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Tierisch heiß. Wie Koala, Elefant und Meise auf die Klimakrise reagieren

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Vom Outback bis zur Ostsee - wie die Tiere mit der Klimakrise umgehen

Die Wetterextreme nehmen zu. Buschbrände in Australien, Hitzewellen in Deutschland, Dürren in Afrika, schwindende Eisflächen an den Polen. Das „wütende Wetter“ bedroht nicht nur uns Menschen, sondern auch die Tierwelt. Possums fallen zu Hunderten tot aus den Bäumen, Koalas umarmen kühle Bäume – und sterben doch. Aber es gibt auch Tiere, die sich erfolgreich anpassen. Die in Australien lebende Wildtierbiologin Lisa Warnecke zeigt, welche Folgen in der Tierwelt schon jetzt zu sehen sind, warum wir die Biologie von Tieren verstehen müssen um ihnen bei der Bewältigung der Klimakrise helfen zu können – und wie dringend wir einen effektiveren Artenschutz brauchen, damit Ökosysteme im Wandel ein neues Gleichgewicht finden können.

232 pages, Hardcover

Published January 1, 2021

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June 27, 2021
Die Vorstellung treibt den Puls von Tierfreunden mit einem Faible für Teddybären nach oben: Koalas, die tot von Bäumen fallen. Die Rede ist nicht- oder jedenfalls nicht ausschließlich von den verheerenden Waldbränden in Australien, denen massenweise Wildtiere zum Opfer gefallen sind. Die Wildtierbiologin Lisa Warnecke befasst sich in ihrem Buch "Tierisch heiß" mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Tierwelt. Da sie mit ihrer Familie in Australien lebt und dort forscht, geht es unter anderem um die Koalas, die bekanntlich weder besonders schnell laufen können noch mal eben so ihre Ernährungs- und Lebensgewohnheiten umstellen können. Und wenn Eukalyptuswälder unter klimabedingten Hitzestress leiden, geht es natürlich auch den Koalas schlecht.

Dabei ist es gar nicht allein der Temperaturanstieg, der den Tieren zu schaffen macht, erläutert die Autorin und kommt auf die Möglichkeiten zu sprechen, wie Tiere mit Hitze umgehen - durch Schwitzen oder Hecheln zum Beispiel, mit dem Runterfahren des Stoffwechsels ähnlich wie bei Tieren im Winterschlaf. Mit dem sogenannten Topor geht das auch tageweise. Und natürlich gibt es Tiere, die physiologisch bereits bestens für das Leben mit heißen Temperaturen eingerichtet sind. Aber eben nicht alle. Und, schlimmer noch als Hitze sind die Auswirkungen von Trockenheit - sei es durch geringeres Nahrungsangebot, austrocknende Bäche, Seen und Flüsse oder höhere Gefahr von Waldbränden.

Das Leben mit dem Klimawandel hat für viele Tiere bereits begonnen, beschreibt Warnecke etwa angesichts sich verändernder Ankunftszeiten von Zugvögeln und veränderten Rhythmen anderer Tierwanderungen. Denn für das Überleben des Nachwuchses und damit der Art ist es wichtig, dass die Zeit der Aufzucht von Nachwuchs mit dem höchsten Nahrungsmittelangebot zusammenfällt.

Betroffen sind auch die Meere. Im Wattenmeer zum Beispiel ist bereits festzustellen, dass mit der Temperatureveränderung der Nordsee einige Arten weiter nördlich in kältere Regionen weitergewandert sind, während neue, wärmeliebendere Arten hinzugekommen sind. Auch in den Bergen sind manche Tiere höher gewandert, in kühlere Regionen. Doch irgendwann geht es eben nicht weiter - was dann? Und was bedeutet ein veränderter Artenmix für ein Ökosystem?

Klimaschuzu und Artenschutz, das beschreibt die Autorin an zahlreichen Beispielen, müssen gemeinsam angegangen werden. Dabei solle die Anpassungsfähigkeit von Tieren nicht unterschätzt werden, Gleichzeitig aber sei es wichtig, die weitreichenden Effekte schon von geringen Temperaturveränderungen zu verstehen, schreibt Warnecke und nimmt die Leser dabei mit zu Experimenten der biologischen Feldforschung, die genau das tun. Sicher ist sie aber, dass der Klimawandel eine Bedrohung für die biologische Vielfalt ist.

"Tierisch heiß" ist wegen der vielen Beispiele und des Einblicks in die Feldarbeit mit ihren Höhen und Tiefen anschaulich und interessant zu lesen. Man muss kein Wissenschaftler sein, um mit dem Buch klar zu kommen. Im Gegenteil, manchmal gerät mir das Buch ein bißchen zu populärwissenschaftlich, wenn die Autorin immer wieder von "schlauen" Fröschen, Fledermäusen etc schreibt, um Verhaltensweisen, die zum natürlichen Muster von Tieren gehören, als irgendwie bewusst gesteuert wirken lässt. Alles in allem aber ein informatives Buch für alle, die sich nicht nur um die Zukunft des Planeten und der Menschen sorgen, sondern um alle Bewohner der Erde.

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75 reviews
August 3, 2021
Kurzmeinung: Gut nachvollziehbar auch für Nicht-Fachkundler
Die Flora und Fauna Australiens ist bedroht. Eine Bilanz im Detail
Die mit ihrer Familie in Australien lebende Biologin Lisa Warnecke schreibt hier in diesem Buch wie der Klimawandel sich auf die Tiere (hier im Beispiel der australische Kontinent) auswirkt. Während des Lesens sind mir Tränen heruntergekullert, denn sie schildert ihre Erlebnisse von den verheerenden Waldbränden im Jahr 2020. Dies wurde jedoch durch die darauffolgende Pandemie medial nicht weiter so stark verfolgt, wie man es sich vielleicht gerne wünschte. Denn was ist mit den vielen verletzten Tieren danach passiert? Ich kann mich noch an die Bilder und die vielen verletzten, verbrannten Koalas erinnern. Auch hier schreibt Lisa Warnecke von diesem Ereignis, von Tagen an denen man sein Fenster nicht aufmachen durfte, aufgrund des vielen Rauches, vom immer auf der Hut sein und im Notfall das Haus mit gepackten Koffern fluchtartig zu verlassen zu müssen... sie schreibt auch davon, dass sehr viele Tiere (auch schon vor der Brandkatastrophe) ums Leben kamen und sich der Bestand an Wildtieren immer mehr verringert hat. Wir erfahren aber auch über andere Tiere des Outbacks, die Känguruhs, über die Wombats, die Opposums und wie sie sich an die Bedigungen anpassen. Hier wird im Detail besprochen, wie der Faktor Klima das Leben der Tiere bedroht, aber auch der Mensch, der den Tieren den Lebensraum nimmt. Die Kapitel und der Text sind auch für den Nicht-Fachkundler gut nachvollziehbar. Mir gefällt es besonders gut, da ich die Natur Australiens liebe. Am Ende des Buches gibt es noch eine Liste der erwähnten Tiere.
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