Kommissarin Sabine Berner droht den Verstand zu verlieren. Nach mehreren Aussetzern wird sie so lange vom Dienst suspendiert, bis sie sich einem Psychiater vorgestellt hat. Eben das will Sabine jedoch vermeiden, denn sie fürchtet unangenehme Fragen über ihre Vergangenheit und ihren geheimnisvollen Helfer, den Vampir Peter von Borgo. Doch als sie vom Verschwinden eines jungen Mädchens erfährt, beschließt sie, dem Fall nachzugehen. Und wieder erhält Sabine Hinweise von Peter von Borgo, der ihr weiterhin Rätsel aufgibt. Woher hat er sein Wissen? Und ist er vielleicht doch nicht so unschuldig, wie es den Anschein hat?
Eigentlich 3,5 Sterne, aber wir wollen mal nicht so sein, wenn es denn schonmal einen lesbaren deutschen Vampirroman gibt...
Eine Mischung aus Vampirroman und Krimi wie sein Vorgaenger, allerdings fand ich die Handlung diesmal stellenweise etwas zaeh und langatmig. Es gefaellt mir, dass Peter von Borgo nicht der rundherum anbetungswuerdige Vampir ist, sondern ein blutsaugendes Monster, dass allerdings die ein oder andere menschliche Regung zeigt.
Diese ambivalente Charakterzeichnung findet man doch eher selten, und das macht den Reiz dieser Reihe fuer mich aus. Was den Krimiteil angeht, gab es meiner Meinung nach zu viele "jetzt machen wir aber mal ein paar ganz mysterioese Andeutungen" Szenen. Natuerlich lebt ein Krimi davon, den Leser in die Irre zu fuehren und durch versteckte Hinweise neugierig zu machen, allerdings kam mir das hier zu viel des Guten vor.
Die Rolle des Vampirs in dieser Geschichte, seine Beziehung zu Aletta und die keineswegs nur positive Aufloesung am Schluss haben mich allerdings wieder versoehnt. Auch dass die Beziehung zur Komissarin nicht einfach als uebliche 0-8-15 Romanze abläuft, macht das Buch sympathisch.
Ich lese selten deutsche Vampirliteratur, aber diesen Roman und seinen Vorgaenger kann ich empfehlen. Und es war schoen, mal wieder etwas auf deutsch zu lesen, das keine Uebersetzung sondern ein Original ist, die Sprache ist einfach viel stimmiger eingesetzt.