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60 pages, Hardcover
Published March 9, 2009
Er unterbrach sich, tat einen geschmeidigen Satz in die winzige Manege, und überreichte der Seiltänzerin der Truppe den bereitgehaltenen billigen Blumenstrauß; sein rot und schwarz geflammtes Kleid unterbaute eindrucksvoll das alte kühne Gesicht; er riß ein paar volkstümliche Kalauer, kündete die nächste Nummer an, und trat gelassen wieder zu uns; die schwarzen Augenkerne glitten ihm rastlos im Gesicht herum, und ließen nichts aus: die Ringsumsilhouette der kleinen Stadt, die Klexographien der Bäume, das spießbürgerlich angeregte Publikum. Heute weiß ich, daß er ein Weiser und Misanthrop gewesen sein muß, der ein ruchloses Vergnügen daran fand, uns Kinder zu verwirren. Also erzählte er weiter von seiner Jugend unter Zigeunern :
„Ich blieb bei diesem sehr besonderen und wunderbaren Volk beinahe drei Jahre, und wurde in all ihre Bosheiten eingeweiht. Keine Fesseln konnten sie festhalten, keine Gefängnisse sie einsperren; weder Riegel noch Schlösser sicherten den Schatz der Begüterten vor ihnen. Durch Speisen oder Gerüche waren ihnen die Tiere unterwürfig : das wildeste Pferd mußte von ihnen stehen; der grimmigste Bullenbeißer durfte sie nicht anbellen; alle Höfe, Gärten und Bleichplätze waren ihnen so offen, wie die freie Straße.“