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Eine Spurensuche, bei der "Lücken zu Fenstern" gemacht werden, wie Volker Hagedorn es in der ZEIT der Bach-Biografie Johann Sebastian Bach von Christoph Wolff anerkennend bescheinigt hat, ist Eidams Buch leider nicht. Eidam ist kein Musikwissenschaftler und will es auch nicht sein. Musikwissenschaftlern spricht er pauschal jeden Kunstverstand ab: "Woher er den Lehm geholt hat, darüber zerbrechen sie sich die Köpfe. Aber was er daraus gemacht hat, darüber wissen sie nichts zu sagen." Was Eidam selbst zu diesem Thema zu sagen hat, muss der Leser aus dem äußerst polemisch geschriebenen Buch herausfiltern, das eher den Titel "Klaus Eidam, ein Leben gegen die Bach-Forschung" verdiente, wenn es denn überhaupt eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Bach-Forschung wäre. Eine sinnvolle Gliederung, Anschaulichkeit der Darstellung und jeder Ansatz von Reflexion fallen der Polemik zum Opfer. Am allermeisten die gemessen am Umfang des Buches sehr dünn ausfallenden Aussagen über Bachs Musik. Der Schlusssatz des Buches lautet: "Tatsächlich: Er verbindet uns mit dem All." Das mag wohl sein. Doch zu unserer Verbindung mit Bach trägt Eidams Buch nur wenig bei. --Dorothee Lieberknecht
Paperback
First published January 1, 1999