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Karl Kraus: Der Widersprecher. Biografie

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„Vieles von dem, was Kraus schrieb, trifft unsere Zeit noch genauer als seine eigene.“ (Jonathan Franzen) Jens Malte Fischer holt Karl Kraus mit einer großen Biografie zurück in die Gegenwart.

Im Alter von 25 Jahren gründet er "Die Fackel", die er von 1911 bis 1936 alleine schreibt, die "Letzten Tage der Menschheit" werden zur radikalen Abrechnung mit dem Weltkrieg, die "Dritte Walpurgisnacht" nimmt es auf mit der Hitlerei. Karl Das sei der größte und strengste Mann, der heute in Wien lebe, heißt es bei Elias Canetti. Kraus, geboren 1874 im böhmischen Jicin, gestorben 1936 in Für die einen war er Gott, für andere der leibhaftige Gottseibeiuns. Sein Name ist legendär geblieben, doch wofür er stand, das verblasst mehr und mehr. Jens Malte Fischer holt ihn jetzt mit einer großen Biografie in die Gegenwart. Persönlichkeit und Werk, Freund- und Feindschaften, Sprüche und Widersprüche zeigen einen der größten Schriftsteller in seiner Zeit und darüber hinaus.

1105 pages, Kindle Edition

Published March 9, 2020

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Jens Malte Fischer

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Profile Image for Martin.
141 reviews7 followers
February 22, 2021
4,5 Sterne. Eine über weite Strecken fesselnde und hochinteressante Lektüre, unglaublich materialreich und entsprechend informativ, nicht nur was Kraus, sondern was das publizistische und literarische und letztendlich kulturelle Leben insgesamt in Wien vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die 1930er Jahre betrifft. In dieser Hoffnung habe ich das Buch gekauft bzw. gelesen und wurde nicht enttäuscht. Allerdings ist das Werk nicht frei von Redundanzen. Der Autor wiederholt sich doch an einigen Stellen und kommt gelegentlich auch mehrmals auf Dinge zurück, die er schon zuvor erläutert hat. Auf so manchen dem Autor offensichtlich wichtigen Punkt wird durchaus auch drei Mal im Verlauf des Textes in gleichen oder zumindest ähnlichen Worten hingewiesen. Alles in allem hat man es natürlich - no na - mit dem Werk eines Kraus-Bewunderers zu tun. Wer würde sich sonst jahre- oder vielmehr jahrzehntelang in das Werk eines Autors und Publizisten vertiefen, um dann ein 1100-seitiges Buch über diesen zu schreiben. Dieses Buch wäre um nichts weniger gut ausgefallen, wenn der Verfasser an der einen oder anderen Stelle nicht gar so viele Worte gemacht hätte, um sicherzustellen, dass keine wirklich grundlegende und schwerwiegende Kritik an Kraus haften bleibt. Diese Anstrengung wird vor allem im letzten Teil des Textes rund um Kraus' Position zu Dollfuß mitunter doch recht überdeutlich sichtbar.
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