Ein Roman über die Liebe und die Leidenschaft zur Kunst – leichtfüßig, raffiniert, rasant.Brillante Mischung aus Kunst-, Liebes- und SpannungsromanArthur Valentin, Antiquar und Kunstliebhaber mit Hang zur Lethargie, wird nach fünfzehn Ehejahren von seiner Frau verlassen und fällt in ein tiefes Loch aus Selbstmitleid und Resignation. Ein gewöhnlicher Fall von Midlife-Crisis? Nicht, wenn Francis Bacon ins Spiel kommt! Als Arthur eines Tages eher zufällig in eine Ausstellung des weltberühmten Malers stolpert, ist er sofort wie elektrisiert von dessen apokalyptischer Bilderwelt. Er beginnt, der Ausstellung quer durch Europa hinterherzureisen und trifft so überraschend auf seine Ex-Frau mit ihrem neuen Verehrer - der offenbar einen Kunstraub plant …Den Kunsträubern auf der Spur!Arthur nimmt die Verfolgung auf, unterstützt von seiner liebenswerten Kollegin Maia aus dem Antiquariat, die ihm seit der Trennung eine moralische Stütze ist. Gemeinsam tauchen sie immer tiefer in die Welt von Kunstraub und -fälschung ein und scheinen sich dabei näherzukommen - wäre da nicht noch Maias alte Liebe Thomas, der ihnen bei den Nachforschungen hilft, was Arthur ein Dorn im Auge ist!Ein Buch für Kunstliebhaber und Bacon-Fans"Großartig die Beschreibungen der Bacons, beklemmend und gleichzeitig lustig der schwerverletzte Held", zeigt sich Starautor Martin Suter begeistert. Mit "Bacons Finsternis" ist Wilfried Steiner eine romantische Komödie und ein genialer Kunstroman in einem gelungen. Ein Muss für Kunstliebhaber und Bacon-Fans - und alle, die es noch werden wollen!
Völlig überraschend erfährt Arthur Valentin von seiner Frau Isabel, dass sie ihn verlassen wird. In den Monaten nach der Trennung kultiviert er seinen Schmerz, bis er bei einer Ausstellung erstmals Werke von Francis Bacon sieht. Fasziniert begibt er sich auf Bacons Spuren – und findet in der Tate Gallery Isabel, mit einem anderen Mann. Raubt ihm die Eifersucht nun vollends den Verstand oder planen die beiden tatsächlich einen Kunstraub?
Meine Meinung: Bei dieser Rezension von Wilfried Steiners „Bacons Finsternis“ möchte ich mein Fazit für einmal vorneweg nehmen: Ich gebe diesem Buch vier Sterne, denn es hat mir sehr gut gefallen. Überraschend gut sogar. Wilfried Steiner war mir vor der Lektüre dieser Mischung aus einem Kunstbuch und einer Trennungsgeschichte kein Begriff, Francis Bacon und seine wundervoll beklemmenden Bilder hingegen schon. Deshalb habe ich auch sofort zugegriffen, als ich das Buch sah. Denn ich wollte unbedingt mehr über diesen exzentrischen, spielsüchtigen, schwulen englischen Künstler erfahren, der so unfassbar geniale und verstörende Portraits gemalt hat. Herrn Steiner ist es auch gelungen mir Bacon und seine Werke näher zu bringen, mit wundervoll schaurigen Beschreibungen, die einem – genau wie Arthur Valentin, dem Protagonisten des Buches, Lust auf mehr machen, Lust darauf die Kunstwerke mit eigenen Augen zu sehen und zu fühlen. Daher komme ich nun auch zu meinem ersten Kritikpunkt des Buches: Ich hätte mir eine illustrierte Ausgabe gewünscht, mit den wichtigsten Bildern, von denen im Buch die Rede ist (so ähnlich, wie bei Dan Browns „Da Vinci Code beispielsweise), oder zumindest ein Verzeichnis der wichtigsten Werke von Francis Bacon am Ende des Buches. Auf diese Weise hätte der Leser noch tiefer in die Handlung und das Geschehen eintauchen können und es sich noch besser vorstellen. Auch hätte ich mir eine kurze Erklärung gewünscht, was denn nun an diesem Roman Fakt und was Fiktion war. (Gab es das Bacon-Portrait von Freud zum Beispiel wirklich?) Mein zweiter Kritikpunkt betrifft den Schreibstil des Romans: Am Anfang wirken Arthurs Gedankengänge und ihre Beschreibung arg abgehackt und realitätsfern, ich hatte Schwierigkeiten mich darin zurecht zu finden. Zum Glück gibt sich das, sobald Bacon in Arthurs Leben tritt und ab da ist der Schreibstil packend, flüssig und geradezu hypnotisch mitreißend. Ein bisschen so, wie Arthur von der ganzen Geschichte mitgerissen wird. Sie wirkt ja auch ein bisschen konstruiert: Arthur Valentin wird nach 15 seiner Meinung nach glücklichen Ehejahren, Hals über Kopf von seiner jungen erfolgreichen Ehefrau für einen reichen Trottel verlassen. Arthur versinkt daraufhin in Selbstmitleid, bis er eines Tages Bilder von Francis Bacon sieht, die etwas in ihm verändern und er beschließt ihnen hinterherzufahren, weil er noch nicht genug von ihnen hatte. Soweit ist ja alles noch halbwegs nachvollziehbar. Doch in der Tate Gallery in London hört er zufällig mit an, wie seine nun Ex-Frau und ihr neuer darüber reden ein Bild von Freud und Bacon an sich zu bringen. Arthur zieht daraus seine ganz eigenen Schlüsse und beschließt herauszufinden, was die beiden vorhaben und eventuell einen Kunstraub zu verhindern. Und hier beginnt die Geschichte etwas ihre Realitätsnähe und Glaubhaftigkeit zu verlieren. Denn anstatt, dass seine Mitmenschen Arthur für komplett verrückt erklären, unterstützen sie ihn alle dabei seinen Hirngespinsten hinterherzujagen. Allen voran Maia, Arthurs Freundin und Geschäftspartnerin, die ursprünglich einmal Kunst studiert hat, ihren Beruf aber aufgrund eines winzigen Handicaps nicht mehr ausüben kann. Sie legt eine bemerkenswerte (kriminelle) Energie beim Aufstöbern der Wahrheit an den Tag und reißt Arthur einfach mit. Auf Umwegen finden die beiden schließlich mehr oder weniger die Wahrheit heraus und letztendlich ist es eigentlich nur Maia zu verdanken, dass Arthur schließlich auch zurück ins Leben findet. Gestört hat mich das Ende trotzdem ein bisschen. Arthur, der superkorrekte, ewig grübelnde Saubermann (wo dieser Charakterzug an ihm herkommt, hätte mich auch interessiert), findet durch reinen Instinkt ein wertvolles, mehr oder weniger geklautes Gemälde und bewahrt es einfach in seinem Schlafzimmerschrank auf. Kein Ruhm und keine Ehre also für den Helden wider Willen, kein „Ich hab’s dir ja gesagt!“ Isabel gegenüber und kein finaler Showdown mit dem Kontrahenten. Interessant fand ich hingegen, wie sich zum Ende hin die Beziehung zwischen Maia und Arthur verändert hat und ich hätte gerne gewusst, wie das noch weitergegangen wäre. Denn meiner Meinung nach war das die wirkliche Intention von Wilfried Steiner beim Schreiben dieses Buches: Aufzuzeigen, dass auch bei einer Scheidung, wie bei einem Trauerfall, Verlust und Trauerprozesse in Gang gesetzt werden, und dass diese mit der Zeit überwunden werden können. Das ist dem Autor vollends gelungen.
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