Walter Moers was born in 1957 and is a writer, cartoonist, painter and sculptor. He has refused to be photographed ever since his comic strips The Little Asshole and Adolf were published, the latter leading him to be declared persona non grata by the political right in Germany. Walter Moers lives in Hamburg.
Es gibt Bücher, die sind fein säuberlich in Samt und Seide verpackt, elegant, tiefgründig und voller Symbolik. Und dann gibt es Das kleine Arschloch und der alte Sack. Dieses Werk ist der literarische Mittelfinger an all das, was uns Hochkultur und Etikette lehren wollen – und genau deshalb ist es ein Meisterwerk auf seine ganz eigene, verstörende Weise. Das kleine Arschloch: Ein Protagonist ohne Schamgrenze Der Titel allein ist schon ein Kunstwerk der Direktheit. Das kleine Arschloch ist nicht etwa ein verzogener Bengel, der eine Lektion lernen muss. Nein, er ist der zynische Antiheld, der in einer Welt voller Doppelmoral und Heuchelei genau das ausspricht, was wir uns oft nicht zu sagen trauen. Sein bissiger Humor ist so schwarz, dass es fast leuchtet. Du willst keinen moralischen Kompass? Perfekt, hier hast Du ihn! Du suchst nach Empathie oder Charakterentwicklung? Falsch abgebogen! Das kleine Arschloch ist purer, ungefilterter Nihilismus in Kindergestalt – ein Spiegel unserer dunklen, unausgesprochenen Gedanken, den wir nur allzu gerne verdrängen. Der alte Sack: Bitter, verzweifelt – und brillant Und dann ist da der alte Sack. Der Großvater, der alles gesehen, alles verloren und sich trotzdem eine bemerkenswerte Mischung aus Boshaftigkeit und Gleichgültigkeit bewahrt hat. Er ist die perfekte Ergänzung zum kleinen Arschloch: ein Gegenstück, das noch mehr Zynismus und Pessimismus in die ohnehin schon desolate Welt des Buches bringt. Die Dynamik zwischen den beiden ist schmerzhaft komisch, manchmal absurd, und immer gnadenlos ehrlich. Warum funktioniert das? Walter Moers hat hier eine Kunstform geschaffen, die irgendwo zwischen Satire, schwarzem Humor und absolutem Wahnsinn liegt. Das kleine Arschloch und der alte Sack ist nicht einfach nur unterhaltsam – es ist eine Abrechnung mit allem, was wir uns selbst vormachen. Es ist böse, ja, aber in einer Welt, die sich viel zu ernst nimmt, ist genau das eine willkommene Erleichterung. Die Illustrationen, der beißende Dialog, die völlige Missachtung jeder gesellschaftlichen Norm – all das macht dieses Buch zu einem unvergesslichen Erlebnis. Es kratzt nicht nur an der Oberfläche, es reißt die Maske ab und sagt: „Sieh Dir an, was darunter liegt. Und jetzt lach darüber.“ Warum Du es lesen solltest Das kleine Arschloch und der alte Sack ist kein Buch, das Dich belehren will. Es ist kein Werk, das Dir eine tiefere Wahrheit aufdrängt. Stattdessen hält es Dir den Spiegel vor und lacht Dir ins Gesicht. Es zeigt Dir, wie absurd das Leben ist – und wie wenig das manchmal zählt. Wenn Du mutig genug bist, über die Abgründe der menschlichen Seele zu lachen, wenn Du die Absurditäten des Alltags erkennen und umarmen willst, dann schnapp Dir dieses Buch. Aber sei gewarnt: Es ist nicht für schwache Nerven, moralische Kreuzritter oder Menschen, die sich noch nie über die Sinnlosigkeit des Daseins amüsiert haben. Grendel-Grims Fazit: Pure, zynische Perfektion Das kleine Arschloch und der alte Sack ist ein Sturm aus Zynismus, Sarkasmus und schwarzem Humor, der all das hinwegfegt, was wir für „angemessen“ halten. Es ist dreckig, bösartig und auf die bestmögliche Weise kathartisch. Walter Moers hat mit diesem Werk etwas geschaffen, das nicht nur unterhält, sondern Dich gleichzeitig verstört und befreit. Also, wenn Du bereit bist, Dich dem Wahnsinn zu stellen, greif zu. Aber vergiss nicht: Lachen kann heilen – oder Dich direkt in die Hölle schicken.