Isabella Nadolny (geb. als Isabella Peltzer; Pseudonyme: Isabella Burkhard, Isabella Ma Jolny) war eine deutsche Schriftstellerin und Übersetzerin. Sie stammte aus der großbürgerlichen Familie Peltzer; ihr Vater war Maler, ihr Urgroßvater war der nach Russland ausgewanderte Tuchfabrikant Napoléon Peltzer. In den 1930er Jahren geriet die Familie in materielle Schwierigkeiten; Isabella Peltzer arbeitete als Sekretärin in einem Ministerium in Berlin. 1941 heiratete sie den Schriftsteller Burkhard Nadolny; aus dieser Ehe ging ein Sohn, der Schriftsteller Sten Nadolny, hervor. 1951 begann Isabella Nadolny mit dem Schreiben und erzielte Erfolge mit ihren Frauen- und Familienromanen. Seit den Sechzigerjahren lag der Schwerpunkt ihrer Arbeit auf dem Übersetzen von Unterhaltungsliteratur aus dem Englischen.
Isabella Nadolny lebte in Chieming am Chiemsee.
Isabella Nadolny erhielt 1966 den Tukanpreis der Stadt München, 1975 den Ernst-Hoferichter-Preis, 1992 das Bundesverdienstkreuz und 1994 den Bayerischen Verdienstorden. Der an ihrem ehemaligen Wohnhaus vorbeiführende Fußweg wurde nach ihr benannt.
Mindestens Zweit-, aber eher Dritt- oder Viertlektüre. Das erste Mal habe ich das Buch wohl ungefähr gelesen, als die Taschenbuchausgabe 1980 herauskam und meine Mutter es für den Urlaub gekauft hat. Beim Wiederlesen habe ich Wörter und Bildungsbruchstücke gefunden, die ich aus diesem Buch gelernt habe, und Wendungen, die ich in meinen Sprachgebrauch übernommen habe. Es ist ein kleines bisschen überornamentiert mit possierlichen Adjektiven, und es ist geradezu aberwitzig unpolitisch, aber immerhin ehrlich in diesem völligen Desinteresse am Dritten Reich und seinen Akteuren. Nationalsozialismus und Krieg kommen in diesem Buch über eine einfache und freundliche Bevölkerung wie ein Mehltau über die Pflanzen, niemand konnte etwas dafür, und als der Mann der Autorin für seine Tätigkeit beim Nachrichtendienst in ein Lager muss, ist sie nur empört darüber, dass man so mit einem Schriftsteller umspringt. "Die Amerikaner waren sicherlich der Meinung, daß ein Schriftsteller viel lebenswahrer schöpft, wenn er Lager und Gefängnis von innen kennengelernt hat, und daß es seinen Charakter stählt, den Urzuständen der Menschheit nähergebracht zu werden, als da sind Kälte, Hunger und Ausgeliefertsein." Dazwischen ist es auch oft sehr gut und vor allem sehr lustig.
Ich wollte es nur wegen der Lustigkeit der Beschreibungen noch einmal lesen und auch, weil ich mich gerade in den ersten Corona-Wochen oft an Nadolnys Beschreibungen von plötzlichen Umbrüchen, Mangel und Improvisation erinnert habe. Und jetzt brauche ich unvermutet eine Meinung darüber, wie gut oder schlecht, falsch oder richtig es ist, solche grob verharmlosenden Bücher zu schreiben. Provisorische Meinung: Es ist ein schönes und menschenfreundliches Buch, das sich zu Recht gut verkauft hat, aber es war eine verschenkte Chance, auf diesem Vehikel nicht wenigstens ein paar kritischere Dinge zu transportieren. Viele hätten es ja gar nicht sein müssen.
War ein ganz nettes Buch, was so vor sich hin geplätschert ist und sich ganz gut lesen ließ. Ich fand es allerdings etwas oberflächlich und verharmlosend, was die Kriegsthematik anging. Aber vielleicht war das auch passend zur bayerischen Chiemseekulisse.