichtweise auf den Islam und das geht meiner Meinung nach als Feministin nicht. aber ich finde den vorschlag gut über neue und aktuelle vorbilder in der feministischen bewegung zu reden anstatt immer nur Alice schwarzer in den Mittelpunkt zu stellen denn sie ist einfach nicht mehr die einzige öffentlichkeitswirksame Person...zum Glück!


message 44: by MeerderWörter (new)

MeerderWörter | 2388 comments Wie gesagt, die muslimischen Frauen sagen ja, dass wir versklavt sind, weil wir Haut herzeigen müssen um attraktiv zu sein. Und darum ist es total verkehrt, wenn man ihnen einfach mal Rückständigkeit unterstellt.
Und wir wissen ja alle, dass Grau das Wahre ist und nicht Schwarz und Weiß!


message 45: by Ines (new)

Ines (InesKatja) | 77 comments Religion ist leider nicht mein Thema, da ich Atheistin bin. Mein Mann ist jüdisch.

Ich habe neulich einen Film über Rape Culture gesehen und da kam das Thema auch auf. Mädchen müssen Zuviel Haut zeigen. Das kenne ich aus meiner Jugend nicht.
Ich kleide mich schon immer eher konservativ und habe bei Modetrends nie so richtig mitgemacht. Ich war aber immer eher der Kumpeltyp und nie sonderlich weiblich.

Ist es bei Euch und aus Eurer Erfahrung denn so, dass dieser Hautzeigezwang da ist? Wird vom Frauen heute wirklich soviel erwartet? Auch alaunhaltig Missoula von Jon Krakauer gelesen hatte, hatte ich den Eindruck, dass meine Erfahrung vielleicht so gar nicht repräsentativ ist und ich würde daher gern von Euch hören.

Danke.


message 46: by Anika (new)

Anika (AnnyHoewer) | 9 comments Hey Ines,
ich hab eher die Erfahrung gemacht, dass manche Mädchen denken, sie müssten knappe Kleidung tragen um Aufmerksamkeit zu bekommen, d


message 47: by Anika (new)

Anika (AnnyHoewer) | 9 comments (tippen will gelernt sein) dem aber gar nicht so ist.


message 48: by Ines (new)

Ines (InesKatja) | 77 comments Danke Anne. Genau das ist die Konversation, die ich suche. Meine Erfahrung ist eben nur auf mich beschränkt, daher höre ich sehr gerne von anderen Frauen und deren Erlebnissen.


message 49: by MeerderWörter (new)

MeerderWörter | 2388 comments Also ich kenne das schon - nicht so direkt, aber halt doch vorhanden. Ich hab mich schon immer einen Dreck geschert, was andere Leute von mir sagen in der Hinsicht, aber es fällt halt schon auf. Da bist du weg vom Fenster.

Um zu Alice Schwarzer zurükzukehren: Ich bin froh für Leute wie sie und Käthe Leichter, die echt was vorangebracht haben, aber wenn man dann stecken bleibt ist das nicht so das wahre finde ich.


message 50: by Ines (new)

Ines (InesKatja) | 77 comments Stone dem zu. Wir müssen in der Lage sein, immer Dazu zu lernen.


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