Awen Eibner's Reviews > Empire in Black and Gold

Empire in Black and Gold by Adrian Tchaikovsky
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57993806
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it was ok
bookshelves: action, high-fantasy

"Empire in Black and Gold" hat nicht den einen, großen Fehler, aufgrund dessen der gesamte Roman zusammenbricht und ich zwei Sterne vergebe. Dafür hat er viele Kleinigkeiten, jede für sich genommen nicht besonders schlimm, die sich aber aufsummieren.

Zuerst aber zu den etwas gröberen Sachen, bevor ich zu diesen Details komme. Für sehr vieles sind hervorragende Ansätze da: Sämtliche Charaktere könnten einen beeindruckenden Character Arc durchlaufen, die Welt hat ein interessantes Grundkonzept, und der Plot eines einfallenden Imperiums verspricht reichlich Konflikt.
Viele dieser Ansätze wurden nicht besonders gut umgesetzt. Die Protagonisten gehören ebenfalls in diese Kategorie: Mit keinem von ihnen konnte ich wirklich mitfiebern, obwohl ich dem Roman reichlich Zeit gegeben habe, aus den Ansätzen etwas zu machen.
Prinzipiell habe ich mich zwar während des Lesens nicht gelangweilt, ich hatte aber während der ersten Hälfte des Buches eine Leseflaute, und ich bin mir recht sicher, dass sie auch durch "Empire" bekräftigt wurde. Dementsprechend kann ich nicht behaupten, das Buch wäre immerhin durchgehende, leicht zu lesende Unterhaltung.

Jetzt zu den vielen Kleinigkeiten, von denen ich ein paar anreißen möchte. Das Konzept, verschiedene menschliche Ethnien mit Insekten zu verknüpfen - und zwar nicht nur mit den üblichen wie Schmetterlingen und Libellen, sondern auch mit Fliegen, Käfern, Wanzen, Wespen, ... - ist eines, dem ich viel abgewinnen kann. Es werden aber äußerliche und physische Attribute, die vom Tier abgeleitet werden, auch mit mentalen vermischt, wie etwa die mantis-kinden, die während des Kämpfens in eine Art Blutrausch fallen und denen das Töten dementsprechend viel Spaß macht - allen. Sollte das eine Allegorie auf die realen Ethnien unserer Welt sein, ist sie eine recht konfuse, wenn ich ihr auch nichts Drastisches unterstellen würde. Prinzipiell wird im Roman der Gedanke der Toleranz und des friedlichen Zusammenlebens insbesondere durch die Protagonisten als sehr positiv und wünschenswert empfunden, und selbst die wasp-kinden, die ja die Invasoren sind, bekommen ein paar Grauschattierungen, etwa beim finalen Kapitel mit Aagen und auch durch Thalric.
Ebenfalls erwähnen möchte ich, dass die Ancestor Art, die sich zwischen den Ethnien unterscheidet und Dinge wie Nachtsehen, Fliegen, besondere Stärke oder zusätzliche Auswüchse am Körper inkludieren kann, ebenfalls recht konfus ist und mit den realen Tiergruppen nicht unbedingt übereinstimmt. Käfer etwa haben nur selten die Ancestor Art des Fliegens - obwohl die meisten realen Käfer fliegen können (man denke nur an den Marienkäfer). Das ist nur ein Beispiel und man kann sämtliche dieser als kreative Freiheiten verbuchen, ich finde es aber bedauerlich, dass von einem Autor, in dessen Biographie das Zoologie-Studium extra erwähnt wird, solche simplen Dinge nicht berücksichtigt. (Damit, dass Skorpione, Spinnen und Regenwürmer nicht zu den Insekten zählen, möchte ich erst gar nicht anfangen.)

Auch in Hinsicht auf Charaktere, Setup und Payoff gibt es einige Holprigkeiten. (Ab hier werde ich spoilern.) So wird etabliert, dass Mischlinge zwischen den Ethnien äußerliche Merkmale beider Eltern haben - und dann kommt im zweiten Drittel der Twist, dass eine der Protagonistinnen ein Mischling ist, obwohl sie nur wie eine spider-kinden aussieht. Man könnte sich natürlich eine Erklärung dafür zurechtbiegen, wieso ein derartiges Phänomen noch nicht in der Welt bekannt ist, aber ich würde es dennoch als narrativ etwas unsauber gearbeitet bezeichnen.
Ein weiteres Problem: Physische Verletzungen werden prinzipiell berücksichtigt, auch wenn sämtliche Protagonisten eine angemessen dicke Plot Armor haben, aber psychische Folgen sind recht rar gesät - sieht man mal von meinem Lieblingscharakter, Thalric, ab. Besonders gut lässt sich das an Che aufzeigen, die unter anderem versklavt, geschlagen, fast vergewaltigt und fast gefoltert wird, und das scheint wenige Folgen für ihre psychische Verfassung zu haben.

Ich hatte mir von "Empire in Black an Gold" Komplexität erhofft und hatte in der Leseprobe Ansätze dafür gesehen, die sich durch das ganze Buch gezogen haben. Mit gelegentlichen Ausnahmen sind sie jedoch Ansätze geblieben. Die tatsächliche Umsetzung versucht sich an einer vielschichtigen, komplizierten Welt, erscheint aber letztlich konfus. Ich bin froh, dass ich das Buch beendet habe, aber die Reihe werde ich nicht weiterlesen - trotz all der kleinen Details, die mich nach wie vor an der Welt faszinieren.
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Reading Progress

April 19, 2019 – Shelved as: to-read
April 19, 2019 – Shelved
May 8, 2020 – Shelved as: sub-des-monats
May 10, 2020 – Started Reading
May 11, 2020 –
4.0%
May 12, 2020 –
9.0%
May 14, 2020 –
14.0% "Bisher wirkt es, als könnte das hier eine sehr komplexe, nuancierte Welt werden - also genau mein Ding."
May 15, 2020 –
18.0%
May 18, 2020 –
27.0%
May 31, 2020 –
32.0%
June 5, 2020 –
34.0%
June 6, 2020 –
48.0% "Hoffentlich ist die Leseflaute jetzt vorbei und ich kann dieses Buch beenden."
June 6, 2020 –
69.0%
June 8, 2020 – Finished Reading
June 9, 2020 – Shelved as: action
June 9, 2020 – Shelved as: high-fantasy

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