Zu Beginn muss gesagt werden, Hannah Arendt ist wohl eine der besten und relevantesten Philosophinnen des 20. Jahrhundert. Ihre eloquente Art zu Schreiben fasziniert mich in jedem ihrer Werke und doch kann ich ihre politische Stellung nicht klar definieren. Noch weniger kann ich nachvollziehen, dass sie oft in Heideggers Schatten gesehen wird, anstatt als eigenständige Philosophin.
Die Referenzen auf andere philosophische Werke, besonders die des Aristoteles, sorgen für eine Vernetzung, als gehöre es zu einer riesigen Mind Map, und ich mag das sukzessive Herantreten an die Erläuterung, doch wirkt es etwas als würde man eine sehr logische Schlussfolgerung hinter großen Worten verstecken.
Der Mensch ist Teil von Gesellschaften, selbst das Individuum das es gern anders hätte, weswegen sein Handeln und Reden automatisch politisch ist und um Handeln und Reden zu können, sprich politische Partizipation zu erfahren, muss der Mensch frei sein. Dabei kann man sich nun einige Definitionsfragen stellen, vor allem über Freiheit, prinzipiell wer aber die Möglichkeit hat in seinem Handeln und Denken weitestgehend frei zu sein, der genießt den Fakt, Teil der Gesellschaft zu sein.
Man hätte eventuell noch mehr auf Kant und Rousseau eingehen können, aber der homo faber in Arendts Erläuterungen ist viel mit der Beschaffenheit der Polis beschäftigt. Besonders bezeichnend war das Hölderlin Zitat ("Sie haben im Alter gelehrt, zu denken"), was ich persönlich für eine utopische Glorifizierung halte, aber sei es drum. Ihre Definition der inneren Freiheit sagte mir sehr zu, und doch fand ich sie handelte Marx zu einfach ab.
Wo also Freiheit aufgehört hat, eine weltliche Realität zu sein, da kann Freiheit als subjektives Vermögen der Einzelnen nur ins Verderben führen.
Die Definition, dass Freiheit sehr wohl bedeutet sich äußern zu können und das als Privileg in einer Dominanz-Hierarchie- Gesellschaft anzuerkennen, ist etwas, das wohl einige Menschen noch lernen müssen.