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Dabei gelingen ihm immer wieder pointierte Sätze: "Reichtum ist schon deshalb nicht begehrenswert, weil er wahnsinnig teuer ist" -- "Wie man auf Polstermöbeln sitzen soll, ist nie wirklich geklärt worden." -- "Nachdem die Kamera ausgeschaltet ist, soll es übrigens gelegentlich zu recht interessanten Unterhaltungen kommen." (über Polit-Talkshows) -- "Cremes, Salben, Öle verströmen Düfte, zu deren Beschreibung die Farben der persischen Liebeslyrik erforderlich wären. Und tatsächlich scheint sich diese Art der Poesie heute in die Kosmetikwerbung geflüchtet zu haben, wo sie ungestraft vom Zauber des Moschus, des Sandelholzes und seltener Würzelchen raunen darf." (über Herrenkosmetik).
An solchen Lexika, die ganz von der Subjektivität des Autors leben, scheiden sich naturgemäß die Geschmäcker. Kurzweilig ist dieses Lexikon der überflüssigen Dinge allemal. Und hin und wieder entfährt dem Leser tatsächlich ein dankbares "Endlich!" -- weil hier einer etwas formuliert, worüber man sich selbst schon geärgert hat. So zum Beispiel die allseits beobachtbare Kaffee-Manie: "Wann hat eigentlich dieser Wahnsinn mit dem Kaffee begonnen? Man kann es nicht mehr hören, dieses 'Jetzt brauch ich erst mal einen Kaffee' oder dieses elendige 'Wenn ich morgens keinen Kaffee kriege, ist mit mir nichts anzufangen'. Wie kann sich nur eine ganze Zivilisation derart abhängig von einem Rohstoff machen? --Christian Stahl
206 pages, Hardcover
First published January 1, 2006