ULYSSES___James Joyce (Leserunde) discussion

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5. Kapitel: Lotophagen

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message 1: by Geologe (last edited Mar 02, 2013 12:00AM) (new)

Geologe | 47 comments http://www.swr.de/-/id=9643116/19o0tj...

Gilbert-Schema:

Szene - Bad
Stunde - 10.00
Organ - Genitalien
Kunst - Botanik, Chemie
Symbol - Eucharistie
Technik - Narzissmus


message 2: by Johanna (new)

Johanna Ich finde die Kombination von Kirche, gedanklicher vorbereitung auf die Beerdigung und Abholen des Liebesbriefes seiner Geliebten ziemlich chaotisch. Trotzdem passt alles sehr gut zu Bloom, zu seinem Verhalten und seinen Gedanken im vierten Kapitel.
Nur sein kurzzeitiger Gedanke "Eunuch" als Option zu sehen erschien mir etwas unpassend für ihn.


sabisteb aka callisto (sabisteb) | 52 comments Ich mochte die Szene, in der er das Schlucken der Hostie mit Fellatio vergleicht. Er zieht in diesem Kapitel bitter böse über die Kirche und ihre Riten her.

Die Seife wird ihn auch den ganzen Tag begleiten, wie eine permanente Erinnerung an seine Frau.

Ich fand es ein wenig irritierend, dass er in ein Hamam geht und nicht daheim badet, da habe ich eine Weile gebraucht.

Insgesamt fand ich es extrem faszinierend, durch Dublin zu gehen und die Welt durch die Augen eines Mannes zu sehen und welche Gedanken ihm durch den Kopf gehen. Obwohl das Kapitel ja nur Gedanken wiedergibt, sieht man doch alles vor sich und ja, auch wenn man selber durch die Stadt schlendert, springen die Gedanken so von einem Thema zum anderen und man denkt über Werbeanzeigen seltsame Dinge.


message 4: by Katja (new)

Katja (lakatinka) | 24 comments Ich habe mich bei diesem Kapitel wirklich bemüht den Text konzentriert Satz für Satz ganz bewusst zu lesen. Es ist erstaunlich wie man in diese Gedankenwelt eintaucht. Da hat das Lesen mal richtig Spaß gemacht. Ich muss nämlich gestehen, dass ich bisher noch nicht so wirklich warm geworden bin mit dem Ulysses.


message 5: by sabisteb aka callisto (last edited Mar 11, 2013 12:30PM) (new)

sabisteb aka callisto (sabisteb) | 52 comments Meine ersten Gedanken waren

Der erste Eindruck, den ich von diesem Buch hatte war, dass jedes Buch ein schwerer Brocken wird, wenn man
1. Jegliche Beschreibungen streicht (vor allem wo und wann sich der Leser befindet).
2. Jegliche Kapitelunterteilungen streicht.
3. Nicht gescheit formatiert und inneren Monolog kursiv druckt, Beschreibungen normal Druckt und direkte Rede in Anführungszeichen verbannt. Das Buch wirkt zunächst einfach nur grausam unformatiert.

Erst nach und nach wurde mir klar, dass es all das nicht braucht, um eine Geschichte zu erzählen. Und diese Erkenntnis, wie wenig es wirklich braucht, um wirklich zu erzählen, kam mir in diesem Kapitel. Da platzte der Knoten. Ich hatte bei seinem Gang durch Dublin zum ersten Mal seit langem wieder so ein Leseflow Erlebnis. Man versinkt vollkommen, es kommt nicht auf Interpunktion an, man lässt sich mit dem Text und dem Protagonisten treiben. Es ist, als wenn er über dem Kopf eine Kamera montiert hat, man sieht was er sieht und er kommentiert das, was er sieht, locker, politisch unkorrekt und süffisant. Eine extrem moderne Erzählweise, fast wie ein youtube video.


message 6: by Katja (new)

Katja (lakatinka) | 24 comments @ sabisteb
Das ist eine schöne Beschreibung von dir. Der Knoten ist bei mir bei diesem Kapitel auch geplatzt. Ich hoffe es geht halbwegs so weiter.


message 7: by Alexandra (new)

Alexandra  (awogfli) | 25 comments schön langsam werde ich auch warm mit Ulysses vor allem mit den Beschreibungen Dublins.

Aber eine Sache hat mich schon etwas irritiert. Die Sprache ist in Kapitel 5 im Vergleich zu den anderen völlig unterschiedlich. Keine määndernden Beschreibungen mit tausend Adjektiven im Gegenteil, fast nur Hauptsätze und manchmal nicht einmal mehr das. Weiß jemand warum dieser plötzliche Stilwechsel erfolgt? Hat dies einen dramaturgischen Grund? Steht da irgendwas in Eurer Interpretationssekundärliteratur, was Joyce damit sagen will?
Schliesslich haben nicht mal die Personen und Szenen gewechselt von Kapitel 4 zu 5.


message 8: by sabisteb aka callisto (last edited Mar 12, 2013 12:21PM) (new)

sabisteb aka callisto (sabisteb) | 52 comments Aber eine Sache hat mich schon etwas irritiert. Die Sprache ist in Kapitel 5 im Vergleich zu den anderen völlig unterschiedlich.
Genau!!! Das ist bei jedem Kapitel so. Jedes Kapitel verwendet eine andere Stilform, die teilweise die Handlung unterstreicht. Teilweise ist das wirklich bis ins Extrem getrieben, wie im 14. Kapitel.


message 9: by Alexandra (new)

Alexandra  (awogfli) | 25 comments @sabisteb ach das geht so weiter und ändert sich noch mehrmals - spannend.....


message 10: by Nadine (new)

Nadine | 124 comments Ja, die Sprachstile sind schon sehr unterschiedlich, bei Bloom und Daedalus, aber in den Bloomschen Kapiteln sind sie dann auch noch einmal unterschiedlich, je nach Thema. Das finde ich sehr spannend, aber manchmal auch sehr anstrengend. Man hat wirklich das Gefuehl, dass der Autor die Sprache selbst benutzt, nicht nur die Worte, um die Atmosphaere zu schaffen, die er fuer passend haelt.


sabisteb aka callisto (sabisteb) | 52 comments Das Buch ist irgendwie ein Katalog der Stilformen mit Kapiteln als Beispiel.


message 12: by Geologe (new)

Geologe | 47 comments Habe das Buch zur Seite gelegt (zum gelegentlichen Nachblättern) und höre nun nur noch das recht textnahe Hörspiel.

Das ist ungleich kurzweiliger.


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