Der moderne Mensch hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Sein oberster Wert ist Effizienz. Er verschwendet keine Zeit, er möchte stark sein, selbständig, flexibel und innovativ, so wie es die Propheten großer Unternehmensberatungen seit Jahren für das Arbeitsleben predigen. Die weltweit operierenden Unternehmensberater sind die Speerspitze eines umfassenden Wirtschaftlichkeitsdenkens, das längst alle unsere Lebensbereiche Politik und Wirtschaft, Religion und Kultur, Medizin und Gentechnik. Deutschland ist auf dem Weg zur «McKinsey-Gesellschaft». Wie sieht sie aus? Was ist ihr Menschenbild? Wer treibt diese Entwicklung voran, und was treibt sie an? Dirk Kurbjuweit porträtiert in seinem erstmals 2003 erschienenen Buch mit genauem Blick für Typisches und Details die Macher und ihre Jünger von Jürgen Kluge über Friedrich Merz bis hin zu jenem Pfarrer, der sich der «spirituellen Marktwirtschaft» öffnet. Der Mensch wird Gegenstand immer neuer Optimierungsphantasien, aber auch zum Manager in jeder Lebenslage. Allmählich entsteht eine Gesellschaft, die den Unterschied ausmerzt, den Zufall, die Muße, die Phantasie. Was aber wird aus jenen, die hier nicht mithalten können? Kurbjuweit beschreibt anschaulich, wie das Prinzip McKinsey uns alle immer mehr verwandelt. Eine geschlossene Gesellschaft von Hochleistungsmenschen scheint am Horizont auf. Und die Frage wird Wollen wir das wirklich?
Dirk Kurbjuweit is deputy editor-in-chief at Der Spiegel, where he has worked since 1999, and divides his time between Berlin and Hamburg. He has received numerous awards for his writing, including the Egon Erwin Kisch Prize for journalism, and is the author of seven critically acclaimed novels, many of which, including Fear, have been adapted for film, television and radio in Germany. Fear is the first of his works to be translated into English.
Dieses Buch ist schlecht gealtert - ab 2025 oder später ist dies nicht unbedingt mehr eine Lektüre Wert:
- Das Buch fokussiert sich zu sehr auf McKinsey, bzw. reflektiert teilweise darüber, dass diese nur die Boten der schlechten Nachrichten sind, aber denkt diesen Strang nicht zu Ende
- Ansonsten ist in diesem Buch relativ viel 'namedropping' und generisch Überlegungen, welche 20 Jahre später keinen Bestand mehr haben