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Bionik - Der Natur abgeschaut: Wissen auf einen Blick. 100 Bilder - 100 Fakten

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Hardcover

First published September 15, 2008

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Birgit Kuhn

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Profile Image for Klaus Mattes.
858 reviews20 followers
April 12, 2026
Der Bringer ist dieser Foto-Bildband zum Thema Bionik ja nun nicht. Auf ein Problem der Sache kommt man erst einmal nicht: länglich rechteckiges Querformat eines relativ schweren Buchs. Schlägt man es öfter auf und hält es über der Tischplatte, will der Buchblock immer weiter nach unten durchhängen als der feste Karton ihm erlaubt; das heißt, das gebundene Buch möchte ausbrechen, vom Vorsatz abreißen. Macht die Lektüre schwierig.

Bionik, das sind die Gebiete, auf denen der Mensch als Techniker angeblich was bei der Natur abgeschaut hat. Dieses Buch dreht die Blickrichtung allerdings immer wieder auch um. So kennt jeder die Jahrmarkts-Tuten aus Papier, diese zusammengerollten Papierdinger, die sich ausrollen, wenn man hinein bläst. Brück und Kuhn lenken unsere Aufmerksamkeit darauf, dass es diverse Fühlerantennen bei Schmetterlingen gibt, die ähnlich funktionieren. Ähnlich. Natürlich ist kein Metallstreifen drin, aber ein Muskel, der in der Tute nicht ist. Und man darf wohl schon davon ausgehen, dass die Trötenkonstrukteure sich keine Schmetterlingsköpfe unterm Mikroskop besehen hatten, bevor sie auf die Idee kamen.

Ein Buch voller farblich übertriebener Makrofotos aus dem Tierreich. Vor allem Insekten immer wieder. Die sehen meist sehr schlicht aus oder irgendwie eklig. Ein Buch, das gerne hätte, dass die Lehmhausbaumeister des mittelalterlichen Jemens vom Nestbau des Mauerseglers gelernt hätten. Aber können die Menschen nicht mal so schlau gewesen sein, selbst auf die Idee zu kommen, dass Erde vielleicht stabil stehenbleiben könnte, wenn man sie mit Wasser anrührt, mit Pflanzenfasern untermischt, dann austrocknet, was im Jemen-Klima so fern wohl nicht lag.

Bionik? Nein eher: Guckt mal, wie ähnlich diese zwei Fotos sich sehen. (Wobei dieses Buch fast immer nur das Naturfoto zeigt. Oder wenn dann mal einen nächtlich erleuchteten Hallenbau von Calatrava, den man auch noch „Das Auge“ benannt hat, aber kein Auge sieht, fehlt natürlich auch jeder Hinweis, was der spanische Computer-Statiker wohl von irgendwelchen Augen gelernt hat.)

Es liegt in der Natur der Sache, dass diverse Dinge eben höchst komplex sind und mit einer einzigen Seite Wissenschaftsjournalismus nicht hinreichend erleuchtet werden können. Aber muss ein Buch so oft so viele „Hä? Was hat sie da gerade gesagt?“-Texte enthalten wie dieser?

Ein Vogelflügel hat die Form eines Doppelfächers, der sich im Bereich des Ellbogens und des Handgelenks einklappen lässt. Seine Fläche erhält ein Flügel durch zwei Hautlappen, vor allem aber durch die Schwungfedern. Diese werden von mehreren Reihen von Deckfedern überlagert, sodass der Flügel eine geschlossene Federdecke aufweist. Der Flügel bildet zusammen mit dem Gefieder ein stromlinienförmiges Profil, das unter einem Anstellwinkel von etwa 5 Grad von der Flugluft angeströmt wird.
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