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Obsidian - Schattendunkel by Jennifer L. Armentrout
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Naja ...

Zuerst das Positive: Das Cover ist traumhaft und die Grundidee hat was. Außerdem war das Gekappel zwischen Katy und Daemon mitunter recht witzig - zumindest anfangs.

Nun zum Rest:

Zu Beginn fand ich die Protagonistin Katy sehr sympathisch. Auch den Schreibstil mochte ich. Er zog einen in den Bann und die Autorin hat ein gutes Händchen dafür, die Kapitelenden so zu legen, dass man immer weiterliest. Das erste Kapitel hatte ich probegelesen vor dem Kauf und mochte es total. Allerdings wurde sowohl der Stil mit der Zeit immer ermüdender als auch Katy immer ... komischer.

Zum Stil: Zum einen fand ich es supernervig, dass mir gefühlt alle drei Zeilen unter die Nase gerieben wird, dass Daemon unheimlich heiß und ein Arsch ist. Ja, ich hab's kapiert. Ich leide zwar gerade an Stilldemenz, aber so schlimm ist es dann doch nicht ... Dann hat mir ein wenig die Umgebung gefehlt. Ich bin nun wirklich nicht jemand, der bei Büchern auf Landschaftsgärtnerei steht, aber bei diesem Buch hatte ich das Gefühl, dass die Umgebung nur zu dem Zweck beschrieben wurde, um Daemon in Szene zu setzen, z.B. weil er sexy an einem Türrahmen lehnt. Es kam gelegentlich zu Situationen, wo ich mitten im Dialog plötzlich überrascht war, wo sich die beiden Sprechenden befanden. Ich dachte z.B. noch sie wären vor Katys Haustür, aber dabei waren sie schon losgegangen, was irgendwie völlig an mir vorbei ging. Kann zwar überlesen gewesen sein, aber das ist mir nicht nur einmal passiert. Die Actionszenen (ja, es gab ein paar wenige) waren leider nicht besonders packend geschrieben. Dafür waren aber die etwas "intimeren" Szenen zwischen Daemon und Katy recht sexy.

Zur Story:

Dass der Hintergrund zu Daemon und seine Fähigkeiten physikalisch nicht ganz logisch sind, damit kann ich mich ja noch anfreunden. Immerhin bin ich auch begeisteter Fantasy-Leser. Immerhin ist an der Stelle, wo das offenbart wurde, dann auch mal was passiert. Und damit kommen wir zum Knackpunkt: es passiert einfach viel zu wenig. Die meiste Zeit wird damit verplempert, Daemon als wunderschön und arschig zu beschreiben, oder Katy und Daemon zicken sich gegenseitig an. Ab hier gibt es nun leider eine Spoilerwarnung

ACHTUNG SPOILER

Bei der "Beziehung" zwischen den beiden fand ich das Gezicke ja anfangs noch ganz unterhaltsam. ABER das zog sich durch das ganze Buch und am Ende waren die beiden noch nicht einmal ein Paar. Hallo?! Wie viele Bücher soll dieses Getue denn noch aufrecht erhalten werden? Dabei weiß man doch seit dem Beinahe-Kuss auf der Hollywoodschaukel (oder wo das war), dass beide aufeinander stehen. Und dass Katy sich die ganze Zeit einredet, dass er sie ja eigentlich gar nicht will und sie ihn ja eigentlich auch gar nicht will, ihn dann aber immer wieder küssen will. Sorry, das nervt irgendwann einfach nur noch.

Dazu fand ich bei Katy folgende Dinge sehr merkwürdig: Offenbar hat sie keinerlei Freunde in ihrem letzten Wohnort gehabt. Jedenfalls erinnert sie sich nie an jemanden und hat auch keinerlei Kontakt nach Hause. Angeblich ist sie Buchbloggerin. Und als Buchbloggerin mag man Bücher (unterstelle ich jetzt mal ganz mutig), doch sie hat in der ganzen Zeit, die das Buch spielt, vielleicht einmal ein Buch gelesen ...

Anfangs hat Daemon sich Katy gegenüber ziemlich arschig verhalten, da stimme ich durchaus zu. Später ist das für mich aber eher necken und außerdem rettet er ihr in einer Tour den Hals - teilweise sogar, indem er sich selbst in Lebensgefahr begibt. Und trotzdem betont Katy die ganze Zeit, dass er sich wie ein Arschloch verhält. Aha? Sie redet doch auch nicht anders mit ihm, als er mit ihr. Und als er ihr zwischendurch Vorschriften macht, dann doch nur, damit sie sich nicht Gefahr begibt.

Wo wir beim nächsten Punkt sind: Katy ist eine selbstbestimmte und unabhängige Frau. Deshalb lässt sie sich natürlich auch nicht von Daemon herumkommandieren. Selbst wenn er ihr einen sinnvollen Rat gibt, der sie schützen soll. Dann geht sie lieber mit dem Kerl, der sie schon die ganze Zeit auf einer Party gegen ihren Willen befummelt hat, mitten in der Nacht zu einer Lagerfeuerparty auf einem Stoppelfeld. Ja klar ... Und trotz, dass sie kaum Alkohol trinkt, lässt sie sich von Monsieur Grabscher dann noch in den Wald locken und schnallt das erst, als es schon zu spät ist. Spätestens bei dieser Szene habe ich mich ersthaft gefragt, ob Katy eigentlich noch alle Tassen im Schrank hat. Es drohte dann eine Vergewaltigung, vor der sie Daemon (natürlich) gerettet hat. Und was macht Katy? Sie sorgt sich um den Kerl, der sie fast vergewaltigt hätte? Bitte, was??? Wenn mir jemand so etwas antun würde, hätte ich Null Mitleid mit dem, auch wenn er danach grausamst zu Tode kommt. Ein Arsch weniger, der andere Frauen bedrängen kann.

SPOILER ENDE

Das Buch war jetzt nicht durchweg schlecht. Die Autorin hat es mit ihrem Schreibstil durchaus geschafft, dass ich bis zum Ende gelangt bin und einige Dinge waren auch interessant. Allerdings ist mein weiterer Bedarf an Daemon und Katy gedeckt. Ein wirklich tolles Buch ist für mich was anderes und den Hype kann ich in keiner Weise nachvollziehen. Von mir ganz knappe 3 Sterne.
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Reading Progress

June 22, 2017 – Started Reading
June 22, 2017 – Shelved
June 24, 2017 – Finished Reading

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