ULYSSES___James Joyce (Leserunde) discussion

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6. Kapitel: Hades

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message 1: by Geologe (last edited Mar 02, 2013 12:10AM) (new)

Geologe | 47 comments http://www.swr.de/-/id=9663194/1wy8th...

Gilbert-Schema:

Szene - Friedhof
Stunde - 11.00
Organ - Herz
Kunst - Religion
Symbol - Totengräber
Technik - Inkubismus


message 2: by Nadine (last edited Mar 07, 2013 03:57AM) (new)

Nadine | 124 comments Schon allein thematisch bedingt ein richtig morbides Kapitel...
"A corpse is meat gone bad. Well and what's cheese? Corpse of milk. "

Aber die Art, wie Bloom über vieles nachdenkt, was kirchliche Riten und die Beerdigungszeremonie betrifft, so distanziert und trocken war schon wieder komisch an manchen Stellen.


message 3: by Johanna (new)

Johanna Die Gedanken Blooms über die Beerdigungszeremonie waren wirklich krass. Interessant fand ich wie lange er Leben und Tod immer wieder gegeneinander abwägt - der Totengräber mit den acht Kindern, die vielen Dubliner die dort auf dem Friedhof liegen und durch Dublin gelaufen sind, so wie die Leute, die er heute getroffen hat usw.


message 4: by Jenny (new)

Jenny (jeoblivion) Ich mochte das Kapitel eigentlich sehr gern beim Lesen. Mal eines wo ich statt nur dem Verstehen hinterherzuhecheln auch mal sowas wie Bilder entstanden für mich beim Lesen, der ein oder andere Lacher + so Gedankenblasen denen man noch ein bisschen nachhängt. Übrigens hilft mir das Hörbuch wirklich. Ich hänge mit Hören noch dem Lesen hinterher, aber mein Hirn lässt sich durch's Hören schneller zum Anknüpfen erweichen als nur beim Lesen (vieleicht auch weil ich da nicht so durch diesen riesigen Anmerkungsapparat in meiner kommentierten Ausgabe abgelenkt werde)


sabisteb aka callisto (sabisteb) | 52 comments Ich fand das Kapitel sehr humorvoll. Er hat schon recht, wenn er sich fragt, warum man die Leute nicht in rotbraun beerdigt, damit man die Flecken nicht sieht und ob es nicht Platz sparen würde, wenn man sie stehend beerdigen würde.
Auch der Witz auf dem Friedhof, gotteslästerlich für die damalige Zeit. Eines meiner Lieblingskapitel.


message 6: by Katja (new)

Katja (lakatinka) | 24 comments Ich weiß gar nicht so richtig was ich zu meinem Leseerlebnis über dieses Kapitel schreiben soll. Ich musste es in mehreren Etappen lesen und habe deshalb das Gefühl keinen "runden" Gesamteindruck bekommen zu haben. Einige Beschreibungen über Bestattung und die Leichenzersetzung sind mir doch sehr plastisch in Erinnerung geblieben. Ich werde wohl auch erst einmal nicht mehr so unbefangen Käse essen können. Die Assoziation von Käse als Leiche der Milch....sehr interessant...
Insgesamt habe ich mir das Kapitel von der Stimmung her etwas düsterer vorgestellt, auch wenn ich an den Hades aus der griechischen Mythologie denke, verbinde ich damit eine etwas andere Stimmung (die Überfahrt der Toten mit dem Fährmann, den Höllenhund etc.), was aber keine Kritik sein soll.


sabisteb aka callisto (sabisteb) | 52 comments Ja, Käse als Leiche der Milch ist noch harmlos, meine Gedanken gingen damals (leider) noch weiter: Schon mal daran gedacht, dass das Schitzel mehrere Tage alte Leichenteile eines toten Tieren sind? Besonders schön, wenn es abgehangen und somit mürbe, also angewest ist... Das ist auch nicht sonderlich appetitlich.


message 8: by Katja (new)

Katja (lakatinka) | 24 comments sabisteb wrote: "Ja, Käse als Leiche der Milch ist noch harmlos, meine Gedanken gingen damals (leider) noch weiter: Schon mal daran gedacht, dass das Schitzel mehrere Tage alte Leichenteile eines toten Tieren sind?..."

Ja, ja ... das ist was für die Veganer unter uns ;-) Da machen wir uns doch unseren eigenen Hades im Kopfkino.


sabisteb aka callisto (sabisteb) | 52 comments Naja, Braten ist ja Hitzesterilisation ;-), nur anfassen mag ich es im rohen Zustand gar nicht.


message 10: by sabisteb aka callisto (last edited Mar 16, 2013 01:04PM) (new)

sabisteb aka callisto (sabisteb) | 52 comments In diesem Kapitel geht es doch um das stehend begraben. Die Zeit hat Joyce tatsächlich eingeholt:

Ein Stehplatz für die Ewigkeit

Australien ist ein Kontinent, den man gemeinhin mit nahezu unendlichen Weiten assoziiert. Das bedeutet jedoch nicht, dass auch dort nicht manchmal der Platz knapp wird. Dann heißt es schon einmal: zusammenrücken - insbesondere, wenn man plant, etwas länger zu bleiben.[...]
Stadtrat Garry Lambert hat da eine ganz eigene Vorstellung: So könnte man doch auf Friedhöfen die Verstorbenen senkrecht begraben. Einfach die Leiche einfrieren, mit einem Erdbohrer ein Loch drillen, rein mit der sterblichen Hülle - das sei sein Vorschlag für die anstehende Reform der Bestattungsgesetze, verriet Lambert dem Sender ABC Darwin. Bei der Ausrichtung des Kopfes könne man dabei selbstverständlich den letzten Wünschen des Verblichenen Rechnung tragen.

http://www.tagesschau.de/schlusslicht...


message 11: by Lacrima_Atra (new)

Lacrima_Atra | 21 comments Aaah, jetzt ist mir alles klar, nachdem ich den ersten Satz des Hörplans von swr gelesen habe. Simon Dedalus, der Vater von Stephen Dedalus. War ja klar, den Vornamen konnte ich mir natürlich bis jetzt nicht merken und ich war vollkommen verwirrt, was er da von seinem Sohn und dem schlechten Einfluss von Mulligan gefaselt hat. Tzz, das hätte mir echt auffallen können.


message 12: by Alexandra (new)

Alexandra  (awogfli) | 25 comments Mir hat dieses Kapitel auch sehr gut gefallen wie Ihr schon alle gesagt habt ist es witzig, flüssig geschrieben und frei von irritierenden Stilelementen, sodass es genossen werden kann und endlich wirklich mal Bilder ohne störende Ablenkung, wundern, Unwissenheit und Unverständnis entstehen können - da nenne ich Leegenuss auf hohem Niveau. Leider bleibts ja nicht so wie es mir ein Vögelchen gezitschert hat ;-) ich fürcht mich schon vor der nächsten Krise. Wo war sie? Kapitel 9?

@sabisteb :D veganer machen sich ihren eigenen Hades im Kopfkino - super!

Den Ausspruch mit der Milch kenne ich schon lange aber kein Wunder ich habe Kuhmilchallergie und Laktoseintoleranz :-)


message 13: by Nadine (new)

Nadine | 124 comments Fuer mich 14. (Obwohl stilistisch genial und sehr passend, sehr muehsam zu lesen.) Und das letzte Kapitel... inhaltlich gut, aus der Sicht von Blooms Frau erzaehlt, aber komplett ohne Interpunktion. Also ein Graus zu lesen.


message 14: by Alexandra (new)

Alexandra  (awogfli) | 25 comments @nadine Danke für die Info ich wappne mich :-))


message 15: by Nadine (new)

Nadine | 124 comments Es kommen aber auch noch richtig gute Kapitel! :-)


message 16: by Katja (new)

Katja (lakatinka) | 24 comments Nadine wrote: "Fuer mich 14. (Obwohl stilistisch genial und sehr passend, sehr muehsam zu lesen.) Und das letzte Kapitel... inhaltlich gut, aus der Sicht von Blooms Frau erzaehlt, aber komplett ohne Interpunktion..."

Habe mir gerade das letzte Kapitel angesehen. Das wird ja ein richtiges Vergnügen ;-) Bei mir sind es über 70 Seiten.


message 17: by Martini (new)

Martini (shakenorstirred) | 40 comments Lacrima_Atra wrote: "Aaah, jetzt ist mir alles klar, nachdem ich den ersten Satz des Hörplans von swr gelesen habe. Simon Dedalus, der Vater von Stephen Dedalus. War ja klar, den Vornamen konnte ich mir natürlich bis j..."

Das hat mich anfangs auch irritiert: Stephen Dedalus sitzt in der Kutsche und wird darauf hingewiesen dass draussen sein Sohn vorbeiläuft - hä? - hat einen Moment gedauert, bis ich darauf gekommen bin.

Den Milchleichenvergleich fand ich gar nicht so schlimm, mal davon abgesehen, dass er meiner Meinung nach hinkt: Milch ist eine Körperflüssigkeit der Kuh, beim Vergleich hätte Joyce also eine menschliche Körperflüssigkeit, nicht den Körper an sich wählen sollen; also wäre Käse z. B. gleich geronnenes Blut.

Ansonsten stimme ich euch zu, dass es ein wirklich gut zu lesendes, vergnügliches Kapitel war.
Mein Lieblingszitat: "Alles aufstehen! Jüngster Tag! Jeder grapscht wie wild nach seiner Leber, seinen Glotzern und den restlichen Siebensachen."
:-D


message 18: by Trillian (new)

Trillian | 12 comments Martini wrote: Das hat mich anfangs auch irritiert: Stephen Dedalus sitzt in der Kutsche und wird darauf hingewiesen dass draussen sein Sohn vorbeiläuft - hä? - hat einen Moment gedauert, bis ich darauf gekommen bin.

Bin da auch nicht sofort mitgekommen - wobei mir es in diesem Buch bisher oft passiert, dass ich bei Unterhaltungen nicht weiß, wer nun geredet hat. Ich verliere hin und wieder einfach während eines Gesprächs den Überblick wer was gesagt hat.


sabisteb aka callisto (sabisteb) | 52 comments Die Kenntnis um Stephen und seine wird wohl aus " A Portrait of the Artist as a Young Man" vorausgesetzt.


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