Dieser erste einer auf zwanzig Bänden angelegten Reihe steht wahrscheinlich nur deshalb bei Tausenden Deutschen im Regal, weil man ihn mal als Geschenk für ein Abo der ZEIT gab. Vor allem die Frühgeschichte ist sehr schön geschrieben. Dabei sind die Museums-Abteilungen mit den Scherben und Keilen immer die gewesen, durch die ich immer rasch durchgehoppelt bin. Hier vermögen es die Autoren, einem die riesigen Anstrengungen zu veranschaulichen, die die Menschen damals auf sich genommen haben, bloß um ihre Krüge zu verzieren oder um Holzkohle herzustellen. Das Erstaunen und die Ehrfurcht wachsen vielleicht auch, wenn man älter wird. "Vor 10.000 Jahren" klingt zwar gewaltig, schrumpft aber, wenn man sich bewusst macht, dass es nur 300 Generationen sind, die hinter einem liegen zu einer Zeit, als man noch nicht einmal Eisen verwenden konnte. Enttäuschend ist der riesige Abschnitt zum Alten Ägypten. Karola Zibelius-Chen, die für sämtliche Kapitel dieser 3.000 Jahre währenden Epoche zuständig ist, ermüdet den Leser mit ihrem trockenen Stil und den Aufzählungen von Dynastien, ohne dass je Geschichten erzählt würden oder dass es in einen interessanten Zusammenhang gestellt würde. Man horcht schon mal auf, wenn von Musikinstrumenten oder einer Intrige die Rede ist. Ein Schlagwort-Register hätte dem Buch gut getan. Trotzdem habe ich mir jetzt den zweiten Band bestellt. Hoffnungsvoll, wie ich nun mal bin.