Er gilt als der Chronist deutsch-deutscher Verhältnisse, als präziser Sezierer einer einst geteilten Nation, die noch immer nicht richtig zusammengefunden hat – und als fulminanter Geschichtenerzähler. Bestsellerautor Christoph Hein, der bislang vorrangig die Geschichten anderer erzählt hat, erzählt nun, zu seinem fünfundsiebzigsten Geburtstag, von seinen persönlichen Erlebnissen: davon, wie der Vater eines Freundes namens Thomas Brasch diesen verraten hat. Von einem Regisseur, der „das Leben der anderen“ verfilmt hat und dabei von Hein mehr über dieses Leben erfahren wollte. Von Zensur und Reise(un)freiheit, und schließlich davon, wie all das Geschichte wurde.
Hein nimmt die deutsch-deutschen Verhältnisse dieses Mal anders in den Blick: anhand persönlicher Erlebnisse, die mal komisch sind, mal bitter, und manchmal beides zugleich.
Growing up in Bad Düben near Leipzig as a clergyman's son and thus not allowed to attend the Erweiterte Oberschule in the communist East, he received secondary education at a gymnasium in the western part of Berlin. After jobbing as an assembler, bookseller and assistant director, he studied philosophy. Upon graduation he became dramatic adviser at the Volksbühne in Berlin, where he worked as a resident writer from 1974. Since 1979, he has worked as a freelance writer, becoming known for his 1982 novella Der fremde Freund (The Distant Lover).
In 28 kurzen und pointierten Anekdoten erinnert sich Christoph Hein an sein Leben und Arbeiten in der DDR und in der Nachtwendezeit. Mal mit Wut im Bauch, mal lakonisch und witzig. Es ist ein sehr persönliches Buch, das - zumindest mir - die Lebenswelt von Künstler*innen, Schriftsteller*innen, Theatermacher*innen in der DDR auf eindrückliche Weise näher gebracht hat. Da es sich aber eben um persönliche Erinnerungen handelt kommt Hein um die ein oder andere Ungenauigkeit nicht herum. Da wird mal eine Jahreszahl vertauscht und auch der Autor wirkt ein ums andere Mal schon sehr heldenhaft und hat Geschichte wie Wahrheit selbstverständlich auf seiner Seite. Das Buch schließt mit der Erkenntnis, dass sich West- und Ostdeutsche in gepflegtem Desinteresse zueinander stehen und der Sorge, dass dies wohl auch noch eine Weile so bleiben wird. Daher möchte ich dieses Büchlein insbesondere meinen westdeutschen Freund*innen ans Herz legen.
Aufschlussreiche Anekdoten aus Heins Leben, die einen Bogen schlagen vom anbiedernden Verhalten eines DDR- "Zensors" an den vor einem Theater wartenden Heiner Müller (im Beisein von Hein) und demselben Verhalten einer "Dame" der Berliner Senatsverwaltung, die - wiederum vor einem Theater - dem Autor "dankt", nicht die Wahrheit über Vorgänge bezüglich der Verhinderung seiner Intendanz beim Deutschen Theater geschrieben zu haben. Nicht nur hier wird sichtbar, wie "deutsch" das Deutsch- Deutsche insgesamt doch ist, auch wenn man das im westlichen Teil Deutschlands nicht allzu gerne hören und womöglich entrüstet von sich weisen würde. Auch dafür finden sich genügend Beispiele in der Sammlung. Von daher sind die kleinen Texte "Zeitstücke" von einiger Relevanz, ohne dass sie literarisch immer zu überzeugen wüssten. Dafür sind sie mehr als nur einmal nachdenklich und laden zum Nachdenken ein. Eine dafür signifikante Passage über Nazi- Aufmärsche 1992 und ein entsprechendes Gespräch mit Protagonisten sei hier zitiert: "Nach einer Stunde hatten sie etwas Vertrauen zu uns gefasst und offenbarten, dass man früher über sie gelacht habe. In der Presse hätte man sie als dumme und versoffene Idioten hingestellt, aber seit sie als Nazis auftraten, hätte sich das Verhältnis der 'Pressefritzen' verändert. Jetzt lache keiner mehr über sie, und überall in der Welt, sogar in amerikanischen und englischen Zeitungen, werde mit Fotos über sie berichtet. 'Jetzt fürchten sie uns', sagte einer der jungen Männer, 'und das ist besser als ihr Mitleid und ihre Verachtung. Sie haben vor uns Schiss, und das ist gut. Das soll so bleiben." (Hein, Gegen-Lauschangriff, S. 101) Ja, nun hab' ich Schiss vor dem AfD- Wahlergebnis in Sachsen und davor, dass dem Antrag der Fraktion, nun den Innenminister zu stellen, seitens der CDU natürlich stattgegeben wird...
Herinneringen en anekdotes t.g.v. Hein 75ste verjaardag en die van de Mauerfall 30 jaar geleden. Spannend of spectaculair zijn ze nergens, persoonlijk ook niet. Prettig geschreven, dat wel. Tikkeltje ijdel, dat ook. want er staan anekdotes in, die dat niet zijn. Dan zijn het gewoon saaie verslagen van cultuurpolitieke bijeenkomsten na de wende. Maar ik ben fan van Hein. Dus is het al gauw goed, of in elk geval voldoende.
Die Anekdoten aus der DDR-Zeit gefallen mir gut. Vielleicht weil ich sie selbst nur als seltener Besucher erlebt habe. Seine weitschweifige Ausführung, warum er nach der Wende nicht Intendant an einem berliner Theater wurde, finde ich lamoryant. Hoffentlich falle ich da nicht selbst auf ein Klischee herein, den zu gern werfen Wessis Ossis Lamoryanz vor...
Die verschiedenen Anekdoten aus dem Leben von Christoph Hein haben verschiedene geschichtliche Ereignisse wieder auf den Schirm gebracht. Mir haben die meisten gut gefallen, manche habe ich eher quergelesen. Und nun ist dann bald das Narrenschiff dran... .