Marcuses berühmtes Buch hat mich leider etwas enttäuscht, wohl auch, weil ich atmosphärisch etwas anderes erwartet habe. Er beschreibt Berlin, aber nicht mit dem von mir so geschätzten Stil der "Weltbühne"-Autoren, sondern sehr bildungsbürgerlich-distanziert. Dennoch sehr lesenswert und informativ, sei es, wenn es um die Brüder Heinrich und Thomas Mann geht, Joseph Roth, Paul Kornfeld, Ossietzky als auch um Berliner Lokale wie das Cafe Innsbruck und das Schwannecke. Bewegend die Zeit im Exil, insbesondere das Kapitel über die Aufzeichnungen seiner Schwester vor ihrer Deportation.