Helmut's Reviews > Seabiscuit: An American Legend

Seabiscuit by Laura Hillenbrand
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Ein kleines, krummbeiniges Pferd
Mit dem Pferderennsport hatte ich es bisher nicht so. Obwohl ich in Wurfweite einer Pferderennbahn wohne, und an Rennsonntagen die Bahnsprecher bis in die Wohnung hören kann, war mein erster Gedanke an solchen Tagen immer, dass die Besucher mir meinen Privatparkplatz klauen, weil die Parkmöglichkeiten hier so rar gesät sind.

Das hat sich mit der Lektüre dieses Buchs geändert. Ich hatte vorher die Verfilmung des Buchs gesehen, bis heute einer meiner Lieblingsfilme, doch das Buch hat dies noch bei weitem übertroffen. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal ein Buch dermaßen verschlungen habe, es nicht beiseite legen konnte, an manchen Stellen einen dicken Kloß im Hals hatte, und an anderen vor Mitfiebern kaum Luft holen konnte. Und am Ende habe ich eine Träne verdrückt, weswegen ich mich nicht schäme - wer das Buch liest, und nur einen kleinen Sinn für Dramatik, Tiere und Menschen hat, wird mich verstehen.

Schon allein die Geschichte ist unglaublich, ein Beweis dafür, dass Realität jede Fiktion toppen kann. Der Underdog Seabiscuit, der es allen zeigt, immer wieder in Schwierigkeiten gerät und doch immer wieder aufsteht, um zu siegen - nein, nicht zu siegen, sondern zu triumphieren - man versteht, wie sehr dieses Tier die Menschen der erdrückenden 1930er Jahre begeistern konnte, und es zu einem Volkshelden sondergleichen machte.

"A Thoroughbred racehorse is one of God's most impressive engines. Tipping the scales at up to 1,450 pounds, he can sustain speeds of forty miles per hour. Equipped with reflexes much faster than those of the most quick-wired man, he swoops over as much as twenty-eight feet of earth in a single stride, and corners on a dime. His body is a paradox of mass and lightness, crafted to slip through air with the ease of an arrow. His mind is impressed with a single command: run. He pursues speed with superlative courage, pushing beyond defeat, beyond exhaustion, sometimes beyond the structural limits of bone and sinew. In flight, he is nature's ultimate wedding of form and purpose."

Man sieht, es ist nicht nur die Nacherzählung einer höchstfaszinierenden Geschichte, die den Leser mitreißt; Hillenbrand schreibt das Buch mit einem Verve und einem derart mitreißenden, dabei aber klugen, literarischen Stil, dass man sich in die Zeit versetzt fühlt. Sie spart nicht mit klugen Einsichten, die sie aber oft in kleinen Nebensätzen versteckt.

"In 1929, when the Depression came and poverty replaced temperance as the narrower of American Life..."

Und manchmal scheint auch ein sehr wirksamer, sanfter Humor durch, wie zum Beispiel wenn sie Tom Smith, den wortkargen Trainer eines der größten Rennpferde aller Zeiten, beschreibt.

"He had a colorless translucence about him that made him seem as if he were in the earliest stages of progressive invisibility."

Wie schlägt sich die Verfilmung gegen das Buch? Nun, ich muss sagen, hier wurde exzellente Arbeit geleistet. Jeff Bridges als Charles Howard ist ein Volltreffer, als wäre er dafür geboren, aber er ist halt Jeff Bridges und daher allein schon großartig. Tom Smith redet im Film natürlich mehr als im echten Leben, und Red Pollards wilder, lebensdurstiger Charakter wird nicht ganz vom sanften Toby Maguire getroffen. Und leider, so scheint es, ist das tollste Zitat des Films nicht dem Buch entnommen.

"You know, you don't throw a whole life away just 'cause he's banged up a little."

Ich habe ganz nebenbei sehr viel über den Pferderennsport gelernt, über Handicaps, Gewichte, Jockeys und Pferde. Und beim nächsten Pferderennen hier auf der Rennbahn werde ich, statt über die Parkplatzbelagerer zu schimpfen, mit ihnen auf der Tribüne sitzen und die Athleten, Menschen wie Pferde, auf der Bahn anfeuern.
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Laura Hillenbrand
“A Thoroughbred racehorse is one of God's most impressive engines. Tipping the scales at up to 1,450 pounds, he can sustain speeds of forty miles per hour. Equipped with reflexes much faster than those of the most quick-wired man, he swoops over as much as twenty-eight feet of earth in a single stride, and corners on a dime. His body is a paradox of mass and lightness, crafted to slip through air with the ease of an arrow. His mind is impressed with a single command: run. He pursues speed with superlative courage, pushing beyond defeat, beyond exhaustion, sometimes beyond the structural limits of bone and sinew. In flight, he is nature's ultimate wedding of form and purpose.”
Laura Hillenbrand, Seabiscuit: An American Legend


Reading Progress

May 15, 2013 – Shelved
May 15, 2013 – Shelved as: to-read
June 15, 2013 – Shelved as: stapel-ungelesener-bücher
July 18, 2016 – Started Reading
July 22, 2016 – Finished Reading
July 25, 2016 – Shelved as: favorites

Comments Showing 1-1 of 1 (1 new)

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message 1: by Gavin (new)

Gavin Armour Vielen Dank für diese Rezension. Auch mich hat der Film sehr bewegt und umso interessanter, vom Buch zu erfahren! Ist vorgemerkt.


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