ULYSSES___James Joyce (Leserunde) discussion

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8. Kapitel: Laistrygonen

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message 1: by Geologe (last edited Mar 03, 2013 04:55AM) (new)

Geologe | 47 comments http://www.swr.de/-/id=9663482/3xt5t3...

Gilbert-Schema:

Szene - Essen
Stunde - 13.00
Organ - Speiseröhre
Kunst - Architektur
Symbol - Polizisten
Technik - Peristaltik


message 2: by Nadine (new)

Nadine | 124 comments Wow das Thema „Essen“ zieht er echt konsequent durch. Das waren ja sicher Hunderte Verweise aufs Nahrung oder Nahrungsaufnahme. Und gerade wenn man denkt, es ist vielleicht etwas zu viel, kommt er mit Verweisen im übertragenen Sinn und man muss schon wieder schmunzeln. („on the menu“ oder „hate this hour. Feel as if I had been eaten and spewed.“).

Erschreckt hat mich als er zwar Mitleid mit dem hungrigen Kind hatte, aber weiter seines Weges gegangen ist - dann aber als er die hungrigen Möwen gesehen hat, hat er 2 „Banbury Cakes“ (darüber hätte sich das Kind sicher auch gefreut!) und füttert die Möwen. Ganz schön dekadent... Passt aber gut zum Thema Essen.


message 3: by Johanna (new)

Johanna Also ich fand Blooms Verhalten sehr bezeichnend. Er regt sich in diesem Kapitel mehr als einmal über Familien mit vielen Kindern auf, darüber dass die Frauen und Männer den Worten der katholischen Kirche folgen und Kinder ohne Ende in die Welt setzen. Sein bissiger Kommentar zu den Priestern ist nur folgerichtig.
Ich denke das Bloom deshalb das Elend der hungrigen Kinder nicht an sich heran lässt. Mit dem Blinden jedoch hat er Mitleid, wenn auch auf sehr seltsame Art.
Das Thema Essen als Schwerpunkt ist jedenfalls deutlich. Auch wenn es einen manchmal eher ekelt, so zum Beispiel wie den einen Mann beschreibt, der den Kohl mit dem Messer isst. Das hatte schon was abstoßendes.


message 4: by Nadine (new)

Nadine | 124 comments Mir ist an einigen Stellen aufgefallen, dass die Beschreibungen von Essen nicht wirklich appetitanregend für mich waren.


message 5: by Johanna (new)

Johanna Nadine wrote: "Mir ist an einigen Stellen aufgefallen, dass die Beschreibungen von Essen nicht wirklich appetitanregend für mich waren."

Ich denke es ist an einigen Stellen auch genau so gewollt.


message 6: by Nadine (new)

Nadine | 124 comments Ja, das denke ich auch.


sabisteb aka callisto (sabisteb) | 52 comments Mir ist das Kapitel eher in Erinnerung geblieben, weil hier viel Personen auftauchen, die immer wieder durch die Geschichte schlappen, wie der Blinde, der begegnet einem indirekt später noch einmal.

Auch Ereignisse, die später noch mal hochkommen, werden hier bereits angeschnitten, wie das Pferderennen.

Also ich fand Blooms Verhalten sehr bezeichnend. Er regt sich in diesem Kapitel mehr als einmal über Familien mit vielen Kindern auf, darüber dass die Frauen und Männer den Worten der katholischen Kirche folgen und Kinder ohne Ende in die Welt setzen.
Das erinnerte mich stark an die Monty Pythons "Every Sperm is sacred"
http://www.youtube.com/watch?v=fUspLV...


message 8: by Alexandra (new)

Alexandra  (awogfli) | 25 comments Ui wie die Leute in diesem Kapitel ungustiös essen, gleichzeitig rotzln und spucken ist wirklich starker Tobak und dann auch noch die anschauliche Beschreibung der Gerüche im ersten Restaurant ... Gut beschrieben aber extrem grauslich :-) Gleichzeitig zum Schlingen und Völlern dann wieder der Gegensatz jener Leute, die nicht auf die Butterseite gefallen sind, hungern und darben sehr guter Kontrast. Bzgl. Katholizismus und viele Kinder ist mir auch sofort das Lied vom Sinn des Lebens in den Sinn gekommen "Every sperm is..." Summe es schon den ganzen Tag :D. Trotzdem mir der Inhalt dieses Kapitels gut gefallen hat, quäle ich mich noch immer durch den Sprachstil - mühselig ernährt sich das Eichhörnchen. Ich glaub ich bin nicht geschaffen für Sport und grosse Literatur, weil ich mich nicht gerne sekkieren lasse ;-)


message 9: by Lacrima_Atra (new)

Lacrima_Atra | 21 comments Alexandra wrote: "Trotzdem mir der Inhalt dieses Kapitels gut gefallen hat, quäle ich mich noch immer durch den Sprachstil - mühselig ernährt sich das Eichhörnchen. Ich glaub ich bin nicht geschaffen für Sport und grosse Literatur, weil ich mich nicht gerne sekkieren lasse"

Ich komme auch nur im Schneckentempo weiter. Nach spätestens 5 Seiten kann ich mich nicht mehr konzentrieren und verliere den Faden bzw. schlafe ein...
Und so langsam bin ich genervt, weil "große Literatur" meiner Meinung nach nicht dermaßen mühsam zu lesen sein muss. Der Meinung bin ich seit "Krieg und Frieden", "Unendlicher Spaß" etc.


message 10: by Alexandra (new)

Alexandra  (awogfli) | 25 comments @Lacrima Ich bin so froh, dass ich nicht alleine bin, mittlerweile komme ich mir schon vor wie eine lamoyante unterbelichtete Literaturbanausin, die sich Kapitel für Kapitel nur beklagen kann, während die anderen offensichtlich wesentlich mehr kapieren und mittlerweile erstens begeistert und zweitens schon lang fertig sind.


message 11: by Johanna (new)

Johanna Alexandra wrote: "@Lacrima Ich bin so froh, dass ich nicht alleine bin, mittlerweile komme ich mir schon vor wie eine lamoyante unterbelichtete Literaturbanausin, die sich Kapitel für Kapitel nur beklagen kann, währ..."

Ich glaube das ist alles eine Sache der Gewöhnung. Wenn man schon verschiedentlich schwierige Bücher gelesen hat, dann kann etwas kompliziertere Exemplare besser lesen. Aber ich glaube Keiner hier versteht wirklich alle Anspielungen und alles. Dazu ist das Buch zu komplex - und ich habe zwischendurch auch ein paar Mal nur seitenweise vorwärts kommen können. Nachdem ich mich mehr in die Geschichte eingelebt hatte, konnte ich zeitweise sogar richtig flüssig lesen. Aber auch nicht immer. Also Kopf hoch - die einen mögen zwar mehr verstehen (mir entgehen viele Anspielungen auf die katholische Kirche, da ich kein Katholik bin, manche Sache verstehe ich in dieser Hinsicht komplett nicht), aber deshalb findet ja hier der Austausch statt. Ich bin immer wieder froh, wenn mich Jemand auf einen Aspekt hinweist, der mir bis jetzt entgangen ist. Manchmal denke ich mir dabei auch: "Meine Güte, da warst du auch vernagelt, dass die das nicht aufgefallen ist."


message 12: by Nadine (last edited Apr 02, 2013 04:10AM) (new)

Nadine | 124 comments Ich habe irgendwann auch eingesehen, dass ich vieles einfach nicht verstehen werde/kann und mir die Dinge heraus gepickt, die ich mochte und beim Lesen darauf geachtet.
Irgendwann war ich dann an dem Punkt, dass ich mehr auf das Gesamtbild geschaut habe, und ab da war ich schwer begeistert auch wenn James Joyce mir natürlich gerade dann mit besonders unleserlichen Kapiteln Knüppel zwischen die Beine geworfen hat.


sabisteb aka callisto (sabisteb) | 52 comments Ich denke, je älter man wird, je mehr Klassiker man gelsen und je mehr man selber erlebt hat, umso besser wird man den Ulysses verstehen. Wenn ich ihn in 20 Jahren oder so noch mal lesen, wird mir sicherlich wieder vieles Neues auffallen. DAS ist eben die Kunst.


message 14: by Nadine (new)

Nadine | 124 comments Ja, ich denke ohnehin, dass man das Buch in 10 oder 20 Jahren noch einmal ganz anders wahrnimmt. Überhaupt beim zweiten Mal, weil man beim ersten Mal teilweilse ja von der formalen Gestaltung total "geflasht" war und den Gesamtverlauf etwas aus den Augen verloren hat (so ging es mir, ich habe wirklich sehr stark in den einzelnen Episoden gedacht).


sabisteb aka callisto (sabisteb) | 52 comments Also dann, in 20 Jahren auf ein Neues :-))
Selber Ort?


message 16: by Nadine (new)

Nadine | 124 comments Deal!


message 17: by Trillian (new)

Trillian | 12 comments Ich bin es von meinem Studium gewohnt, mit Texten konfrontiert zu werden, die man nicht auf Anhieb versteht. Auch bei Ulysses stolpere ich immer wieder über Dinge, die ich nicht verstehe. Wenn nach dem Kapitel dann immer noch nicht klar ist, worum es da genau ging, dann mache ich mich wo anders schlau. Aber dennoch wird es immer einige Anspielungen geben, die nicht nur nicht verstehe, sondern auch komplett übersehe und nicht mitbekomme. Damit habe ich mich schon abgefunden - das passiert mir auch bei Texten für die Uni ;)


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