Ich kann dieses Buch gar nicht genug loben. „Ich mache doch schon so viel“ dachte ich mit meinen 2 Monaten alleiniger Elternzeit - während Mama im Zimmer nebenan gleichzeitig vollzeitnah arbeitet, sich um neue Babyklamotten für den Winter kümmert und die Geburtstagsfeier für den Kleinen plant.
Jeder (werdende) Vater (und wahrscheinlich auch jede Mutter) mit einem bisschen Interesse am Thema der gleichberechtigten Care-Arbeit kann mit diesem Buch nichts falsch machen.
Endlich spricht mal ein Vater aus, was wohl die meisten Mütter denken! Journalist Tobias Moorstedt widmet sich in seinem Buch „Wir schlechten guten Väter – Warum Männer sich erfolgreich gegen Familienarbeit wehren – und warum wir das dringend ändern müssen“ einem ganz wichtigen Thema und das endlich mal von „der anderen Seite“.
Moorstedt schreibt über die Ungleichverteilung von Hausarbeit und Betreuung in Familien (Gender Care Gap), von immer noch flächendeckend vorherrschenden patriarchalen Strukturen in den meisten Familien und den Folgen für alle. Aber statt Ausreden zu finden, prangert er sich und seine Geschlechtsgenossen an, etwas zu ändern. Und das ist so immens wichtig, was er auch durch zahlreiche Studien, Zitate und Quellen belegt.
Ich bin wirklich begeistert, wie fundiert der Autor recherchiert hat und noch mehr, wie ehrlich er ist. Denn auch wenn es bereits einen gewissen Wandel gibt, ist es dennoch ein weiter, steiler Weg hin zur Gleichberechtigung. Und dass wir alle davon profitieren würden – Frauen wie Männer und unsere Kinder, steht fest. Auch der Frage, warum sich dann nicht mehr tut, widmet sich Moorstedt ausgiebig und findet sinnvolle Erklärungen, aber auch neue Wege aus dem Patriarchat.
Vielleicht schafft es mit Tobias Moorstedt ja ein Mann, die Männer und vor allem Väter, in der Politik wie im Privaten, wachzurütteln und für mehr Gleichberechtigung einzustehen. Ich jedenfalls ziehe meinen Hut vor ihm und sage DANKE.