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Stürenburg-Geschichten

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German

60 pages, Hardcover

Published March 9, 2009

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Arno Schmidt

240 books216 followers
Arno Schmidt, in full Arno Otto Schmidt, (born January 18, 1914, Hamburg-Hamm, Germany—died June 3, 1979, Celle), novelist, translator, and critic, whose experimental prose established him as the preeminent Modernist of 20th-century German literature.

With roots in both German Romanticism and Expressionism, he attempted to develop modern prose forms that correspond more closely to the workings of the conscious and subconscious mind and to revitalize a literary language that he considered debased by Nazism and war.

The influence of James Joyce and Sigmund Freud are apparent in both a collection of short stories, Kühe in Halbtrauer (1964; Country Matters), and, most especially, in Zettels Traum (1970; Bottom’s Dream)—a three-columned, more than 1,300-page, photo-offset typescript, centring on the mind and works of Poe. It was then that Schmidt developed his theory of “etyms,” the morphemes of language that betray subconscious desires. Two further works on the same grand scale are the “novella-comedy” Die Schule der Atheisten (1972; School for Atheists) and Abend mit Goldrand (1975; Evening Edged in Gold), a dream-scape that has as its focal point Hiëronymus Bosch’s Garden of Earthly Delights and that has come to be regarded as his finest and most mature work.

Schmidt was a man of vast autodidactic learning and Rabelaisian humour. Though complex and sometimes daunting, his works are enriched by inventive language and imbued with a profound commitment to humanity’s intellectual achievements.

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Profile Image for Laurent De Maertelaer.
825 reviews174 followers
August 20, 2017
Acht heerlijke verhalen die de grote Arno Schmidt om den brode schreef midden jaren vijftig. Alle 'anekdotes' worden verteld door de nukkige en excentrieke landmeter op rust Stürenberg. De korte verhalen in de stijl van Poe en Hoffmann eindigen telkens met een verrassende pointe, de omstaanders (stuk voor stuk minstens even excentriek als de verteller) geven als een klassiek koor geregeld commentaar of doorprikken de spanning met komische onderbrekingen. Een mooie ode aan de orale traditie van het vertellen, prachtig vertaald door meestervertaler Mysjkin. Uitgegeven bij Vleugels op 300 exemplaren.
Profile Image for Rudi.
182 reviews44 followers
October 9, 2021
Acht kurze Geschichten um den Vermessungsrat a. D. Stürenburg. Für den Abdruck in Zeitungen gedacht, damit Geld hereinkomme, enthalten diese anekdotischen Erzähltexte schon sehr viel von Schmidts besonderer Art des Schreibens und vom Zeitgeist (vulgo Mief) der frühen Bundesrepublik. Lesenswert.
Profile Image for Klaus Mattes.
827 reviews16 followers
January 14, 2025
Höre ich den Namen Arno Schmidt, sehe ich seine Hornbrille. Eine Joppe aus Leder und einen Feldstecher, um im Herbst über die braune flache Haide zu spähen (wohlgemerkt mit „ai“, warum auch immer, wohl weil sein Lieblingsautor einst es so geschrieben hatte), ob sich jemand dem kleinen Häuschen nähere, in möglicherweise feindlicher Absicht. Kuschelig an sich, aber mit Tausenden alter Bücher, höchst antiquarisch erworben, sonst kaum noch irgendwo zu kriegen, vollgestopft. Mittlerweile alle mehrfach gelesen, in (aus Zigarettenschachteln und dergleichen zugeschnittene) Karteikarten kondensiert. Hunderte Kästen mit Notaten, die man nur in die beste Reihenfolge puzzeln muss, schon hat man den avanciertesten, modernsten Gelehrsamkeits-Roman. Pardon: „Gelehrsamkeits=Roman“. Ich sehe eine knautschige, hellbraune, abgewetzte Lederaktentasche. Immerhin war der ehrsame, alte Vater einstens ein Postbeamter in Hamburg, nicht, wie man schon mal meinen könnte, vogelfreier Gitano, bzw. „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“, bzw. „Die abenteuerliche Reise des kleinen Schmiedledick mit den Zigeunern“, das hatte man angpassäng gelesen, wie doch jeder vorläufig Angebildete in dieser mediokren, weil heutigen Zeit.

Wenn ich mir Arno Schmidt mal anhöre (da gibt es Hörbücher), komme ich selten umhin, mich zu wundern, wie spießig deutsche Revolutionäre eigentlich werden können. Ihn nur kurz erlauscht und seltsamerweise hab ich den Heinz Erhardt im Ohr, noch‘ne Hornbrille. Und nicht den ollen Dürrenmatt, Hornbrille, aber vergleichsweise weltläufig und dandyhaft. Humor hatten sie sicher alle drei für Drei: der Schmidt, der Dürrenmatt, der Erhardt. Arno Schmidt allerdings den weitaus knauserigsten, knorzigsten, kauzigsten, kultusgemeindestiftendsten, spießigsten, wenn nicht spaßigsten Humor von allen!

Um Geld zu verdienen, verfasste Arno Schmidt in den Jahren 1955 und 1956 für Feuilletons von Zeitungen wie der „Hannoverschen Presse“ kleine Anekdoten-Geschichtlein in klassischer Manier. Eine bürgerliche Gesellschaft versammelt sich um einen Doyen, den betagten Landvermessungsrat Stürenburg (Zigarrenraucher, der immer zuerst nur „Tscha...“ sagt, Haidnisch für „also“). Man erzählt sich gegenseitig Entnommenes aus nicht mehr gelesenen Romanen des deutschen 18. Jahrhunderts. Wie immer bei Schmidt geht es natürlich gar nicht ohne Johann Gottfried Schnabels grandioser „Insel Felsenburg“. Wenn sonst keiner diese Bücher von innen gesehen hat, kann man sie nach Lust und Laune ausbeinen und collagieren wie ein vergnügter Max Ernst. Jedes Mal ist die Darbietung etwas verschrobener als die unerhörte Begebenheit, will sagen Handlung. Auch nimmt, mit all dem Schäkern das Vorstellen der in der Herrenrunde versammelten Herren fast mehr Platz weg als die launige Kuriostiät, die dann noch zu vermelden wäre.

Er unterbrach sich, tat einen geschmeidigen Satz in die winzige Manege, und überreichte der Seiltänzerin der Truppe den bereitgehaltenen billigen Blumenstrauß; sein rot und schwarz geflammtes Kleid unterbaute eindrucksvoll das alte kühne Gesicht; er riß ein paar volkstümliche Kalauer, kündete die nächste Nummer an, und trat gelassen wieder zu uns; die schwarzen Augenkerne glitten ihm rastlos im Gesicht herum, und ließen nichts aus: die Ringsumsilhouette der kleinen Stadt, die Klexographien der Bäume, das spießbürgerlich angeregte Publikum. Heute weiß ich, daß er ein Weiser und Misanthrop gewesen sein muß, der ein ruchloses Vergnügen daran fand, uns Kinder zu verwirren. Also erzählte er weiter von seiner Jugend unter Zigeunern :
„Ich blieb bei diesem sehr besonderen und wunderbaren Volk beinahe drei Jahre, und wurde in all ihre Bosheiten eingeweiht. Keine Fesseln konnten sie festhalten, keine Gefängnisse sie einsperren; weder Riegel noch Schlösser sicherten den Schatz der Begüterten vor ihnen. Durch Speisen oder Gerüche waren ihnen die Tiere unterwürfig : das wildeste Pferd mußte von ihnen stehen; der grimmigste Bullenbeißer durfte sie nicht anbellen; alle Höfe, Gärten und Bleichplätze waren ihnen so offen, wie die freie Straße.“
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