el Aviv ist bunt, vielfältig, weltoffen und modern. Hier trifft sich die Welt, hier verschmelzen Kulturen, Religionen und kulinarische Traditionen. Mit stimmungsvollen Fotos, spannenden Geschichten und landestypischen Rezepten zeichnen Haya Molcho, Gründerin der NENI-Restaurants, selbst aufgewachsen in Tel Aviv, und ihre vier Söhne Nuriel, Elior, Nadiv und Ilan ein lebendiges Porträt ihrer pulsierenden und sich ständig verändernden Heimatstadt. Die NENI-Rezepte, ergänzt durch Speisen von lokalen Gastronomen und Genießern, spiegeln den besonderen Geist der vielfältigen Küche Tel Avivs wider. Gekocht wurde mit regionalen Zutaten und in Erinnerung an den Geschmack von Hayas Kindheit: Sabick-Sandwich grünes Shakshuka Lamm mit Feigen und Trauben Kaktusfrucht-Sorbet u.v.m. Was einst aus der ganzen Welt in die Stadt gebracht wurde, findet nun den Weg in ihre Küche. Und sobald Menschen gemeinsam an einem Tisch sitzen, wird nicht nur das Essen geteilt, sondern auch Erinnerungen, Ideen, Geschichten und Rezepte. Das ist Tel Aviv!
Tel Avivs moderne Küche Tel Aviv gehört momentan zu den kulinarischen Hochburgen, deshalb hat mich dieses Kochbuch gleich gereizt. Die Küche Israels lebt von den vielfältigen internationalen Einflüssen, die sich durch die Einwanderer hier bündeln. Gerade in dieser modernen, lebenslustigen Großstadt ist sie sehr experimentierfreudig, offen, ständig im Wandel und auf der Suche nach Neuem. Schon das Grafitti-Cover des Kochbuchs hebt das Moderne, Spontane hervor.
Die Autorin Haya Molcho wurde in Tel Aviv geboren und kam mit neun Jahren nach Deutschland. Die internationalen Küchen lernte sie auf den Tourneen ihres Mannes, des Pantomimen Samy Molcho kennen. Heute betreibt die Familie Molcho mehrere Restaurants unter dem Namen NENI.
Für dieses sogenannte "Reisekochbuch" waren die Autorin und ihre Mitarbeiter (ihre Söhne u.a.) unterwegs in Tel Aviv, um die Atmosphäre einzufangen, Gespräche mit interessanten und spannenden Menschen zu führen, die sich in irgendeiner Form mit der Küche dieser Stadt beschäftigen. In den "Stories" werden mehrere innovative Köche, Restaurant- und CafébesitzerInnen vorgestellt, aber auch Gewürzhändler, Fischer, Journalistin, Foodblogger und Sommeliers, die durch die Küche Tel Avivs führen. Einige sind mit eigenen Rezepten im Buch vertreten.
Im Buch ist zu spüren, dass Streetfood und der Holzkohlegrill in Tel Aviv schon lange Tradition sind, Fisch und Meeresfrüchte als fester Bestandteil zum Mahl der Stadt am Meer gehören. Auch Fleischgerichte sind sehr beliebt. Bei den Gerichten kann man den starken Bezug zur Region und auch zur Geschichte des Landes wahrnehmen.
Durchgeblättert Das Kochbuch wurde in fünf Food-Kapitel eingeteilt. Fisch- und Fleischgerichte dominieren vor den Gemüsegerichten, von denen sechs als Vorspeisen und eines als Frühstück gedacht sind.
Im Kochbuch wechseln sich Rezepte und "Stories" ab. Da die "Stories" in die verschiedenen Kapitel eingestreut sind, fügen sich die Rezepte der vorgestellten Vertreter der Tel Aviver Küche oft nicht passend in das jeweilige Kapitelthema und fühlen sich gelegentlich wie ein Irrläufer an.
Der Hinweis, ob ein Gericht als Vor- oder Hauptspeise gedacht ist, hilft ein wenig bei der Einschätzung der richtigen Menge. Es wird eine Mischung aus schnellen und aufwendigeren Gerichten präsentiert, oft ergänzt durch ein paar persönliche kleine praktische Hinweise der Autorin.
Als Insidertipps werden die Adressen der vorgestellten Restaurants, Cafés und Läden in Tel Aviv angeführt. Bezugsquellen für Zutaten werden nicht genannt, allerdings ist z.B. die Auswahl der benutzten Gewürze in jedem modernen Supermarkt zu finden. Allein die Sivri-Paprika, als der heimliche Star des Kochbuchs bezeichnet, wird man wohl suchen müssen.
Die Fotos der vorgestellten Menschen und aus den Küchen sind sehr atmosphärisch. Die Foodfotografie ist meist ansprechend, begeisterte mich allerdings nicht immer (zwei Fotos würden mich gar vom Kochen des Gerichtes abhalten). Auch das Neni-Team stellt sich gern ins Bild.
Was ich vermisse: Das Fehlen eines Zutatenregisters finde ich extrem nervig. Das gehört eigentlich unbedingt in ein teures hochwertiges modernes Kochbuch. Toll hätte ich noch Angaben zu Garzeiten und Nährwerten gefunden, aber man kann halt nicht alles haben.
Das Thema Frühstück, das in Israel oft ein üppiges ist, wird leider nur mit einer Shakshuka und einem süßen Gebäck gestreift. Da auf meinem eigenen Speiseplan Gemüse einen sehr hohen Stellenwert hat, hätte ich mir viel mehr reine Gemüsegerichte gewünscht. Aber vielleicht ist das nicht das große Thema der Küche in Tel Aviv.
Ausprobiert: Artischocken mit Frikeh Die empfohlene Zubereitung der Artischocken erwies sich als viel aufwendiger, als wenn man sie im Ganzen kochen würde. Ansonsten gut nachzukochen. Mit etwas mehr Frikeh und einem Salat dazu eine vollwertige Mahlzeit. Pekanüsse wurden von uns durch Mandeln ersetzt. Die Menge an Zwiebeln und Knoblauch sollte dem individuellen Geschmack angepasst werden, dann mundet es auch den Kindern.
Fisch-Auberginen-Köfte Als Vorspeise wäre mir die angegeben Zubereitung der Aubergine zu aufwendig. Als Hauptgericht für zwei Personen mit Beilage und Salat sehr lecker und sättigend.
Dattelküchlein mit salzigem Karamell Mengen- und Zeitangaben korrekt, Anleitung gut umzusetzen, originell in der Mischung von süß und salzig, hat alle Esser überzeugt ein sehr reichhaltiges, ausgefallenes Dessert, das gut in den Herbst und Winter passt Wenn man z.B. kleine Förmchen benutzt, wird das Gericht sehr ansehnlich im Vergleich zum eher abschreckenden Foto im Buch
Fazit Für Liebhaber der orientalischen Küche mit Fisch und Fleisch bestimmt ein interessantes, modernes Kochbuch. Wenn man eine Reise nach Tel Aviv plant, kann man sich anhand der ausführlichen Vorstellung der dortigen Küche bestens kulinarisch ausleben.
Von dem Buch habe ich einen sehr guten Eindruck bekommen. Es ist kein reines Kochbuch, sondern ein Mix aus Rezepten und Kurzgeschichten mit vielen dazugehörigen Fotos. Und gerade das finde ich prima. Die Geschichten und die Rezepte machen das Buch einzigartig: So atmosphärisch, so zum Greifen nah, dass mir war, ich wäre selbst dort vor Ort gewesen, den Erzählungen gelauscht, all die Menschen getroffen, Neues über die dortige Esskultur gelernt, zusammen mit ihnen die schmackhaften Gerichte gekocht, gelacht und Wein getrunken. Fernweh nach Tel Aviv ist garantiert. Das Buch ist gut strukturiert. Jedes Gericht hat sein eigenes großes Farbfoto. Die unbekannten Bezeichnungen wurden eingehend erklärt, was damit gemeint ist und wie man dies verwendet. Die Rezepte sind hinten im Buch sowohl alphabetisch als auch nach Kapitel geordnet nochmals aufgeführt worden. Ein Glossar rundet das Ganze ab. Es gibt 5 Teile: Teil 1: „Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte“, darin „Avocado - Sandwich mit eingelegten Karotten“, „Gegrillter Mais mit Chilibutter“, „Artischocken mit Frike“, „Frike mit Datteln und Nüssen“, „Geröstete Auberginen mit asiatischer Tahina“, „Grüne Sakshuka“, „Vegetarische Sarma“, „Okra mit Limabohnencreme“, „Sabich“ und noch paar mehr, 14 insg. Zwischen den Rezepten gibt es Kurzgeschichten von Menschen, die dort leben und arbeiten u.a.: „‘Der Navigator‘ -Taxifahrer und Foodblogger“, „‘Burek – Der Neugierige Koch‘“, „Die ‚Nicht-Geschäftsfrauen‘“, „Der Zauberer“, „Die urbane Pflanzensammlerin“. Zahlreiche tolle Fotos begleiten die Ausführungen. Teil 2: „NENIs Grundbaukasten“, darin Rezepte von Focaccia, Tahina, Harissa, Gemüsebrühe, Hühnerbrühe, eingelegte Zitronen, Zitronenpesto, insg. 10. Hier gibt es u.a. Geschichten „Die Journalistin“, „Der Purist“, „Die Trendsetter“ mit Fotos. Teil 3: „Fisch“, darin „Israelische Meeresfrüchte – Paella“, „Chraime“, „Oktopus am Stiel“, insg. 12. Zwischen den Geschichten wie „Der Fischer und der Schriftsteller“, „Die Künstlerinnen“, „Die Epikureer“ gibt es schöne, stimmungsvolle Fotos, nicht nur von den Gerichten. Teil 4: „Fleisch“, darin z.B. „Lamm- Bukeras“, „Arayes“, „Hühner – Sawarma“. „Lamm mit Feigen und Trauben“, insg. 13. Dazwischen noch einige Geschichten mit Fotos. Teil 5: „Süßes“, insg. 12 Rezepte, darin z.B. „Ananas – Carpaccio mit Kokoseis“, „Kaktusfrucht – Mango- Salat mit Kaktusfrucht – Sorbet“, „Ma’ Amoul Cookies“, Quittenmarmelade usw. Dazwischen Geschichten mit Fotos. Interessant fand ich auch, dass man all die Menschen, die in den Stories beschrieben worden sind, auch erreichen kann. Hinten gibt es eine Seite mit Adressen und Internetseiten. Die Rezepte sind einfach nachzukochen, wenn man schon mal was gekocht hat und am liebsten nicht nach genauen Rezepten schauen muss, sondern schon im Gefühl hat, was richtig ist. Manches wird evtl. exotisch vorkommen, manche Gewürze wird man evtl. suchen müssen, wenn man hpts. die gutbürgerliche Küche gewohnt ist. Die Mengenangaben in den Rezepten sind meist für 4 Personen, beim Dessert 4-6, bei Brot, Kuchen steht die Angabe in Stücken. Finde ich in Ordnung. Es gibt keine Kalorien- und Zeitangaben, sie fehlen mir aber auch nicht. Sie lassen mich sonst an spaßfreie Großstadtneurotiker denken mit all ihren aufgesetzten Grenzen. Dieses Buch ist aber genau das Gegenteil davon. Es geht um gutes, bezahlbares Essen für sich, Freunde und Familie, bei dem man nicht ans Kalorienzählen, sondern eher an Geschmack, Wohlgefühl und Geselligkeit denkt.
Das Buch ist sehr hochwertig gestaltet: Zahlreiche Farbfotos, die die Stimmung prima einfangen, das schöne, feste Papier. Festeinband, etwas raue Oberfläche, mit in glatter Schrift eingedrücktem Titel „Tel Aviv“. Umschlagblatt aus festem Papier, auf dem der Titel in Weiß auch haptisch hervorgehoben ist: sehr glatt. Das Buch ist recht groß, 20x27cm und schwer, ca. 1,5 kg. Eine stabile Unterlage ist eine gute Idee. Es ist eine Art „gepflegter old fashioned“ Design, das passt aber gut. Auf mich macht das Ganze einen authentischen, runden Eindruck. Das macht das Buch auch so gemütlich, die Menschen zum Greifen nah. Ein schönes Leseerlebnis.
Fazit: Ein sehr hochwertig gestaltetes, atmosphärisches, ja gemütliches Buch mit ca. 60 Rezepten und etlichen Geschichten aus Tel Aviv, das nicht nur zum Nachkochen einlädt, sondern die Esskultur und Menschen aus dieser bemerkenswerter Stadt den Lesern nahebringt. Toll als Geschenk.
Das etwas "andere" Kochbuch - oder auch der etwas "andere" Reiseführer, oder Zwei in einem ;) Denn Fakt ist, in diesem Buch steckt so viel mehr wie bloß ein paar Rezepte oder wie bloß eine Beschreibung von Land/Stadt und Leute. Eine wundervolle Kombination die Hunger macht, und Lust auf eine Reise.
Die NENI-Rezepte, ergänzt durch Speisen von lokalen Gastronomen, spiegeln den besonderen Geist der vielfältigen Küche Tel Avivs wider. Die Zutaten der einzelnen Rezepte sind etwas komplizierter - das Beschaffen leider nicht recht schnell erledigt - dafür muss ich leider einen Stern Abzug geben, da dies normal bei Kochbüchern ein äußerst relevantes Kriterium darstellt. Die Rezepte sind sehr abwechslungsreich, übersichtlich und verständlich gestaltet.
Neben den Rezepten enthält „Tel Aviv“ noch Geschichten über Einheimische, das Lebensgefühl und die Stadt. Die Reiselust und Interesse werden schnell geweckt.