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Bis ans Ende, Marie

Sie lernt Marie in einer Bar kennen. Sofort entwickelt sich eine innige Freundschaft. Marie ist alles, was sie nicht ist: attraktiv und beliebt, dominant und extrovertiert. Und sie überschreitet gerne Grenzen. Marie ist immer an ihrer Seite und so nahe wie niemand sonst, manchmal zu nahe, zu fordernd, zu bestimmend und verletzend, dennoch die Einzige, die sie versteht. Die Mutter ist hysterisch, der Vater hat stets das passende Medikament parat und ihr Schwarm und Studienkollege Dominik schenkt ihr keine Beachtung – also bleibt nur Marie.

Was wie eine gewöhnliche Freundschaft beginnt, wird allmählich zu einem Vexierspiel. Die Begegnungen mit Marie werden merkwürdiger, die Erinnerungen bruchstückhafter, als würde etwas nicht stimmen, eine Art Störbild, das sich über die Realität legt. Wie im Tanz führt Barbara Rieger ihre zwei Figuren durch den Roman, mal verschmelzen sie miteinander, mal werden sie durchgeschüttelt, immer aber bleiben sie im Takt der Sprache.

208 pages, Hardcover

Published July 26, 2018

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About the author

Barbara Rieger

12 books2 followers

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Community Reviews

5 stars
6 (16%)
4 stars
11 (30%)
3 stars
14 (38%)
2 stars
2 (5%)
1 star
3 (8%)
Displaying 1 - 8 of 8 reviews
Profile Image for Alexandra .
936 reviews385 followers
August 17, 2018
Puh, der Plot dieses Romans hat was von einem Roofies-Trip: wirr, nur Fetzen von Erinnerungen und Eindrücken, die sich allmählich sehr mühsam zu einem Ablauf des Geschehens zusammensetzen. Das ist auch durchaus beabsichtigt und soll den völligen Kontrollverlust der Protagonistin dokumentieren. Dieser Trip ist dramaturgisch etwas à la Hangover gestaltet, aber nicht lustig augenzwinkernd wie der Hollywoodfilm, sondern live von einer total widerlichen abgeranzten Psychopathenfront.

Die Protagonistin ohne Namen, eine Psychologiestudentin, ist völlig auf die lebenslustige Marie und ihren unerreichbaren Schwarm, den Studienkollegen Dominik fixiert und irrt orientierungslos mit ihren Freunden meist besoffen durch Wien, inklusive zweier Kurztrips – einer Landpartie ins Salzkammergut und zu einem Festival nach Venedig. Der Gegenstand der Obsession der Studentin, die Freundin und Kellnerin Marie, ist eigentlich gar kein Katalysator der Handlungen, sie bewirkt so gut wie gar nichts, sondern lebt nur ihr Leben und versucht, der Hauptfigur vor allem eine gute Freundin zu sein und ihr ein bisschen Lebenslust beizubringen. Das ist aber sehr schwer, denn die Protagonistin hat von Anfang an einen extrem tiefen Sprung in der Schüssel, der sehr weit von einer jugendlichen Verwirrtheit entfernt ist. Ganz subtil wird auch auf den sehr lockeren Umgang des Vaters mit rezeptpflichtigen Psychopharmaka hingewiesen, ob sich dieser aber irgendwann als Langzeitschaden in der Jugend oder in der gegenwärtigen Geschichte auf die Psychologiestudentin ausgewirkt hat, bleibt auch ungelöst, würde aber vieles erklären.

"ALS ICH WIEDER zu Bewusstsein komme, steckt etwas in meiner Vagina. Ich ziehe es aus mir heraus, beginne die Fäden der Erinnerung zu entwirren, ich suche die Spinne in meinem Netz (1. Satz und Einstieg in diesen Roman)"

Eines muss ich der Autorin ja lassen: Chapeau! Sie hat diesen wirren Stil sehr konsequent und konsistent durchgezogen. Leider ist die Protagonistin derart kaputt im Oberstübchen, dass das für einen normalen Menschen (Ok, das ist jetzt sehr überheblich, denn was ist schon normal) extrem verwirrend und undurchschaubar ist. Somit war – zumindest für mich als Leserin – die Rezeption der Handlung, des genauen Ablaufs der Ereignisse und die Motivationslage der Psychologiestudentin kaum verständlich, zumal sich der dekonstruierte, wirre Stil vom Beginn bedauerlicherweise zum Ende des Romans auch nicht zu entflechten und mäßigen vermochte. Bis zum Schluss war mir nicht klar, was wirklich passiert ist, und was mir die Autorin mit diesem Buch abgesehen von dieser Verwirrtheit sonst noch als Inhalt mitgeben wollte. So klappte ich letztendlich auf Seite 203 sehr fassungslos und mit einem fragenden Gesichtsausdruck die Buchdeckel zusammen und fragte mich, was zur Hölle ich da überhaupt gelesen habe. Und ehrlich gesagt, es war zwar wirklich, wie auf dem Buchrücken versprochen, eine emotionale Achterbahnfahrt (insofern ist der Verlag Kremayr & Scheriau immer punktgenau ehrlich bei der Bewerbung und Beschreibung seiner herausgegebenen Werke), aber ich wusste weder wohin ich gefahren bin mit dieser Achterbahn, wer mit mir im Wagen saß, noch was wirklich während der Fahrt passiert ist.

Fazit: Die komplette Dekonstruktion von Hirn, Wahrnehmung und Geist. Kann man mögen, war aber für mich doch nicht nur um eine Nuance, sondern viel zu abgedreht. Schräg, innovativ und unorthodox ist er auf jeden Fall, dieser Erstlingsroman der Autorin.
Profile Image for Elisabeth.
235 reviews229 followers
July 30, 2018
Ein besonderes, wenn auch schwieriges Buch. Unser Ausflug ins studentische Wiener Partyleben ist von Alkohol und Drogen gesäumt, inmitten geht es aber um eine intensive, nahezu toxische Freundschaft und eine junge Frau, die verzweifelt Halt in ihren Leben sucht. Dabei sind die Schilderungen stets nicht ganz reliabel, weiß man oft nicht, was nun wirklich passiert und was Traum, was Wunsch ist. Ein nahezu psychedelischer Roman, der irgendwie aufregend war, aber auch verstörend. Darüber muss ich noch eine Weile nachdenken, denke aber, dass das ein Buch ist, welches ich mehrmals lesen möchte.
Profile Image for auserlesenes.
381 reviews21 followers
September 1, 2018
Sie ist Psychologiestudentin in Wien und hat es nicht leicht: Ihre Mutter ist hysterisch und überbesorgt, ihr Vater will ihr ständig Medikamente verabreichen, ihre Großmutter ist sehr krank, und ihr Schwarm, Kommilitone Dominik Dokter, beachtet sie kaum. Aber da gibt es noch Marie, die so ist, wie sie gerne wäre: beliebt, frech, extrovertiert und mutig. Partys und Alkohol sind für sie eine gute Ablenkung. Doch die Begegnungen mit Marie werden immer merkwürdiger...

„Bis ans Ende, Marie“ ist der ungewöhnliche Debütroman von Barbara Rieger.

Meine Meinung:
Der Roman ist eingeteilt in viele, oft sehr kurze Abschnitte. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive der Hauptprotagonistin - und zwar im Präsens. Die Übergänge sind sehr abrupt, einiges wirkt unzusammenhängend und etwas wirr. Das macht ein aufmerksames Lesen erforderlich.

Auch der Schreibstil ist ziemlich außergewöhnlich. Die Sätze sind meist recht kurz, immer wieder auch unvollständig. Sprachlich ahmt der Roman das Durcheinander der Gedanken der Protagonistin und deren Achterbahnfahrt der Gefühle in gelungener Weise nach. Dabei entwickelt sich beim Lesen zunehmend ein Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Die Hauptprotagonistin ist ein reizvoller Charakter, ist jedoch nur schwer zu erfassen. Nur langsam nähert man sich ihr und erfährt, was vor sich geht.

Inhaltlich verschwimmen die Grenzen zwischen Realität, Erinnerungen, Traum und Einbildung immer stärker. Zunehmend verstärkt sich der Eindruck, dass irgendwas ganz und gar nicht in Ordnung ist und die Protagonistin ein Problem hat. Die Atmosphäre wird unheimlicher. Die Erinnerungen werden immer bruchstückhafter, die Sprünge zwischen den einzelnen Passagen größer, die Beziehung zu Marie kippt.

Gut gefällt mir die dem Roman zugrundeliegende Problematik, die sich erst zum Schluss in Gänze offenbart. Dabei greift die Autorin nicht nur ein wichtiges Thema auf, das zum Nachdenken anregt, sondern zeigt auch, dass der Aufbau ihres Werkes clever konstruiert ist.

Obwohl lange im Unklaren bleibt, was eigentlich passiert, kommt beim Lesen keine Langeweile auf. Erst nach und nach kam bei mir ein Verdacht auf, der sich letztlich bestätigt hat. Dennoch liefert der Roman viel Interpretationsspielraum und Diskussionsstoff, da auch am Ende nicht alle Fragen gänzlich beantwortet werden. Ein Pluspunkt ist außerdem eine Liste mit Musiktiteln, der Soundtrack zur Geschichte.

Das Cover passt meiner Ansicht nach hervorragend zum Inhalt. Auch der Titel ist treffend gewählt.

Mein Fazit:
„Bis ans Ende, Marie“ von Barbara Rieger ist ein besonderer, sehr lesenswerter Roman. Eine moderne Lektüre, die mich überzeugen konnte und noch lange bei mir nachklingen wird.
Profile Image for Bianca Sandale.
625 reviews23 followers
July 29, 2020
Es ist leider zu platt, zu angerissen, zu unzusammenhängend, zu klischeehaft
Schade um den Baum
Profile Image for Electric.
648 reviews1 follower
September 10, 2018
Sprachlich intensives Psychogramm einer jungen Frau, sehr stark von inneren Monologen und Zerissenheiten geprägt, manchmal so undurchsichtig und rauschhaft wie der Prozess durch den die Protagonistin geht. Die eigentliche Story und ihr Hauptmotiv sind trotz des monologisierenden Stils solide konstruiert auch wenn der Twist am Schluss schon recht früh im Buch vorhersehbar ist- da hätte es mir besser gefallen, wenn nicht abschließend aufgeklärt wird. Eine interessante junge Autorin und eine sehr schöne Hardcover Ausgabe.
Profile Image for Tina (Sips & Scares).
277 reviews22 followers
January 6, 2019
Ein Buch wie ein Rausch, ein Trip durch eine Persönlichkeit, mit der etwas nicht stimmt, ohne dass man wüsste, was genau. Wie ein Donnerwetter prasseln die Gedanken unserer namenlosen Ich-Erzählerin auf den Leser ein, vermischen sich mit Dialogfetzen Maries, alles wirkt surreal, wie ein Traum, in dem es keinen klaren Fokus gibt. Die Beziehung zur Familie scheint zerrüttet, der Vater hat ein ungesundes Verhältnis zu Medikamenten und man kann die Überlegung anstellen, dass dieser Medikamentenmissbrauch möglicherweise auf unsere Protagonistin abgefärbt, sie beeinflusst hat – steht sie womöglich selbst unter dem Einfluss von Medikamenten oder haben diese nachhaltig ihre Persönlichkeit verändert, sodass sie keinen klaren Gedanken fassen kann? Das Verhältnis zu ihrer Mutter war auch schonmal besser, sie kommt einfach nicht darüber hinweg, dass die Erzählerin sich von ihrem ach so perfekten Freund getrennt hat. Er, der schicke Jurastudent, mit seinen perfekten Eltern und seinem perfekten Leben, und sie, die in diese Form hereingedrückt werden soll, aber sich nicht länger verbiegen will. Und dann ist da Marie. Marie, die sie mit auf die wildesten Partys nimmt, Marie, die sich mit allerlei Männer herumtreibt, die so anders ist als sie selbst. Unsere Erzählerin möchte wie sie sein, steht zwischen dem perfekten Leben und dem Maries, wird zerrissen von den Möglichkeiten, von dieser toxischen Freundschaft und kommt mit alledem nicht mehr klar. Die Ereignisse werden immer turbulenter und am Ende steht das Chaos.

"Ich liege in einem Raum mit zwanzig anderen Menschen, in einem Hüttenschlafsack, Marie legt den Arm um mich, sie will mich zurückziehen in den Schlaf, sie will mich hineinziehen in den See aus Schnaps und Bier, sie taucht mich unter, unter Wasser treiben die Körper der Männer, ihrer Frauen und Kinder, treiben Telefone ohne Empfang, Wohnungsschlüssel."

Wie hat es mir gefallen?
Beim Beenden der Lektüre von Barbara Riegers „Bis ans Ende, Marie“ wusste ich bereits, dass es mir schwer fallen würde, eine Besprechung zu diesem Buch zu verfassen. Dennoch möchte ich hier meine Leseeindrücke versuchen zusammenzufassen. Dieses Buch ist wie nichts, was ich zuvor gelesen habe. Die Erzählsprache ist nichts für schwache Nerven und mitunter sehr, sehr anstrengend. Wir begeben uns in einen Verstand, der irgendwie kaputt ist, dem etwas zu fehlen scheint, um „normal“ zu funktionieren und seine Gedanken zu sortieren. Und auch wenn im Buch viele Dinge passieren und es auch eine Handlung gibt, steht doch immer die Freundschaft (wenn man es denn so nennen kann) von Marie und der Erzählerin im Vordergrund. Nichts anderes erscheint relevant, es gibt nur Marie. Zu Beginn des Buches denkt man noch, es handele sich um eine etwas abstrusere Geschichte zwischen zwei Freundinnen, doch nach und nach merkt man, dass diese toxische Beziehung nicht nur das Leben der Erzählerin zerstört, sondern auch das der anderen merklich tangiert und zerrüttet. Und obwohl ich den Schreib- und Erzählstil ungemütlich fand, muss ich sagen, dass mir diese Geschichte schon ziemlich gefallen hat. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob ich das Ende (und somit das gesamte Buch) verstanden habe, aber dennoch war es sehr spannend zu lesen und hatte eine recht große Sogwirkung. Wer mutig ist und sich an ungewöhnliche Literatur herantraut, sollte möglicherweise mal einen genaueren Blick auf Barbara Riegers Roman werfen.
Profile Image for Madame Rivkele.
44 reviews2 followers
February 11, 2024
„Als ich wieder zu Bewusstsein komme, steckt etwas in meiner Vagina. Ich ziehe es aus mir heraus, beginne die Fäden der Erinnerung zu entwirren, ich suche die Spinne in meinem Netz.

„Bis ans Ende, Marie“ von Barbara Rieger, erzählt von dem Leben einer namenlosen Wiener Psychologiestudentin. Es handelt sich um einen inneren Monolog, was es nicht einfach, wenn nicht sogar unmöglich macht, der Handlung zu folgen. Reales vermischt sich immer mehr mit Träumen, Songtexten und Vorstellungen. Immer zentral ist Marie, ihre Freundin und spätere Mitbewohnerin, die sie bewundert und vielleicht auch begehrt. Im Laufe des Romans wird immer mehr deutlich, dass die Protagonistin Probleme hat, mit ihrem Leben zurechtzukommen.

Es fällt mir schwer, etwas über diesen Roman zu sagen. Er hat mich an vielen Stellen verstört, an noch mehr Stellen irritiert und verwirrt. Auch wenn ich bis zuletzt nicht alles verstanden habe, konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Der Stil zieht einen in seinen Bann, entwickelt einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann und ist in diesem Sinne sogar sehr passend zum Inhalt.

Im Großen und Ganzen denke ich, dass der Debütroman durchaus trotz allem zu empfehlen ist.
Profile Image for V.
115 reviews10 followers
January 2, 2019
Gefiel mir sehr gut, an einem Abend gelesen. Es ist wirr, man verliert den Faden zwischen Realität und Fantasie, es bleibt viel offener Raum um zu interpretieren. Vom Schreibstil erinnert es mich ein wenig an Sonja Harter (großer Fan).
Displaying 1 - 8 of 8 reviews