Liebe, Gier, Verrat – und ein mächtiges Handelshaus vor dem Untergang
Stettin, 1566. Das Handelshaus der Familie Loytz ist eines der reichsten in Nordeuropa. Doch nach dem Tod des Patriarchen entzweien sich die Söhne Michael und Stephan. Beide ringen um die Führung des Unternehmens. Auch in der Liebe sind die Brüder Rivalen. Sie werben um die schöne Leni. Als Leni sich in Stephan verliebt, wird sie jedoch von ihrem Vater mit Michael verheiratet. In dieser Zeit, geprägt vom Dreikronenkrieg und dem Niedergang der einst mächtigen Hanse, kämpfen die Brüder Loytz um die Zukunft ihres Handelshauses – gegeneinander und auch gegen einen alten Erzfeind, den mächtigen Kurfürsten Joachim von Brandenburg …
Ein historischer Familienroman über ein Stettiner Handelshaus, das in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Auswirkungen der schwächer werdenden Hanse miterleben muss und sich mit einem mächtigen Gegner anlegt.
Inhalt: Nach dem Tod des Patriarchen der Familie Loytz ringen dessen Söhne Michael und Stephan um die Führung eines der reichsten Handelshäuser Nordeuropas. Als wäre dies nicht genug, werben sie auch noch um dieselbe Frau. Und dann gibt es noch ihren Erzfeind Kurfürst Joachim von Brandenburg, den seine leeren Kassen besonders gefährlich machen.
Cover: Das Cover passt perfekt zur Geschichte, ein Hanseschiff aus dem 15. Jahrhundert vor einer Karte, die Stettin und Umgebung zeigt.
Setting und Stil: Axel S. Meyer gelingt es hervorragend die damalige Zeit samt Handlungsorten und deren Bewohnern in seinem Roman zum Leben zu erwecken. Die Geschichte spielt in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, in der das Ende der Hanse immer näher rückt und dadurch auch Auswirkungen auf die Handelshäuser hat, die von ihr profitierten. Das Handelshaus Loytz ist so erfolgreich, dass sie ihr Geld unter anderem auch an den Kurfürsten von Bandenburg verleihen können. Damit geraten sie allerdings in die rücksichtslose Welt der Adeligen, die in einer ganz anderen Liga zu spielen scheinen. Das Buch ist in vier Abschnitte aufgeteilt, die sich in kleinere Kapitel gliedern. Man folgt unterschiedlichen Personen durch die Geschichte.
Charaktere: Als Leser fühlt man sich sofort mit Stephan und Leni, deren Liebe keine Zukunft zu haben scheint, verbunden, während dessen Bruder Michael nicht wirklich viel Sympatisches vorzuweisen hat. Es gibt noch einen weiteren Sohn, der dank eines tragischen Zwischenfalls zum Schwarzen Schaf der Familie wurde. Eine schwierige Ausgangssituation, die das Überleben des Handelshauses nicht wirklich erleichtert. So müssen die Charaktere auch einiges durchleben und das Ende für sie ist ziemlich ungewiss. Ideal als Gegner eignen sich der Kurfürst und sein Umfeld, die ganz andere Mittel einsetzen, um ihre Ziele zu erreichen.
Geschichte: Das Handelshaus Loytz hat seinen Zenit erreicht und nach dem Tode des Patriarchen ist die Zukunft eher ungewiss. Das politische Klima ändert sich, die Feinde werden nicht weniger und das Handeln dafür umso schwerer. Hinzu kommen die internen Streitereien, so dass sich reichlich Stoff für einen historischen Roman ergibt. Es bringt Spaß mit der Familie die harte Zeit zu durchleben und so einen Einblick in den Alltag des 16. Jahrhunderts zu erhalten. Die Beschreibungen lassen einen leicht in die Handlung eintauchen und die fesselnden Ereignisse lassen den Leser auch bis zur letzten Seite nicht wieder los.
Fazit: Auch Axel S. Meyers neuester historischer Roman hat mir sehr gut gefallen. Man begibt sich mit dem Buch in eine Zeit, über die ich noch gar nicht so viel gelesen habe, so dass es für mich doch viel Neues und Interessantes zu entdecken gab. Die Geschichte enthält alle Elemente, die man sich bei einer Familiengeschichte wünschen kann. Das Ende ist nicht so leicht zu verdauen, passt aber perfekt zur Geschichte. Es ist also ein historischer Roman, der mit seiner tiefgründigen Handlung das zeigt, was die damalige Zeit ausmachte. Eine Leseempfehlung für alle Historyfans und diejenigen, die mehr über die damalige Zeit erfahren wollen. Ein spannender und emotionaler Blick auf eine Zeit, über die es sich mehr zu erfahren lohnt.
"Das Handelshaus" ist die im 16. Jahrhundert angesiedelte Geschichte der fiktiven Familie Loytz, die wie ihr reales Vorbild - Familie Loitz aus Stettin - dank vielerlei Schuldner dem Bankrott entgegensieht und um das eigene Überleben und dem des florierenden Handels, der seit mehreren Generationen in der Familie angesiedelt ist, kämpfen muss. Erschwert wird ihnen das Überleben durch die Fahrigkeit ihrer launenhaften Geschäftspartner, Zwist und Streit in der eigenen Familie und den Dreikronenkrieg, der 7 Jahre lang zwischen Dänemark und Schweden herrschte und den ganzen Norden beeinträchtigte.
"Das Handelshaus" ist mein erstes Buch des deutschen Autors Axel S. Meyer, der bereits einige historische Romane veröffentlichte, die durch viele positive Leserstimmen ausgezeichnet wurden. Verständlicherweise, denn Meyer versteht es Spannung und Historie so geschickt zu kombinieren, dass eine fesselnde Geschichte daraus wird.
Dank Meyer hörte ich zum ersten Mal vom Dreikronenkrieg, reiste zum ersten Mal in den Norden der Hanse-Zeit. Seine klare Sprache erleichterten mir die Vorstellung davon, wie sich das Leben im 16. Jahrhundert dort abgespielt haben musste. Der Einblick in die deutsche/polnische/dänische Geschichte war sehr interessant und zu keiner Zeit trocken oder langweilig.
Ganz im Gegenteil. Trotz der über 600 Seiten ist "Das Handelshaus" ein sehr kurzweiliges Vergnügen. Meyer versteht es durch geschicktes Setzen der Kapitel und steten Wechsel der Handlungsorte einen fesselnden Spannungsbogen aufzubauen. Hundert Seiten lassen sich leicht am Stück lesen und die Rückreise in die Gegenwart fiel mir eher schwer.
Für erhöhte Spannung sorgen auch die drei Protagonisten, die Loytzen Brüder Michael, Stephan und Simon. Drei sehr unterschiedliche Figuren, die durch ihre unterschiedlichen Charakterzüge immer wieder für Überraschungen und explosive Dialoge sorgten. Der Aufbau dieser, sowie einiger Nebenfiguren, hat mir besonders gut gefallen und zeigt dass der Autor sein Handwerk versteht und nicht nur durch Handlungen für Spannung sorgt, sondern mit vielschichtigen Charakteren für die nötige Tiefe sorgt. Keiner der Protagonisten ist vorhersehbar und hat mich manches Mal aufs Glatteis geführt, wenn ich dachte, ich könne den nächsten Schritt dieser Figur vorhersehen.
"Das Handelshaus" hat mir spannende wie informative Lesezeit beschert. Ich werde mir ganz sicher auch noch weitere Bücher des Autors kaufen und kann diesen Roman, der in der Hanse-Zeit spielt, nur jeder Leserin und jedem Leser ans Herz legen, die/der auch nur ein bisschen Interesse daran hat, zu erfahren wie sich das Leben in einer anderen Zeit abgespielt hat. Neben individuellen Schicksalen kommt hier auch die politische Vergangenheit Deutschlands, sowie Teile Polens und Dänemarks, nicht zu kurz.
Enjoyed reading the book because it provided a lot of insight on what life was like back in 16th century Europe. For ordinary people it was a quite tough time when surviving was an every day challenge.